Die letzten Monate
"Hey, Paul warte! Warte doch" hallt es durch die Gänge der Glen Ross
Highschool.
"Hey, Alter, bist du taub?" fragt Jamie jetzt seinen Freund, nachdem er ihn
eingeholt hat.
"Sorry, ich hab gelesen" antwortet Paul West jetzt, nachdem er den Ordner
zugeklappt hat. Dann sagt er weiter:
"Der alte Harrington meinte doch, wir würden heute über die Chigkriege sprechen, da
dachte ich, man könnte doch ein paar Unterlagen von seinem berühmten Daddy mitbringen.
Meiner Note kann es jedenfalls nicht schaden."
"Nein man, bei deiner Note kann nichts mehr schaden! Aber zeig doch mal her"
fordert Jamie jetzt und greift nach dem schon leicht vergilbten Ordner.
"Laß deine Finger davon! Mein Vater bringt mich um, wenn was damit passiert.
Außerdem müssen wir jetzt sowieso in die Klasse." sagt Paul während er auch schon
Richtung Geschichtsstunde unterwegs ist.
"So, sind alle da?" kommt wie
immer Harringtons rein rhetorische Frage, bevor er mit dem allgemeinen Inhalt der Stunde
beginnt.
"Diese Stunde werden wir uns mit dem Krieg zwischen der Menschheit und, wie sie im
Volksmund genannt werden, Chigs beschäftigen. Kann mir denn irgend jemand sagen, wann
dieser Krieg war? Ja, Curtis?"
"Von April 2063 bis zum 7. Januar. 2070"
"Ja, das ist richtig. Vor 18 Jahren also wurde dieser Krieg beendet. Durch wen, kann
mir das irgendwer erzählen?"
Fast die ganze Klasse meldet sich, wer kennt auch nicht die Namen, der als Helden
gefeierten, Besatzung der U.S.S Saratoga?
"Ja, Jamie?"
"Glen Ross, T.C. McQueen, Cooper Hawkes, Vanessa Damphouse und Pauls Vater, Nathan
West."
Nachdem Jamie geendet hat schaut die ganze Klasse reichlich verdutzt zu Paul. Mr
Harrington sieht auch zu ihm und sagt schließlich.
"Das wußte ich ja gar nicht. Nathan West, der Nathan West, ist ihr Vater?"
"Ja Mr Harrington, und ich habe auch persönliches Material von ihm dabei, das sich
auf die Chigkriege konzentriert."
"Darf ich mal sehen?" fragt Harrington und Paul reicht ihm die Akte.
"Wollen sie daraus nicht etwas vorlesen Mr West?" sagt Harrington nach ein paar
Minuten zu Paul, als er den Ordner kurz durchgeblättert hatte.
"Aber sicher doch" mit diesen Worten geht Paul nach vorne, schnappt sich den
Ordner, schlägt ihn auf und beginnt zu lesen.
Er hatte nur die ersten vier Sätze gelesen und bangt ein wenig es könnte auffallen, daß
er unvorbereitet ist, aber nach kurzer Zeit war er so gefesselt von dem was er laß, daß
er sich gar keine anderen Gedanken mehr macht. Er laß:
"Eintrag: 2. November. 2069
Vorgestern waren wir auf gut Glück
in feindliches Gebiet geschickt worden. Prompt haben wir die drei Neuen verloren, und
wären fast noch selbst dabei draufgegangen.
Auf Texus3, einem Planeten der nur tropenähnliche Vegetation hat, ist es fast unmöglich
sich ohne technisches Gerät zurechtzufinden, aber genau das verlangte man offensichtlich
von uns, da man versäumt hatte den Planet auf magnetische Felder abzusuchen, bevor man
uns runter schickte.
Unser Auftrag war es, eine feindliche Munitionfabrik in die Luft zu jagen, die aber gar
nichtexistierte.
Man hatte sich nicht informiert, sondern uns auf gut Glück dorthin geschickt, "weil
Indizien dafür sprachen".
Manchmal frage ich mich, ob die da oben wirklich den Krieg gewinnen wollen; ihnen liegt ja
offensichtlich nicht viel am Wohl ihrer Soldaten.
Auf jeden Fall sind wir zusammen mit dem 86TH direkt in eine Falle der Chigs
gerannt, und es gab kaum Überlebende auf unserer Seite, da die Chigs eine ganze Menge
mehr Soldaten dort hatten als wir. Das Verhältnis lag etwa bei einem Marine und drei
Chigs.
So hatten auch die neuen drei, Ladsom, Kelon und Tetikus keine Chance.
Wir waren ja von Anfang an dagegen Leute frisch von der Schule zu nehmen, da sie die
Arbeitsweise eines erfahrenen Teams gar nicht einschätzen können, aber auf uns hört ja
niemand.
So kamen wir über einen Engpaß, bei etwas, das wohl Berge wahren, aber auch nur sehr
dicht bewachsene Hügel gewesen sein könnten.
Hier wurden wir beschossen, und zwar von allen Seiten. So war es kaum möglich Deckend zu
finden, was den drei Grünschnäbeln zum Verhängnis wurde.
Selbst Shane wurde verletzt, und vier vom 86TH getötet.
Während wir da so unter Beschuß lagen, zog wie meistens mein Leben vor meinen Augen
vorbei, doch diesmal war es anders. Ich hatte Angst vor dem Tod; zum erstenmal.
"Kylen, das Baby vielleicht werde ich es nie sehn" waren die einzigen Gedanken
die noch in meinem Kopf Platz hatten.
Dann wurde Shane angeschossen und es brauchte wohl genau so einen Vorfall dafür, daß ich
wieder klar denken konnte. Ich warf mir Shane über den Arm, und lief zu Cooper, Paul und
Vanessa rüber."
"Darf ich sie mal kurz unterbrechen Mr.
West?" wirft Mr Harrington jetzt ein "Hier wird von einem gewissen Paul geredet.
Sind sie so zu ihrem Namen gekommen?"
"Ja. Mein Vater hat mich nach Paul Wang genannt, da dieser sein Leben, für das
meines Vaters gab. Er hat ihm kurz vor Ende des Kriegs das Leben gerettet, indem er sich
in die Schußlinie warf und die Kugel, die für meinen Vater gedacht war, aufhielt."
"Sehr interessant. Lesen sie bitte weiter. Es klingelt gleich und wenigstens diesen
Eintrag möchte ich heute noch zu ende lesen."
"Ich warf mir Shane über den Arm, und
lief zu Cooper, Paul und Vanessa rüber. Hier habe ich dann erfahren, daß uns ein
Frachter in genau 20 min, drei Meilen entfernt, aufnehmen wird, aber nur wenn wir
pünktlich sind. Uns blieb also keine Zeit zu überlegen.
Wir rannten los, blindlings um uns feuernd, bis wir aus dem Gröbsten raus waren. Wir
haben es gerade noch geschafft rechtzeitig zu kommen, aber nur weil wir einen Verwundeten
vom 86TH zurück gelassen haben. Ich denke er war auch zu schwer verletzt. Er
hätte es nicht geschafft. Das versuche ich mir zumindest einzureden, damit mich die
Schuldgefühle nicht mehr so sehr plagen. 6 Jahre Krieg, Millionen von Toten und ich
trauere immer noch wegen eines einzigen.
"Nun so ist der Krieg Nathan, die Menschen sterben" wird einem gesagt. Ich
wünschte nur ich könnte es auch so einfach abtun.
Da kommt der nächste Einsatzbefehl.
Eintrag ende."
Mit diesen Worten klingelt es dann auch schon und
alle stürmen aus der Klasse, nur Paul läßt sich Zeit.
"Was ist los Junge?" fragt Mr Harrington ihn jetzt.
"Ach nichts, ich wundere mich bloß, daß dies mein Vater geschrieben haben soll. Er
erzählt zwar manchmal vom Krieg, aber irgendwie konnte ich ihn mir nie richtig in der
Rolle des Soldaten vorstellen."
"Was hältst du davon in den nächsten Stunden weiter vorzulesen, bis zum Ende des
Krieges? Ich denke, es wäre eine angemessene Art dieses Thema im Unterricht zu
behandeln."
"Mach ich gerne."
Fortsetzung folgt
Gabriele Hofmann
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Die Charaktere
und Situationen der Serie "Space: Above & Beyond" wurden von Glen
Morgan und James Wong, Fox Broadcasting und Hard Eight Productions kreiert und
basieren auf ihren Ideen. Alle Handlungen in dieser Geschichte sind frei
erfunden und nur die Charaktere stimmen mit "Space: Above & Beyond"
von Glen Morgan und James Wong überein.
Erklärung: Diese Seite ist nicht von FOX
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