Wen juckt’s, es ist ein
Film
(Teil 8)
Wenn etwas Spaß macht, darf man
sich niemals zu sehr auf die Logik konzentrieren.
Es ist etwa so, wie der Kabarettist Michael Mittermeier in seiner Show sagt:
Wenn Harrisson Ford zum dritten Mal von zirka hundert Polizisten umzingelt wird,
und trotzdem wieder irgendwie entkommt, muss man sich vor Augen halten, dass
dies zwar vielleicht nicht realistisch ist, der Film aber "Auf der
Flucht" heißt und nicht "Gekriegt nach fünf Minuten"...
Tod
- In Situationen wie dem Vietnamkrieg, oder
brutalen Starßenbandenkriegen stirbt immer die Person mit den meisten Plänen
und Zukunftshoffnungen.
- Die letzten Worte einer sterbenden Person haben
immer Tiefgang und ergeben sogar einen ganzen Satz.
- Eine gute Person stirbt nur in Gesellschaft
seiner besten Freunde.
- Wenn eine gute Person gestorben ist, kommt immer
einer seiner Angehörigen und schließt ihr die Augen. Stirbt jedoch einer der
Bösen, passiert nichts dergleichen und die Kamera verweilt auf Gesicht.
- Wenn dein bester Freund/Geliebter stirbt, ruf
niemals einen Notarzt an. Drücke sie/ihn statt dessen fest an dich, an
flüstere ein paar nette Worte oder küsse sie/ihn leidenschaftlich.
Natürlich wird sie/er an Anbetracht der Umstände vermutlich nicht besonders
darauf reagieren, aber, hey, vielleicht ist das die letzte Chance! Sinkt dann
plötzlich ihr/sein Kopf nach vorne, sag ihr/ihm ein rührendes Lebewohl, denn
das heißt, daß sie/er tot ist. Sollte sie/er allerdings bereits mit dem Kopf
nach vorn dasitzen, prüfe ihren/seinen Puls. Ist die Musik im Hintergrund
weich und langsam, dann halte dich nicht damit auf, Herzmassage oder so etwas
zu versuchen. Erstens ist das zu anstrengend, und außerdem kann sie/er
sowieso nichts mehr dagegen tun.
Umwelt
- Blitz und Donner treten immer gleichzeitig auf.
- Stürme beginnen immer von einer Sekunde auf die
andere; man sieht zuerst einen Blitz, und es beginnt in Strömen zu regnen.
- Heftige Regen versucht keine Schwierigkeiten, in
die Ferne zu sehen.
- Bei Nacht ist alles blau.
- Höhlen haben immer einen absolut ebenen
Fußboden und sind niemals völlig dunkel.
- Es ist bei Nacht immer Vollmond (außer in
B-Filmen, wo sogar noch die Sonne zu sehen ist.)
- Zusatz
:
Vollmond kann auch mehrere Nächte hintereinander auftreten.
- Sonnenfinsternisse treten in vielen Filmen ein,
und zwar ohne jede Warnung.
Häuser
- Die Leute gehen nie an die Tür, bevor es nicht
mindestens dreimal geläutet hat.
-
Der Held lebt meist in New York
City, hat einen erträglichen, aber nicht zu gut bezahlten Job, aber dennoch
eine riesige Wohnung mit Autos und Verkehr
- Filmfiguren finden grundsätzlich einen
Parkplatz, der direkt vor der Eingangstür des Hauses liegt, in das sie
wollen. Keiner sperrt sein Auto ab, oder schließt das Verdeck.
- Wird ein Auto plötzlich beschleunigt (sei es
vorwärts, rückwärts, oder sonstwie), macht sich dies stets durch lautes
Quietschen bemerkbar, auch wenn die Straße nass oder sandig ist. Aber
Vorsicht: An jedem Reifen befindet sich ein Raucherzeuger, der dafür sorgt,
dass man die Beschleunigung optisch wahrnimmt. Hollywoodautos haben obendrein
die Eigenart, dass jeder Reifen eine separate Spur auf der Straße
hinterlässt, natürlich auch dann, wenn der Wagen ABS besitzt.
Martin Schowanek
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