Und langsam fangen sie an zu schweigen...

  

 "Bleib so wie du bist"
hatten sie gesagt.
"Wir freuen uns darauf dich wiederzusehen"
hatten sie gesagt.
"Bis bald"
hatten sie gesagt.

Dann hatten sie gesagt:
"Oh, wie hast du dich verändert!"
Und dann hatten sie gesagt:
"Wir hoffen daß wir dich wiedersehen"
Und dann hatten sie auch noch gesagt:
"Lebe wohl"

Jetzt sagten sie nichts mehr.
Er lag alleine vor dem Gewehrfeuer in Deckung.
Jetzt sagten sie gar nichts mehr.
Er alleine spürte den Schmerz seiner Wunden.
Jetzt sagten sie absolut gar nichts mehr.
Er starb alleine.

Es war dunkel um ihn herum, und laut. Von überall hörte er das Gewehrfeuer; sah die hellen Blitzte, die beim abfeuern der Waffen aufflammten. Doch so richtig bekam er eigentlich nichts mehr mit, der Schmerz betäubte seine Sinne.
Alle seine Kameraden waren schon weitergegangen um ihre Pflicht zu tun. Er war alleine zurück geblieben und wartete auf seinen Tod. Die anderen hatten gedacht er sei ohnmächtig und hatten so offen miteinander gesprochen.
"Siehst du‘s nicht? Das Blut ist braun, d.h. die Leber ist verletzt. Ihm ist nicht mehr zu helfen. Wir müssen weiter"
Er hatte sich immer vorgestellt, er würde sterben wenn er alt sei, in einem großen Himmelbett, um ihn geschart seine ganze, große Familie. Es stimmte nicht, daß In Vitros keinen Familiensinn hatten. Er wollte mindestens fünf Kinder. Aber keiner seiner Träume würde in Erfüllung gehen; er war alleine und lag im sterben.
Obwohl er ein In Vitro war, ist er immer beliebt gewesen. Nachdem er die Schule beendet hatte, konnte er sich perfekt eingliedern, und so wie ein "Natürlicher" leben.
Als er dann zum Militär ging, hatten ihm alle zu seinem Mut gratuliert.
Er erinnerte sich noch genau an die Abschiedsszene mit Jack, seinem besten Freund. Zwei Tage bevor er gefahren war, hatten sie sich ein Sixpack geholt und waren zu ihrem Lieblingsplatz, an einer nie fertig gebauten Brücke, gefahren.
"Ich wünsche dir viel Glück" hatte Jack gesagt. "Halt die Ohren steif und bleib so wie du bist. Tritt ein paar Chigs in den Arsch und dann kommst du heim und wir feiern"
Dann hatten sie sich in die Arme genommen und waren nach hause gefahren. Seitdem hatte er Jack nicht mehr gesehen.
Jetzt liegt er an einem Stein gelehnt und sieht genau Jacks grinsende Züge vor sich. Dann schiebt sich ein anderes Gesicht in seine Gedanken, das von Tatjana, seiner Verlobten. Sie sollte die Mutter seiner Kinder werden.
Auch sie wird er nie wieder sehen.
Gesprächsfetzen dringen an sein Ohr und es keimt Hoffnung in ihm auf, er müsse nicht alleine bleiben, doch – nein, es war nur die Erinnerung an sein letztes Beisammensein mit Tatjana, während eines kurzen Heimaturlaubs.
"Du bist so ruhig geworden" hatte sie gesagt "Gar nicht mehr so lustig wie früher. Ich habe gehört, daß schon viele Marines gestorben sind. Ich hoffe du kommst zurück"
Dann war sein Pieper gegangen und er mußte zurück in die Schlacht.
"Ich werde dich nie vergessen" waren ihre letzen Worte gewesen.
Nun halten diese Wort immer und immer wieder in ihm nach; trotzdem fühlte er sich jetzt vollkommen alleine, als er zum letzten mal seine Augen schloß, um ewig zu schlafen.

Gabriele Hofmann

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Die Charaktere und Situationen der Serie "Space: Above & Beyond" wurden von Glen Morgan und James Wong, Fox Broadcasting und Hard Eight Productions kreiert und basieren auf ihren Ideen. Alle Handlungen in dieser Geschichte sind frei erfunden und nur die Charaktere stimmen mit "Space: Above & Beyond" von Glen Morgan und James Wong überein.

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