04. Das Schwarze Loch (Butts)
(Regie: Charles Martin Smith, Drehbuch: Glen Morgan
& James Wong, Länge: 45 min)
Ein einzelner Jäger dockt an der
Saratoga an. An Bord: Der kampferfahrene aber ausgebrannte Colonel Ray Butts. Er
überreicht McQueen einen Befehl, der besagt, daß er das Kommando über das 58ste
übernimmt. Er will die Wild Cards in einen Einsatz auf einen Planeten in der Nähe eines
Schwarzen Lochs führen. Für seine neuen Untergebenen scheint er aber nur Verachtung
übrig zu haben. Er provoziert sie so sehr, daß sie sich schließlich gemeinsam auf ihn
stürzen, nur um ihnen zu zeigen, daß er damit mühelos fertig wird. In einem
Einzelkampftraining demonstriert Butts ebenfalls seine Überlegenheit, indem er die Wild
Cards in kürzester Zeit ausschaltet. Jeden Versuch, mit ihm ins Gespräch zu kommen,
blockt Butts ab. Alles, was ihn zu interessieren scheint, ist eine Flasche Whisky und der
Johnny Cash-Song "I walk the line", den er ununterbrochen hört.
Als die Wild Cards aufbrechen, gibt McQueen Butts
die Drohung mit auf den Weg. ihn zur Rechenschaft zu ziehen, sollte seinen Leuten durch
seine Schuld etwas geschehen. Am Zielort angelangt, kommen die Wild Cards hinter Butts
Geheimnis. Der Colonel entkam als einziger seiner Einheit einem Angriff der Chigs...weil
er seine Leute allein gelassen hatte. Nun ist er zurückgekehrt, um seine Kameraden zu
begraben und ihre Hammerheads zu bergen.
Als sie wieder starten, werden sie von feindlichen
Jägern angegriffen. Colonel Butts fliegt einen Abfangkurs in den nahen Bereich des
Schwarzen Lochs und kann so das 58ste retten. Er selbst kann der Anziehungskraft des
Schwarzen Lochs aber nicht mehr entkommen.
Interessante Details:
- Colonel Butts erzählt, daß er 2052 Kriegsgefangener
war und gefoltert wurde. Dann muß in diesem Jahr noch der Krieg gegen die künstlichen
Intelligenzen getobt haben.
- Der Sektor mit dem Schwarzen Loch nennt sich "Zerberus"
oder "Das Land am Rande der Zeit". Bei einem Blick ins Fremdwörterbuch steht
hinter "Zerberus": "(gr.-lat.) Höllenhund; Wächter". Die Idee, daß
von der Schwerkraft eines Schwarzen Lochs auch die Zeit beeinflußt wird, taucht auch in
Michael Crichtons Buch Sphere auf.
Zusätzlicher Hinweis von Oliver
Diese Idee ist nicht nur in dem genannten Buch zu finden, sondern entspricht den tatsächlichen physikalischen Gesetzten. Nach
der allgemeinen Relativitätstheorie kommt es in der Nähe großer Gravitation zur sog. Zeitdillation, das bedeutet für Beobachter
ausserhalb scheint ein in ein schwarzes Loch fallender in der Zeit zu "erstarren". Dies gilt natürlich nicht für denjenigen der
hineinfällt, für diesen scheint die Zeit "normal" weiterzuverlaufen (davon hat er aber nicht mehr viel ;-) )
- Paul sieht sich eine Aufzeichnung von Shakespeares McBeth an.
Die Fechtszenen sind zensiert. Butts Kommentar dazu: ,Ihr wißt genau, daß dieser Schund
verboten ist." Ups! Shakespeare und Schund" Wenn das ein Literaturkritiker zu
hören bekommt.
- Der Zielplanet des Einsatzes hat die Bezeichnung 2063F.
- Wie schon in der Folge "In der Höhle des Löwen" wird
erwähnt, daß die Chigs Angst vor ihren Toten haben. Auch die der Menschen sind ihnen
unheimlich. Den toten Marines entfernen sie die Augen und das Herz.
- Einer der getöteten Marines aus Butts Einheit hieß Robert Grant,
- Als sich Cooper vor dem Start von den anderen verabschiedet spricht
er davon, schon sechs Jahre auf der Welt zu sein. Danach wäre er schon 2057 geboren. In
"Meuterei" ergibt sich dagegen das Geburtsjahr 2058. Aber vielleicht rundet er
mit den sechs Jahren ja auch nur großzügig auf.
- Das Schwarze Loch im Zerberus-Sektor hat die 20fache Masse unserer
Sonne. Nähert sich ihm ein Hammerhead mehr als eine halbe Million Kilometer, ist er
verloren. Dagegen verfügen die Chigs über spezielle Jäger, die durch den Sog fliegen
können.
- Butts hat den Code Pik 2.
- In der Offiziersmesse gibt es für besondere Anlässe verchromte
Teller.
Für den Filmfan:
- Das Schwarze Loch heißt auch ein von Disney
produzierter Science Fiction-Film von 1979 mit Maximilian Schell und Anthony Perkins.
Viele Effekte in diesem Film - wie Triebwerkabgase und Laserstrahlen - sind handgemalt Die
Musik stammt von James Bond-Komponist John Barry. Regisseur des Films ist Gary Nelson, der
auch das Indiana Jones-Imitat Allan Quatermain And The Lost City Of Gold mit Richard
Chamberlain inszeniert hat.
- Countrysänger Johnny Cash, von dem in dieser Folge immer wieder ein
Lied zu hören ist, hat auch schon als Schauspieler gearbeitet Zum Beispiel bekommt er es
in einem Fernsehkrimi mit Glasauge Inspektor Columbo zu tun, nachdem er angeblich mit
seinem Flugzeug abgestürzt ist uns als einziger überlebt hat.
- Die verwackelte Großaufnahme von Ray Butts Gesicht, als er sich dem
Schlund des Schwarzen Lochs nähert, erinnert an eine Szene in dem SF-Klassiker 2001:
Odyssee im Weltraum. Hier gibt es eine ähnliche Einstellung von Astronaut Bowman. als er
sich gegen Ende des Films in einer Kapsel dem geheimnisvollen Monolyth in der Umlaufbahn
des Jupiter nähert.
- Trickspezialist Tim McHugh über die Schießkünste der Chigs:
"Wir setzen eine große Science Fiction-Tradition in unserem Universum fort: Die
Aliens sind ziemlich lausige Schützen. Sie haben die Technologie, das Universum zu
vernichten, aber wenn du zehn Fuß hinter oder vor ihnen bist, können sie dich nicht
treffen. Dann schießen sie immer vorbei. Uns hat das nicht gefallen, aber dann haben wir
uns Star Wars angesehen, und dort sind die bösen Jungs ebenfalls lausige Schützen. Also,
dachten wir, ist das okay."
Kernige Dialoge:
| Cooper: |
Wo ist
er hin? |
| Vanessa: |
Kann ich
dir nicht sagen, ich bin tot. |
| Cooper: |
Komm, sag schon, du atmest noch! |
Eric Zerm
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