Wen juckts, es ist ein Film
(Teil 5)
Wenn etwas Spaß macht, darf man sich niemals
zu sehr auf die Logik konzentrieren. Etwa wie die Schurken in den James-Bond-Filmen. Kaum
steht Bond bei ihnen auf der Matte, heißen sie ihn willkommen mit den Worten: "Ah,
Mr.Bond, nur hereinspaziert! Zuerst erkläre ich Ihnen genau, was ich böses geplant habe
und danach setze ich Sie in eine tödliche Maschine, die nicht funktioniert..."
Geld
- Aktentaschen von Gangstern enthalten immer Banknoten oder Waffen.
- In Aktentaschen passen immer genau drei Reihen Banknoten nebeneinander. Geld scheint
sich außerdem immer selbst in hübsch sortierte Päckchen zu stapeln, als hätte es
Zauberkräfte, selbst wenn es von einem ängstlichen Bankangestellten einfach nur
hineingestopft wurde.
- Wird eine Bank überfallen, so erwischt man immer denjenigen Angestellten, der gerade
seinen ersten Arbeitstag hat.
- Taxifahrern bloß kein Kleingeld geben! Sie wüssten damit nichts anzufangen. Einfach
"Danke!" sagen, blind in die rechte Tasche greifen und einen beliebigen Schein
herausnehmen - er wird genau für den Rechnungsbetrag passen.
- Das gleiche gilt in Restaurants: Die Rechnung ist immer 15 Prozent niedriger als die
Summe, die der männliche Gast auf den Tisch gelegt hat.
Schach
- Gute Schachspieler gehören meist der Oberschicht an. (Geht mal zu einem
Schachturnier und schaut, wie viele Reiche ihr dort findet! Null. Die sind viel zu
sehr damit beschäftigt, mit Frauen zu flirten und schnelle Autos zu fahren.)
- Filmschachspieler sind immer charmante und weltoffene Leute. (Echte Schachspieler
sind meist introvertiert und so sehr auf Schach fixiert, dass sie keine Zeit damit mit so
trivialen
Dingen wie Liebe, Arbeit oder Lebenslust vergeuden können. Das einzige, was sie
außer Schach noch reizt, sind oftmals Computer.)
- Große Schachspieler fühlen sich immer geehrt, auf dem Philippino-Art-Set irgend eines
reichen Typen spielen zu dürfen. (In Wirklichkeit spielen gerade gute Schachspieler meist
auf simplen, unverzierten Holz- oder Plastiksets. Keine roten und blauen Figuren, keine
aus Keramik oder Metall, keine Elefanten als Türme.)
- Meistens wird das Brett selbst oder zumindest die Dame falsch aufgestellt. (RICHTIG:
Schwarzes Feld A1 links vom weißen Spieler, Dame auf die eigene Farbe.)
- Angeblich brillante Spieler übersehen in kritischen Spielen, dass sie den Gegner in
einem Zug matt setzen könnten. (Dies wäre ungefähr so, als würde ein Rennfahrer
rückwärts gegen die Garagenmauer fahren.)
- Andererseits können gute Spieler häufig die nächsten 15-20 Züge voraussehen, oft
sogar mitten in der Partie, wenn noch alle Figuren im Spiel sind. (Leichter wäre es, die
Lottozahlen der nächsten fünf Jahre zu erraten. Erst gegen Ende des Spiels, wenn nur
noch wenige Figuren im Spiel sind, wird es z.B. nötig zu zählen, wer zuerst ein
bestimmtes Feld erreichen kann.)
- Erfahrene Spieler werden oft von Anfängern besiegt, indem sie intuitiv einen
unorthodoxen brillanten Zug machen. (Dies kann passieren, wenn der erfahrene
Spieler einen wirklich schlechten Tag hätte. Davon wird jedoch nie etwas erwähnt...)
- Spieler, die dem Gegner deutlich hinterherhinken (z.B. weil sie mehr Figuren verloren
haben), gewinnen trotzdem, indem sie überraschend einen wirklich genialen Zug
hinlegen. (Wenn sie so gut sind, wieso gelangten sie dann erst so weit ins Hintertreffen?)
Aufzüge
- Filmfahrstühle stehen immer zum Einsteigen bereit, außer wenn der Held verfolgt wird.
Dann stecken alle Aufzüge im Schacht fest.
- Wenn der Held oder der Schurke den Fahrstuhl benutzen, und der Schurke
oder
Held die Treppe nimmt, bleibt er immer gleich auf, selbst wenn die Verfolgungsjagd über
20 Stockwerke geht.
- Fast alle Aufzugschächte und -seile sind völlig staub- und rostfrei. Außer gibt es
immer so viel Licht, dass der Held nie eine Lichtquelle braucht, um sehen zu können.
Martin Schowanek
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