Die Geschichte eines Überläufers

Ich bin Lt. Tatjana Christa Limon*. Ich bin zu den Chigs übergelaufen und möchte nun diese Geschichte, und meine Gründe erzählen.

Es war dieses Jahr, Anfang Mai. Ein nasser und ungewöhnlich kalter Mai. Ich hatte drei Tage frei und beschloß auf dem Lande Ferien zu machen. Die Gegend, in die ich fuhr, war abgeschieden zwischen Bergen gelegen, ein großer Teil der Fläche mit Wald bewachsen, also bestens für ein paar Tage Survivaltraining geeignet. Am Tag meiner Ankunft war mein größtes Problem etwas Nahrung zu finden. Damals kam mir schon der Verdacht, daß hier mit den Leuten etwas nicht stimmte, denn ich hatte das Gefühl, sie versuchten mich zu vergiften. Nun, das war auch naheliegend bei dem Essen, das sie mir anboten.

Ich hätte gerne auf einen geschossen, um zu sehen ob er zu grünen Schleim wird. Dagegen entschieden habe ich mich dann, weil ich ein paar ruhige Tage genießen wollte, und wenn Chigs anwesend waren, müßten sie wohl den Streit vom Zaun brechen, ich würde es jedenfalls nicht tun.

Als ich in der kleinen Stadt, in der ich mit dem Transporter angekommen war, meinen Hunger nicht stillen konnte, bat ich ein paar andere Urlauber mich in das Dorf, in dem ich ein Zimmer gemietet hatte, in ihrem Auto mitzunehmen. Die Fahrt mit den beiden menschlich aussehenden und dem Silikanten machte Spaß, und auch wenn es kaum zu glauben ist, waren mir alle, auch der K.l., sehr sympathisch. So freute es mich auch zu hören, daß sie im selben Haus wie ich wohnen würden. Als wir in diesem Haus nun ankamen, wurden wir schon von anderen Leuten erwartet. Es waren weitere Gäste der kleinen Pension. Was mir besonders auffiel war die herzliche Begrüßung zwischen meiner Fahrerin und einer schon anwesenden Person, die mir erst später in Aufenthaltsraum vorgestellt wurde. Beim gemeinsamen Abendessen mit den anderen Pensionsbewohnern saß ich aber nur mit zwei Personen aus dem Auto zusammen, der K.l. und dem Beifahrer. Bei diesem Abendessen erfuhr ich dann auch, daß der K.l. Simone*, und der Beifahrer Calvin* hießen. Außerdem fand ich heraus das Calvin wohl zu Aerotech gehört. Auch wurden mir noch andere Gäste der Pension vorgestellt, und obwohl man sich kaum kannte wurde herzlich gelacht.

Nachdem wir das Essen beendet hatten, gingen wir alle gemeinsam zur Pension zurück, und hielten uns noch eine Weile im Aufenthaltsraum auf. Bei dieser Gelegenheit wurde dann auch beschlossen am nächsten Tag zusammen ein Survivaltraining in der Umgebung einer nahegelegenen Ruine zu machen. Wir teilten uns in zwei Gruppen, ich ging mit meiner Fahrerin vom Morgen, Savage* und ihrer Bekannten Karol* in eine Gruppe. Außerdem war Simone bei uns. Was mich an diesem Abend gegenüber Savage und Karol schon mißtrauisch machte war, daß sie Teile einer Chigrüstung rumreichten. Ich habe mir dann aber nichts weiter dabei gedacht, vielleicht war es ja nur ein Souvenir aus der letzten Schlacht.

Am Morgen wachte ich vom prasseln des Regens auf. Simone mit der mich mir ein Zimmer teilte war schon wach, oder sollte ich lieber sagen immer noch?

Nunja, auf jeden Fall regnete es heftig und im Laufedes Vormittags gewitterte es auch noch. Da wir alle die freien Tage genießen wollten, und nicht unbedingt scharf darauf waren in unserer Freizeit auch noch durch den Matsch zu waaten, entschlossen wir uns dafür zu warten bis der Regen schwächer würde, um mit unserem Training zu beginnen. Dies war eigentlich kein Problem, aber wir brauchten für den Nachmittag, noch Verpflegung und so entschloß sich eine kleine Gruppe die aus Savage, Karol, Simone, noch einem Urlauber namens Kevin und mir bestand, in das nahegelegene Städtchen zu fahren, um zu versuchen Verpflegung zu beschaffen. Diese Aufgabe erwies sich als gar nicht so einfach. Bis wir alles was wir brauchten zusammen hatten, hatten wir einen mehrstündigen Fußmarsch durch die verschiedensten Geschäfte hinter uns. Danach, so irgendwie als Belohnung, gestatteten wir es uns noch einen kleinen Ausflug in ein Armygeschäft, in dem wir noch so einiges nützliches für den Nachmittag besorgten.

Endlich in der Pension wieder angekommen, hatte es immer noch nicht aufgehört zu regnen und es wurde immer fragwürdiger ob wir unsere Tour tatsächlich machen wollten. Um dies zu entscheiden waren schon mal zwei, sozusagen als Kundschafter vorgegangen, und in der Zeit in der wir anderen im Aufenthaltsraum auf sie warteten, hatten wir irre viel Spaß. Besonders mit den zwei Mysterien Simone und Karol hatte ich mich angefreundet, neben dem Silikanten, den ich richtiggehend sogar ins Herz geschlossen hatte.

Als ich dann später, während unseren Regenmarsches mit den drei zusammen kämpfte war meine Entscheidung gefallen: ich würde mich in ihre Einheit versetzten lassen, komme was da wolle. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet das mir, als ich sie auf die Versetzung ansprach, gesagt wurde: "naja, willkommen bei den Chigs".

Sicher kann sich jeder Marine vorstellen das es nicht einfach war einfach meine Kameraden zu verraten und zum Feind überzulaufen. Auch daß ich, bis ich mich zu meiner Körpertransfusion durchringen kann, spionieren muß fällt mir nicht gerade besonders leicht, aber was soll ich sagen? Ich habe mich dazu entschieden und bereue es nicht, denn ob man es mir glaubt oder nicht Chigs sind, wenn man sie erstmal kennenlernt, gar nicht so übel.

Sicher ist das keine Entschuldigung meine eigene Rasse zu verraten, aber würden mehr Leute so handeln wie ich, bin ich mir sicher der Krieg wäre schnell vergessen, und es würde eine enge Freundschaft zwischen unseren Völkern entstehen.

Nun, dies war nun meine Geschichte. Ich bin froh, daß ich sie erzählen konnte und hoffe man versucht wenigstens mich zu verstehen.

*Namen aus Spionagegründen geändert.

Gabriele Hofmann

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Die Charaktere und Situationen der Serie "Space: Above & Beyond" wurden von Glen Morgan und James Wong, Fox Broadcasting und Hard Eight Productions kreiert und basieren auf ihren Ideen. Alle Handlungen in dieser Geschichte sind frei erfunden und nur die Charaktere stimmen mit "Space: Above & Beyond" von Glen Morgan und James Wong überein.

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