Lt. Nathan West - Biografie
| "Ich glaube ganz fest an dich ",
sagte sie. Mein Gott, seit diesem Moment habe ich kaum an etwas anderes gedacht. Ich war mir so sicher. Wie sie mich angesehen hat durch die Luke in der Wand, die Ernsthaftigkeit in ihrer Stimme, die Worte, die sie gesagt hat. Ich nehme an, dass ich glauben wollte. |
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Manchmal sehe ich ihr Gesicht in meinen Träumen, wie sie mich ansieht, dieses eine letzte Mal - das letzte Mal als ich sie gesehen habe. Ich erinnere mich, wie sie mir sagte, kurz bevor sie mich für immer verließ, dass sie an mich glaubt. Tut sie es noch immer? frage ich mich. Ich habe mir geschworen, sie zu finden, egal was es kosten solle.
Aber ich habe sie nicht gefunden. So viele Schlachten geschlagen, so viele Chigs getötet und immer noch bin ich ihr nicht näher als am Anfang.
Nun bin ich Lt. Nathan West.
So nennen sie mich heute. Es ist nicht mehr so ungewohnt für mich, wie es am Anfang war. Zuerst war es schwer, sich daran zu gewöhnen - in meinen Gedanken war ich einfach nur Nate West, der in Kylen Celina verliebt war, derjenige, der verzweifelt genug war, freiwillig ins Corps einzutreten, um mit ihr wieder vereint zu sein.
Für eine lange Zeit war das alles, was mir wichtig war - sie zu finden. Alles andere interessierte mich nicht. Niemand anderes war mir wichtig.
Aber jetzt ist es anders. Alles ist anders. So viele Dinge haben sich verändert, mein Glaube wurde oft auf die Probe gestellt. Ich glaubte damals, dass es unmöglich wäre, dass etwas wichtigeres in mein Leben treten könnte.
Doch plötzlich gab es da noch viel mehr als Kylen. Es stand viel mehr auf dem Spiel als nur sie. So viel mehr.
Ich hätte nie gedacht , dass mich das 58te so sehr verändern würde. Zu dieser Zeit war mir alles egal. Aber ich bin heute ein anderer Mensch. Diese Leute, meine Freunde, meine Familie - sie haben mich tief bewegt - ich frage mich, ob sie ahnen, wieviel sie für mich getan haben.
Wir leben zusammen, schlafen in einem Raum, essen zusammen - kämpfen Seite an Seite. Wir haben zusammen gelacht, geweint, haben Verluste erlitten. Ich kenne sie wie mich selbst und sie kennen mich ebenso.
Ich kann mir ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen, sie nie kennengelernt zu haben oder nicht mehr bei ihnen zu sein.
Es ist so - das ist mein jetziges Leben, das bin ich. Ich bin ein Teil des 58ten und das 58te ist ein Teil von mir.
Jedesmal, wenn wir hinausziehen in die Schlacht, sorge ich mich um sie. Ich fürchte um ihr Leben, wie ich um mein eigenes fürchte. Und jedesmal versuche ich, auf sie aufzupassen. Sie zu beschützen.
Ich weiß nicht, wann der Moment kam, an dem ich anfing, mich für diese Marines verantwortlich zu fühlen, aber nun tue ich es. Ich muss auf sie aufpassen. Ich wüsste nicht, was ich anfangen sollte, wenn ich sie verlieren würde.
Ich nehme an, dass ich nach allem doch noch eine andere emotionale Verbindung aufgebaut habe, nachdem ich gedacht habe, ich könnte das nie wieder tun. Nicht nachdem Kylens Verlust das einzigste und beständigste Gefühl war das ich fühlen konnte.
Aber jetzt bin ich genauso besorgt, die Wildcards zu verlieren, wie ich damals um sie besorgt war. Nun sind sie mir genauso wichtig wie sie es war - wie sie es noch immer ist. Ich habe sie nie aufgegeben.
Ich werde sie finden, früher oder später. Aber die Wildcards, sie sind mir genauso wichtig. Ich werde sie genauso wenig aufgeben. Niemals.
Zu viel Schmerz kann jemanden zerstören. Ich möchte nicht, dass sie das gleiche durchmachen müssen wie ich. Jemanden zu verlieren, den man liebt, ist die Hölle.
Ich sah, wie mein Bruder in die Schlacht zog - stolz und von sich überzeugt. Ich sah, wie er mit vollem Herzen kämpfte - mutiger Dummkopf, der er war. Ich habe ihn ziehen lassen. Ich ließ ihn in das Feuer gehen und in den Rauch und das Blut.
Und später, als ich ihn in meinen Armen hielt - ein kalter, lebloser Körper - er, der so sehr an etwas geglaubt hat, dass er sich für das große Ganze geopfert hat. Was immer das gewesen sein mag.
Ich habe mal gedacht, dass nichts so weh tun könnte, wie Kylen zu verlieren. An diesem Tag, als ich Neils Leichnam in meinen Armen hielt, erkannte ich meinen Irrtum.
Und dann glaubte ich, dass nichts so schlimm sein könnte, wie ihn zu verlieren - bis ich meinen Eltern einen Brief schrieb, in dem ich ihnen mitteilte, dass er tot war.
Ja, das Leben war die Hölle, seitdem der verdammte Krieg ausgebrochen ist. Woran sollen wir in diesen Tagen glauben? Man hat uns so viele Lügen erzählt über das alles, dass wir nicht mehr zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden können oder wissen, für was wir kämpfen sollen.
Ich wollte die Wahrheit wissen. Ich wollte Antworten. Ich wollte nicht diese nutzlose Medaille, die sie mir geben wollten, dafür, dass ich Diane Haydens Leben gerettet habe.
Ich wollte nur die Wahrheit. War das zu viel verlangt? Sie musste es wissen. Aber ich hätte mir denken können, dass sie mir nichts sagen würde. Aber ich musste sie fragen. Ich musste es tun.
Und nun, wo sollen wir anfangen zu glauben? Und an was?
Ich glaube an das 58te. Ich habe es immer getan.
Sie werden für mich da sein, so wie ich immer für sie da sein werde. Wir haben keine Wahl, als zusammenzuhalten, in diesem Chaos, in diesem Wahnsinn, der um uns ausgebrochen ist.
Letztendlich weiß ich, sollte ich jemals den tiefsten Punkt in meinem Leben erreichen, ich werde immer das 58te haben, das mir Kraft geben wird.
Das ist etwas, was ich selbst erfahren habe.
Vorher war es immer Kylen, oder? Sie war alles, woran ich geglaubt habe. Alles, an was ich mich geklammert habe. Nun bin ich nicht mehr so dumm. Nicht mehr so ein verliebter Junge.
Ich bin Lieutenant Nathan West, ich bin ein Marine, ein Wildcard. Ich gehöre nun zum 58ten. Und sie gehören zu mir. Wir müssen zusammenhalten.
Kylen zu verlieren, ist nun nicht mehr der schlimmste Moment in meinem Leben gewesen. Der schrecklichste Augenblick in meinem Leben war der, wo ich dachte, wo ich glaubte, dadd alle vom 58ten tot wären.
Das war beängstigend. Sogar heute noch habe ich manchmal Erinnerungen daran - Alpträume.
Ich war damals verletzt, ich war desorientiert, ich konnte mich nicht mehr erinnern. Man sagte mir, die Wildcards wären tot, dass sie niemals wiederkehren würden.
Wie konnte ich es besser wissen? Ich erinnere mich, selbst als ich verletzt war und kaum bei Sinnen, verfolgte mich dieser Gedanke ununterbrochen. Alles andere war schwarzes Nichts und das einzige, woran ich mich festhalten konnte, war das Bild von Shane, Coop, Phousse und Paul. Ich klammerte mich daran, ich konnte nicht loslassen. Es war einfach so, sie waren alles, was mir geblieben war und ich konnte nicht auch sie noch verlieren.
Ich konnte es einfach nicht.
Ich erzählte McQueen, was ich niemandem sonst erzählen würde. Dass ich mir nicht mehr sicher wäre, ob Kylen noch am Leben war, irgendwo dort draußen. Aber dass ich mir sicher wäre, dass die Wildcards nicht tot waren. Dass ich es wusste. Es war die einzigste Sache, der ich mir absolut sicher war.
Dieses Erlebnis hat mich tiefgreifend verändert. Ich weiß endlich, wieviel sie mir alle bedeuten. Ich werde das niemals vergessen.
So habe ich wenigstens sie am Ende.
![]() Glaubt an mich. |
Kylen ist immer noch in meinem Herzen, aber
nun ist sie wie ein blasser Stern, der am Horizont scheint. Ich kann ihn sehen, ich kann
mir was auf ihn wünschen, aber ich kann ihn nicht erreichen. Doch ich denke, ich werde eines Tages zu ihm gelangen. Für jetzt ist das Marine Corps meine Realität. Und das 58te ist mein Leben. Nun habe ich eine wichtige Verpflichtung, eine echte Mission . Alles zu tun, die Chigs davon abzuhalten, unsere Leute zu vernichten. Zu verhindern, dass meine Kameraden sterben. Zum Gedenken von Neil zu kämpfen und zum Gedenken an all die anderen mutigen Soldaten, die ihr Leben im Kampf gelassen haben. Das ist jetzt meine Bestimmung, das ist mein Ziel. Das muss ich tun. |
The End
Übersetzt aus dem Englischen von: Claudia Silberborth
Claudia Silberborth
Copyright © 1999 Alle Rechte beim Autor. Nachdruck, aus Auszugsweise, Veröffentlichung oder Vervielfältigung jeglicher Natur ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors erlaubt.
Die Charaktere
und Situationen der Serie "Space: Above & Beyond" wurden von Glen
Morgan und James Wong, Fox Broadcasting und Hard Eight Productions kreiert und
basieren auf ihren Ideen. Alle Handlungen in dieser Geschichte sind frei
erfunden und nur die Charaktere stimmen mit "Space: Above & Beyond"
von Glen Morgan und James Wong überein.
Erklärung: Diese Seite ist nicht von FOX
Television Broadcasting Corporation, Hard Eight Productions, Glen Morgan oder
James Wong autorisiert. Copyright Verletzung ist in keinster Weise
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