... und das Leben geht weiter
(Teil 2)

"Wie kannst du dich nur so an die verraten? Du bist ein Tank, Hawkes. Ob du das wahrhaben willst oder nicht."
"Ich weiß das. Aber hier draußen ist das unwichtig. Wir sind alle Marines, sonst nichts. Und es wird langsam Zeit, dass du dich damit abfindest. Mit deiner Tour lebst du nicht mehr lange."
Da Chris ihm bereits den Rücken zugewandt hatte, verstand Cooper seine Antwort nicht mehr, aber im Grunde war es ihm auch egal. Er wußte nur zu gut, was in Chris vorging. Aber er bezweifelte, dass Chris dasselbe finden würde wie er.

Es waren wieder ein paar Tage nach ihrem Erlebnis auf dem Planeten vergangen, als Hawkes und West zum Commodore gerufen wurden. Die letzten Tage war nichts außergewöhnliches passiert, außer dass sie noch mehr Einsatze flogen als sonst.
"Sir."
Glen Ross bat seinen Lieutenants einen Platz an.
"Normalerweise halte ich Abstand zwischen mir und Unteroffizieren ein, aber bei Ihnen mache ich eine Ausnahme."
Coop und Nathan sahen sich verwirrt an.
"Keine Sorge," grinste Ross, "es ist nichts geschehen. Mir - mir geht es immer noch um Vansen und Damphousse."
"Haben Sie eine Vermutung, wo Aerotech sie hat hinbringen können?"
"Lieutenant West, Aerotech hat hier draußen Millionen Möglichkeiten. Ich wußte nichts über dieses Lager und ich zweifele keine Sekunde, dass es nicht noch mehr davon gibt."
"Aber dieses haben wir auch gefunden."
"Glück, Hawkes. Das war Glück. Es wird schwer werden, das ist Ihnen hoffentlich bewußt und vielleicht werden Sie sie nie finden."
"Das hab' ich schon mal gehört," schnaufte Nathan. Mit einem tiefen Seufzer lehnte sich Ross in seinen Stuhl hinein, die Augen geschlossen.
"Dass Sie Ihre Freundin gefunden haben, hat nichts mit dieser Sache zu tun, Lieutenant. Aber es hat gezeigt, dass Sie nicht aufgeben, egal wie schlecht die Chancen stehen."
Ross sah West scharf an. "Aber Captain Vansen und Lieutenant Damphousse werden nicht von den Chigs festgehalten und den Grund von Aerotech wissen wir nicht. Ist Ihnen vielleicht noch etwas eingefallen, was Sie bisher übersehen hatten?"
Nathan schüttelte den Kopf und auch Cooper konnte nicht weiterhelfen.
"Ich brauche Beweise, etwas Handfestes, sonst kann ich leider nicht mehr viel tun."'
"Sir, Sie können sie doch nicht im Stich lassen!" empörte sich Hawkes.
"Falls Sie es vergessen haben, wir befinden uns im Krieg. Ich kann Sie nicht auf eine aussichtslose Suche nach jemanden schicken, der offiziell tot ist."
"'Wir haben sie gesehen!"
"Sie, Lieutenant Hawkes, haben Captain Vansen nur sehr kurz gesichtet oder irre ich mich da?"
Cooper ballte eine Faust, damit er nicht noch einmal die Fassung verlor.
"Vielleicht haben wir mehr entdeckt als wir das zweite Mal unten waren."
"Ja, vielleicht, aber da Sie sich nicht erinnern können, müssen wir davon ausgehen, was Sie genau wissen und das ist nicht viel."
"Und was bedeutet das, sir?"
Im Grunde fürchtete sich Nathan vor der Antwort des Commodore's, aber er mußte diese Frage einfach stellen.
"Sie werden weiterhin an diesem Krieg teilnehmen und Ihre Aufgaben als Marines erfüllen. Alles andere müssen wir abwarten."
"Abwarten. Das wird Shane viel helfen."
"Hawkes..."
"Nein. Das ist nicht fair. Wie kann Aerotech so eine Macht über Sie haben?"
Verbittert biß Ross die Zähne zusammen. Diese Frage hatte auch er sich schon gestellt, aber eine Antwort hatte er nicht gefunden.
"Ich weiß es nicht, Lieutenant. Ich kann Ihnen versichern, dass es mir alles andere als gefällt, aber ich kann nichts gegen Aerotech unternehmen. Zur Zeit trage ich die Verantwortung über eine Menge Leben, Ihres eingeschlossen, so dass Aerotech im Moment nicht mein größtes Problem ist. Denn der Feind sind immer noch die Chigs."
"Sir, es muß doch etwas geben, was wir tun können?"
West's Augen flehten ihn beinah' an, eine positive Antwort zu geben. Aber das konnte er nicht.
"Es tut mir leid. Das einzige, was Sie tun können, ist die Augen offenhaften. Ich werde mein bestes tun, um etwas herauszufinden, aber das ist auch schon alles."

Tief in sich drinnen verletzten Ross die vorwurfsvollen Blicke, die Hawkes und West ihm zuwarfen. Äußerlich dagegen blieb er gelassen, wie so oft. Manchmal hasste er es, der Commodore zu sein. Es wurde von Tag zu Tag schwieriger. Die einzige Hoffnung war McQueen. Mit seiner Unterstützung ließ sich diese Bürde eher er tragen. Schon sehr bald würde Ty wieder auf der Saratoga sein. Nach dieser, für sie deprimierenden, Unterhaltung versuchten Coop und Nathan, in der Taverne ein wenig abzuschalten. Ihre Einheit befand sich ebenfalls dort, aber keiner der beiden hatte Lust, sich mit ihnen zu unterhalten. Die einzigen freien Plätze waren an der Bar, neben Chris. Nach kurzem Zögern nahm Cooper Platz. Nathan ebenfalls. Ein wenig verwundert drehte Chris seinen Kopf zur Seite.
"Wie komme ich zu der Ehre?"
"Zwei freie Stühle, sonst nichts."
Chris nickte und trank sein Glas aus. Er hatte viel durchmachen müssen und seit dem war Coop der erste, dem er wenigstens teilweise traute. Dennoch hatte er nicht vor, mit ihm sowas wie eine Freundschaft einzugehen. Diesen Fehler hatte er einmal begangen und nie wieder. Ihm war egal, was aus den anderen wurde, zumindest redete er sich das ein. Denn langsam begann auch seine harte Schale zu bröckeln. Aber lieber würde er sterben als das jemals zu akzeptieren.
"Hey, Chris, du hattest übrigens recht. Das mit Sanchez war wirklich nicht deine Schuld."
Sam stand nun hinter ihnen, mit einem Grinsen im Gesicht. Chris reagierte nicht darauf. Aber was anderes hatte sie eh' nicht erwartet.
Cooper drehte sich zu ihr um.
"Willst du dich setzen?"
Ein wenig verwundert, sah Sam ihn an. "Äh, nein, lass' mal. Wieso kommt ihr nicht zu uns?"
"Versteh' das nicht falsch" begann Natharn, ". .. aber uns ist nicht nach freundlichem Gerede zumute. Wir haben von Ross erfahren, dass sie nicht mehr nach Vansen suchen werden."
"Was? Das können die doch nicht machen!"
Nathan bat Sam, etwas leiser zu sprechen.
"Ihr beide habt sie doch gesehen. Ross kann das nicht ignorieren."
"Hast du einen Vorschlag, wo sie anfangen sollten?"
Das überzeugte auch sie.
"Und was habt ihr jetzt vor?"
Cooper zuckte mit den Schultern. "Nichts. Was hast du denn gedacht?"
Nach einem Grinsen wandte sich Sam wieder ab und ging zum Tisch der anderen zurück.
"Wieso glaubt sie mir nicht? War ich..."
Mit einem Schmunzeln legte Nathan eine Hand auf Coop's Arm. "Du bist ein miserabler Lügner, ganz einfach."

Zwei Tage später hatte das 58ste einen Bodeneinsatz auf dem Planetan Ares, Vorgesehen war, dass sie als Unterstützung für das 39ste mitkamen, aber kurz nach der Landung brach die Hölle auf sie herein.

"Hawkes, McDowell, Lewis... gebt uns Deckung'" Anderson schrie aus vollem Hals heraus, aber er konnte durch das Gewehrfeuer und die Explosionen kaum sein eigenes Wort verstehen. Dann sah er Cooper's nach oben gerichteten Daumen und wußte, dass man ihn verstanden hatte. Noch lagen sie alle hinter einem relativ sicheren Hügel, doch das 39ste war in großen Schwierigkeiten und einige Meter weiter vorne. Die Chigs griffen von beiden Flanken an, zusätzlich zu der Chigstellung auf 12 Uhr. Wenn sie jetzt noch von hinten angreifen würden, saßen sie wirklich in der Patsche.

"Hawkes, Lewis ist verletzt. Sie blutet!" Chris hatte aufgehört zu schießen und beugte sich über die verwundete Kameradin.
"Chris, Chris" Schieß' weiter! Sonst werden noch mehr von uns draufgehenl" Der sonst so gleichgültig tuende InVitro umfasste sein M-590 fester und ließ von Jennifer ab.
"Aber sie wird sterben!"
"Es ist Krieg. Das passiert."
"Wenn Sam da liegen würde, wär‘ es dir nicht so egal!"
Cooper wollte schon auf Chris' Stachelei eingehen, als er mitansehen mußte, wie Conroy zu Boden ging.
"Verdammt!" zischte Hawkes und hörte dann Anderson's Stimme aus dem Com.
"Hawkes, ihr seid dran. Macht schnell!"
"Captain, Lewis ist verwundet und Conroy hat's auch erwischt."
"Ich weiß. Na los!"

Ohne zu zögern, nahm Cooper die verletzte Lewis auf den Arm und rannte los. Die Einschüsse auf dem Boden wirbelten Sand und Steine auf und Cooper hatte große Mühe, ihnen auszuweichen. Aber er hatte schon schlimmeres erlebt. Hinter ihm schrie McDowell auf, aber er lief weiter, wie Hawkes unschwer überhören konnte.
"Bist du getroffen?" keuchte Cooper.
"Ich werd's überleben. Geht's nicht schneller?"
Als sie den Rest ihrer Truppe erreicht hatten, legte Hawkes Jennifer zu Boden und fing an, wieder auf den Feind zu schießen. Die Chigs hatten sie bald wirklich in der Zange und vom 39sten hatte keiner überlebt. Also waren sie auf sich allein gestellt bis der Transporter sie wieder abholte.

"Hawkes, nun zeig' mal, ob du so ein guter Schütze bist wie behauptet wird. Wir müssen sie irgendwie aufhalten, bis Verstärkung kommt."
"Captain, das sind einfach zu viele. Hoffentlich beenden die ihr Kaffeekränzchen so schnell wie möglich!"
"Hawkes, unsere Verstärkung ist so schnell da wie nur irgend möglich und wenn du..."
"Deckung!!"

Ein paar Meter werter detonierte eine Bombe und der Druck schleuderte Mitchel und Masters gegen einen Felsen. In Cooper machte sich plötzlich Panik breit. Er wollte nach Shane nicht noch jemanden verlieren, der ihm etwas bedeutete. Deswegen verließ er seine Stellung und stürzte zu den beiden Frauen hin, um ihnen zu helfen.
"Sam? Sam, sag doch was!" Behutsam nahm er ihr den Helm ab und wischte ihr das Blut von der Wange.
"Sam!"
Dann machte sie die Augen auf und Coop atmete erleichtert aus.
"Hey, du hast mir einen ganz schönen Schrecken eingejagt." Sie lächelte schwach und versuchte, sich zu bewegen.
"Verdammt, Hawkes! Geh' zurück auf deine Stellung! Wir werden sonst überrannt!" Cooper vergewisserte sich, dass Sam alleine zurechtkam, um dann wieder in Stellung zu gehen, Er erntete zwar einen vor-wurfsvollen Blick von Anderson, doch das war ihm egal. Ihn interessierte nur noch das Leben seiner Freunde und Sam gehörte aus für ihn unverständlichen Gründen bereits dazu.

Der Transporter kam wirklich in letzter Sekunde. Der Verstärkungstrupp drängte die Chigs immer weiter zurück, so dass das 58ste evakuiert werden konnte. Das Ergebnis dieser Mission war miserabel: kein Bodengewinn und vier Verletzte.

Bei Ross machte sich langsam Unmut über den neuen Verlauf des Krieges breit. Mit der Operation Roundhammer hätten sie wirklich eine Chance gehabt, aber es war gründlich fehlgeschlagen. Der große Plan war lange überdacht gewesen und nun mußten sie praktisch von vorn anfangen. Und das auch noch ohne die Wildcards. Wie stolz war er immer auf sie gewesen... Seit ihrem "Tod" hatte er seine geliebte Gitarre nicht mehr in der Hand gehabt, obwohl sie ihm sonst immer über alles hinweggeholfen hatte. Vielleicht fehlte ihm auch einfach der Zuhörer in Gestalt von Ty. Er war sich nicht sicher, aber McQueen würde ja bald zurückkehren. Dann wurde auch er sich nicht mehr so einsam fühlen. So einsam, wie sich Vansen und womöglich auch Damphousse zur Zeit fühlen müssen, dachte er verbittert.

Auf der Erde:
McQueen lehnte sich gerade an die Tor und beobachtete Megan, wie sie ihren kleinen Sohn ins Bettchen legte. Er fühlte sich geborgen wie noch nie zuvor in seinem Leben und er genoß diese friedliche Atmosphäre sehr. Ty war glücklich hier unten, doch ein innerer Drang zog ihn von hier weg, in den kalten Weltraum zurück. Er wußte nur noch nicht, wie er das Megan beibringen sollte. Sie streichelte Ihr Baby zärtlich über das Pausbackchen und lächelte. Nur Mütter haben solch ein zufriedenes, strahlendes Lächeln, schoß es McQueen durch den Kopf. Langer konnte er einfach nicht warten.
"Megan, ich..."
"Ich weiß. Du mußt zurück zu deiner Einheit."
Er nickte. Langsam ging Ty auf sie zu. "Es tut mir leid."
Das Lächeln war verschwunden, als er nun direkt neben ihr stand. Ihr Blick war weiterhin starr auf das Baby gerichtet.
"'Wenn es dir leid tut, solltest du nicht gehen."
"Ich - ich habe die Verantwortung über meine Jungs. Hawkes und West sind die einzigen, die noch übrig sind. Sie brauchen mich."
"Nein, Ty. Du brauchst sie. Wann wirst du das endlich Zugeben?"
"Megan" begann Ty, während er seine Hand auf die ihre legte, "ich bin ihr vorgesetzter Colonel. Ich kann sie nicht wie meine Kinder behandeln."
"Aber das tust du doch!" Megan hatte sich umgedreht und sah ihn mit feuchten Augen an.
"'Würden sie dir nicht so viel bedeuten, würdest du hierbleiben. Bei uns."
"Nein, auch dann nicht. Das Corps ist mein Leben und das wird sich auch nicht ändern."
Ty versuchte krampfhaft, nicht die Kontrolle zu verlieren. Seine Gefühle sahen weit anders aus, aber er wollte Megan das Leid ersparen, falls ihm im Krieg etwas zustoßen sollte. Doch ihre Augen brachten sein Vorhaben ins Wanken. Seine bedachte Kühle und die Distanz bröckelten und das machte ihm Angst. Erst wuchsen ihm diese jungen Marines viel zu sehr ans Herz und nun auch noch Megan und das Baby. Mit ihr konnte er sich wirklich eine gemeinsame Zukunft vorstellen. Von Liebe zu sprechen, war noch zu früh, aber sie bedeutete ihm so unendlich viel. Für eine kurze Zeit hatte er sowas wie eine Familie besessen; hatte das Gefühl genossen, wie es ist, ein Vater zu sein, ein winziges Würmchen zu wickeln. Es hatte ihn mit größerer Freude erfüllt, als er es jemals für möglich gehalten hatte. Noch immer konnte er es nicht glauben. Aber das war nun vorbei. Sein Platz war auf der Saratoga. So schwer es ihm letztendlich auch fiel.
"Sie sind ein wundervoller Mann, Tyrus Cassius McQueen."
Mit sanften Augen sah er sie an und hob mit seinem Finger ihr Kinn leicht an.
"Und Sie sind eine wundervolle Frau." Liebevoll küßte er ihre Stirn und ließ seine Lippen eine Weile dort. Ihre Arme schlossen sich fest um seinen Körper, Sie wollte ihn nicht gehen lassen, aber sein Entschluß stand fest. Also mußte sie ihm das Gefühl geben, dass sie es akzeptierte.
"Colonel, gehen Sie zurück zu Ihren Wildcards und richten ihnen aus, dass sie gut auf Sie aufpassen sollen. Ich will Sie nämlich nach Ende des Krieges wieder hiersehen. "
Ty grinste. "Ich verspreche, dass ich wiederkomme."
"Nein, keine Versprechen. Ich hasse nichts mehr, als gebrochene Versprechen."
Ich habe nicht vor, mein Versprechen zu brechen."
Eine Träne lief Megan über die Wange.
"Pass' auf dich auf."
Zum Abschied gab er auch Klein-Ty ein Küßchen. Dann verließ er den Raum, ohne sich nochmals umzudrehen. Er könnte diese Augen kein zweites Mal verlassen.

Wieder auf der Saratoga:
"Gewonnen!" Charly und Sam fielen sich in die Arme, als Sam den Pfeil genau ins Bulleye geworfen hatte. Endlich hatten sie Coop und Nathan mal besiegen können.
Auf dem Weg zu ihrem Tisch fing Cooper an, zu nörgeln, "Hättest du dich ein bißchen mehr angestrengt, dann hatten wir nicht verloren."
"Es ist nur ein Spiel, Coop. Lass' sie doch auch mal gewinnen. Das nächste Mal sind wir wieder an der Reihe."
"Mit dir als Partner?" Er grinste Nathan schief an. "Wie witzig"
Die vier saßen schon den ganzen Abend zusammen und unterhielten sich. Hawkes war sehr still, aber seine Blicke hafteten die ganze Zeit an Sam. Nathan stubste ihn hin und wieder an, damit es nicht zu auffällig wurde. Er verstand nicht, wie Coops Interesse an ihr so schnell gestiegen war. Oder hatte er es vorher einfach nicht bemerkt?
"West? Hey... " Nathan räusperte sich und sah Charly verwirrt an, "Was?"
"Du starrst Cooper an. Ist alles okay?"
Nickend nahm er sein Glas in die Hand und trank es mit einem Schluck aus.
"Es ist nur... ach, nichts. Entschuldigst du mich?"
Er verspürte den plötzlichen Wunsch, mit Kylen zu reden. Seit ihrem Abflug hatte er nichts mehr von ihr gehört und auch er hatte ihr nichts zukommen lassen. Das wollte er nun nachholen...
Mit einem tiefen Seufzer setzte er sich vor den Computer und überlegte, was er ihr schreiben könnte. Er wollte gerade anfangen, als er seine eigene SpaceNet-Adresse überprüfte. Ein Brief von Kylen...
"Lieber Nathan, es ist bereits ein paar Tage her, seitdem ich wieder auf der Erde bin. Soviel Zeit ist vergangen; so viele schreckliche Dinge sind passiert. Und in den ganzen Monaten, während ich in Gefangenschaft war, ließ mich nur ein Gedanke am Leben: Du. Als wir uns dann endlich wiedersahen, kam es mir so unwirklich vor. Ich könnte es einfach nicht glauben, dass du mich nicht aufgegeben hast, obwohl die Chancen nicht gerade günstig standen. Damals, auf Kazbek, wo ich dich für einige Sekunden gesehen habe, dachte ich, es wäre das letzte Mal gewesen. Aber das Schicksal hat es gut mit uns gemeint. Du hast mich gefunden.
Aber als ich dann im Transporter saß, auf dem Flug zur Erde, wurde mir bewußt, dass auch wir uns verändert haben. Nichts ist mehr so, wie es einmal war. Das konnte ich in deinen Augen sehen. Ich weiß nicht, was du durchmachen mußtest, aber den Nathan, den ich mal kannte, gibt es nicht mehr. Und die Kylen ebenfalls nicht.
Versteh' mich nicht falsch, ich liebe dich noch genauso wie damals, vielleicht sogar noch mehr, aber wir dürfen nicht vergessen, dass sich alles geändert hat. Ich hoffe, dass dieser furchtbare Krieg bald vorüber ist, damit wir uns endlich wiedersehen können. Jetzt bist du In den Tiefen des Weltalls und ich auf der Erde, aber noch nie zuvor kam sie mir so schön vor. Ich wünschte, du warst mit mir hier, aber ich verstehe Deinen Entschluß. Du sollst wissen, dass ich dich immer lieben werde, egal was geschehen wird. Ich werde da sein, wann immer du mich brauchen wirst. Daran wird sich nie was ändern. Oh, Nathan, wann wird dieser schreckliche Alptraum nur vorüber sein? Wieviele Menschen müssen noch sterben, bis diese Monster vernichtet sind? Gib'auf dich Acht, Nathan!

In Liebe, Kylen."

Nathan las diese letzten Zeilen immer wieder. Er konnte nicht glauben, dass Kylen wollte, dass die Chigs vernichtet wurden. Ja, sie waren der Feind und Kylen war für eine sehr lange Zeit ihre Gefangene gewesen, aber hatte sie noch immer nicht begriffen, dass Aerotech an allem schuld war? Dann fiel ihm ein, dass sie ja nichts von all dem mitbekommen hatte und das wollte er ändern.

"Liebe Kylen,

ich habe soeben deinen Brief gelesen. Ich freue mich wirklich sehr, dass es dir gutgeht und du sicher auf der Erde bist. Du hast recht. Es hat sich vieles geändert, auch wir. Nein, vor allem wir, In den vergangenen Monaten hatte ich nur ein Ziel vor Augen: dich zu finden. Ich riskierte mein Leben, das meiner Einheit und verlor sie letztendlich auch deswegen. Und so sehr es mich freut, dich gefunden zu haben umso schuldiger fühle ich mich. Meine Einheit... sie waren mehr als nur Freunde gewesen. Auch sie haben ihr Leben auf‘s Spiel gesetzt, nur um mir zu helfen, dich zu finden. Und jetzt bist du sicher, aber sie habe ich verloren. Ich weiß nicht, wie ich mir das jemals verzeihen kann.

Es tat so gut, dich in meinen Armen zu halten, dich zu küssen. Aber es ändert nichts daran, dass es in diesem Krieg um viel mehr als nur die Chigs geht. Denn sie sind nicht der einzige Feind. Vielleicht wirst du nicht verstehen, was ich damit meine und wahrscheinlich ist das auch besser so, Ich bin erwachsen geworden, Kylen. Ich habe hier Dinge gesehen und erlebt, die aus mir einen anderen Menschen gemacht haben. Ich möchte nur, dass du das weißt und falls das Schicksal will, dass wir uns eines Tages wiedersehen, soll es so sein. Dann werde ich dich in meine Arme schließen und dich nie wieder loslassen.

In ewiger Liebe, Nathan."

Nathan zögerte noch einen Moment und betätigte dann die Sendetaste. Er hoffte, dass sie es verstehen würde. Aber wenn er ehrlich war, war es für ihn nicht mehr so wichtig. Das einzige, an was er im Moment dachte, waren Shane und Vanessa. Es war wohl die Ironie des Schicksals, dass seine Suche nach Kylen zu dem Zeitpunkt ein Ende genommen hatte, wo die Suche nach seinen Freunden begonnen hatte. Nach einem langen und tiefen Seufzer stand er auf, schaltete den Computer aus und ging zurück zum Quartier.

Cooper und Sam waren die einzigen, die sich noch in der Taverne aufhielten. Sie erzählte ihm von ihrer Kindheit, was ihr sichtlich schwerfiel. Cooper hatte sich zwar immer eine Familie gewünscht, aber was Sam ihm berichtete, war für ihn unverständlich. Wie konnte man als Vater nur so verantwortungslos sein?
"Und du hast deinen Vater nie wieder gesehen?"
"Nein." Sam schüttelte den Kopf "Ich weiß nicht mal, ob er noch lebt."
Für einen kurzen Moment dachte Cooper, Sam wurde anfangen zu weinen, doch sie hatte sich sofort wieder im Griff.
"Auf jeden Fall änderte sich nicht allzuviel für mich. Ich meine, ich war ja schon 15 und hatte seit Jahren einen Job. Mit der Schule hatte ich auch keine Probleme. Außerdem hatte ich Mike."
Als sie seinen Namen erwähnte, straffte sich Cooper unwillkürlich. Sie hatte bisher nur einmal kurz über ihn gesprochen und sich da auch nur sehr vage ausgedrückt. Seiner Meinung nach hätte das ruhig so bleiben können.
"Mike's Eltern haben mich damals unterstützt. Dank ihnen konnte ich sogar auf’s College gehen. Aber das war nichts für mich... nicht meine Welt..."
Nachdenklich starrte sie in ihr leeres Glas.
"Vielleicht hatte ich auf Mike hören und nicht ins Corps eintreten sollen. Sie haben soviel für mich getan."
"Hey, es war deine Entscheidung. Und du bist ein guter Marine. Dein Mike soll endlich Ruhe geben und es akzeptieren."
Sie hob ihren Kopf und musterte Coop. "Er hat Ruhe gegeben. Seit ich eingetreten bin, habe ich nichts mehr von ihm gehört."
Ein winziges Grinsen huschte über sein Gesicht. Er hoffte, dass Sam davon nichts mitbekommen hatte.
"Oh... na, was machst du dir dann Sorgen?"
"Coop, er und seine Eltern waren immer für mich da. Und ich habe ihnen nicht einmal dafür gedankt."
"Äh... liebst... liebst du Mike noch?"
Sam war völlig überrascht von seiner Frage, aber nicht halb so sehr wie Cooper selbst. Eine Weile sahen sie sich einfach nur an. Keiner der beiden wußte, wie sie sich nun weiter zu verhalten hatten. Dann griff Cooper blind nach seinem Glas.
"Willst du auch noch was?"
Verwirrt schüttelte Sam den Kopf. Cooper stand auf und ging zur Bar. Ihre Blicke folgten ihm. Hatte er sie tatsächlich gefragt, ob sie Mike noch lieben würde?
Als er wiederkam, lächelte er sie unsicher an.
"Vergiß' die Frage. Es..."
"Ist schon in Ordnung. Ich war nur überrascht. Aber ich kann mich erinnern, dass ich dir darüber schonmal erzählt habe. Mike war nie so ein Freund, das weißt du doch."
Ganz langsam schüttelte Coop den Kopf. "Nein, weiß ich nicht." Dann riß Cooper die Augen auf. "Moment... ich kann mich doch erinnern. Du hast..." Er grinste. "Du hast mich geküßt. Ja, wir haben uns unterhalten und dann hast du mich geküßt."
Nun begriff auch Sam, was da vor sich ging. "Und weiter? Kannst du dich noch an andere Sachen erinnern?"
Er runzelte die Stirn. "Du meinst, wir haben mehr getan...?"
"Nein, das meine ich nicht." Sam war plötzlich sehr aufgeregt. "Deine Erinnerung kommt anscheinend zurück. Kannst du dich an die Anlage erinnern? Was Nathan und du gefunden haben ..." Cooper wurde blaß und befeuchtete sich die Lippen. "Nein, nei... nein, da..." Mit entgeistertem Blick schaute er sie an. "Ich muß sofort zu Nathan." Kaum hatte er das gesagt, sprang er auf und stürzte aus der Taverne. Nach einem letzten Schluck aus Cooper‘s Glas stand Sam ebenfalls auf, brachte ihre Gläser zur Bar und ging zurück in ihr Quartier.

"West... Nathan, wach auf!" Cooper rüttelte an Nathan, als ob es um Leben und Tod ginge. Verschlafen blinzelte er Cooper an und fragte, was denn los sei.
"Komm' mit" flüsterte Coop und zog seine Decke weg. In dem Moment betrat Sam das Zimmer. Sie und Cooper tauschten flüchtig einen Blick, bevor sie zu ihrem Spind ging und sich anfing, umzuziehen.
"Was ist denn so wichtig, Coop?"
"Ich kann mich wieder erinnern. Sie haben Shane weggebracht, als wir gerade in dieser Halte waren. Ihr..."
"Warte, warte, warte... wieso kannst du..."
"Keine Ahnung. Es kam ganz plötzlich. Lass' mich ausreden. Sie brachten sie in einen Armee-Transporter weg. Verstehst du? Die Chigs haben sie, Aerotech... wie kommen die alle an unsere Transporter ran?"
Nathan wirkte fassungslos. Er traute Aerotech schon lange nicht mehr, aber was sollte er nun davon halten?
"Bist du dir sicher?"
"Verdammt ja! Ich sehe Shane direkt vor mir. Und sie war okay!"
"Und Vanessa?"
Coop zuckte mit den Achseln. "Nein, sie war nicht da. Aber ich wurde ja gleich danach getroffen. Aber nicht von einem Chig."
"Jetzt schießt Aerotech schon auf Menschen... Das muß Ross erfahren. Los komm`!"
Doch bevor er losrennen konnte, wurde er von Hawkes festgehalten. "Ich denke, es wäre besser, wenn du dir erstmal was anziehen würdest."
"Ja, sind Sie noch zu retten? Wissen Sie eigentlich, wie spät es ist?" Commodore Ross wirkte sehr ungehalten, nachdem er die Tür geöffnet hatte. Er hatte bereits geschlafen und er konnte es gar nicht leiden, wenn er unfreiwillig geweckt wurde.
"Sir, es tut uns sehr leid, aber..."
"Lieutenant, gehen Sie mir aus den Augen. Ich muß morgen früh aufstehen."
"Sir." Hawkes drängte Nathan beiseite und sah Ross eindringlich an. Ross kannte diesen Blick. Genau wie bei McQueen konnte er Hawkes nicht davon abbringen, ihm zuzuhören. Also preßte er seine Lippen zusammen und ließ West und Hawkes eintreten.
"Ich hoffe für Sie, dass es wirklich wichtig ist. Sonst können Sie mich mal richtig wütend erleben."
"Ich weiß wieder, was in der Anlage passiert ist."
Ross setzte sich gerade auf seinen Stuhl, hielt jedoch in der Schwebe inne.
"Wie kommt das?"
"Sir, Captain Vansen ist am Leben. Wir haben die Typen dabei erwischt, als sie sie wegbringen wollten. Wir wurden auch nicht von den Chigs beschossen."
Ross lehnte sich tief in den Sessel hinein. "Wollen Sie damit andeuten, dass ein Mensch auf Sie geschossen hat?"
"Ja, sir, Aerotech war wohl dieses Geheimnis so viel wert, dass sie zwei Menschenleben dafür geopfert hätten."
'Und noch was." Nathan holte kurz Luft. "Dort unten gab es auch unsere Transportmittel. Shane... Captain Vansen sollte mit einem APC weggebracht werden. Wie kommt Aerotech an Transportmittel vom Militär dran?"
Zum ersten Mal sahen Cooper und Nathan einen hilflosen Commodore. Nichts war von der uner-schütterlichen Selbstsicherheit übriggeblieben.
"Wissen Sie, was das schlimmste an dieser Sache ist?"
Sowie Cooper als auch Nathan schüttelten den Kopf.
"Ich kann mit dieser Sache zu niemandem gehen. Immerhin war Diane Hayden im Vorstand von Aerotech, bevor..." Ross schloß die Augen; den Kopf auf seine gefalteten Hände gestützt. Cooper sah Nathan fragend an, doch dieser zuckte nur mit den Schultern.
"Sir. Was sollen wir nun tun?"
"Ich weiß es nicht, Lieutenant Hawkes. Ich weiß es nicht..."

"Hast du den Ausdruck in Ross‘ Gesicht gesehen?"
Auf dem Weg zurück stoppte Nathan an einem Sichtfenster und starrte gedankenverloren hinaus.
"Natürlich. Aber jeder würde wohl so reagieren, wenn er diese Nachricht erhalten würde, meinst du nicht auch?"
Doch Nathan antwortete nicht. In Gedanken sah er Shane, wie sie von Aerotechmitarbeitem ‚befragt' wurde...
"Coop, was wäre, wenn ich Schuld daran bin?"
"An was? Am Krieg?"
"Nein. Aber ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich Aerotech mißtraue. Vielleicht hat Diane Hayden von meiner Frage an sie, damals als Chartwell ermordet worden war, erzählt und sie sehen in uns alle eine Gefahr. Wenn sie deswegen festgehalten werden..."
Cooper packte ihn an den Schultern und schüttelte ihn leicht. "Hör auf. Du kannst dir nicht die Schuld an allem geben. Außerdem weiß mittlerweile jeder, dass Aerotech mehr weiß, als sie zugeben wollen. Der Chiggie-Botschafter..."
"'Wer glaubt schon einem Chig? Aber ich bin ein Mensch und vielleicht muß Shane nun das ausbaden, was ich angerichtet habe."
Verständnislos sah Cooper ihn weiter an. Irgendwie schaffte Nathan es immer wieder, ihn zu verwirren. Seine Schlußfolgerungen waren Cooper's Meinung nach völlig aus der Luft gegriffen. Aber Nathan sah die Dinge schon immer anders als er.
"Es ist egal. Warum es so gekommen ist, ist nicht wichtig. Wir müssen nur daran denken, wie wir sie wiederbekommen können. Mach' dir lieber Gedanken darüber."
Ein schwaches Lächeln erschien auf Nathan's Gesicht. Wenn Cooper wüßte, wie sehr er sich verändert hatte...
"Okay, ich werde es versuchen."
"Das reicht nicht. Shane und Phousse zahlen auf uns."
"Schon gut. Wenn wir doch nur wüßten, wo wir anfangen sollen...?"

"Hey, Taylor, wieso bist du hier?"
Robert sah von seinem Frühstück auf, einen verwunderten Blick im Gesicht.
"Wieso? Vielleicht wegen dem Krieg?"
Sam mußte grinsen. "Es gibt immer noch genug Jungs, für die das nicht Grund genug ist."
"Für mich ist es das aber. Meine Eltern waren zwar dagegen, aber letztendlich verstanden sie es."
Er schob sich den restlichen Bissen Brot zwischen die Zähne und spülte dann mit Orangensaft nach.
"Aber wenn ich das Essen noch langer genießen muß, bereue ich meinen Entschluß irgendwann."
Er lächelte ihr zu.
"Was haben deine Eltern gesagt, als du ihnen von deinem Vorhaben erzählt hast?"
"Ich habe keine Eltern mehr." Sam ließ ihr Brot fällen und schob das Tablett von sich weg.
"Das - das tut mir leid."
"Kein Problem. Es erspart mir den ganzen sentimentalen Quatsch."
"Hm. .. also ich bin froh, dass ich Eltern habe. Sie sind echt cool."
"Cool. .. " Sam mußte bei der Vorstellung von coolen Eltern grinsen. "Du hattest also eine schöne Kindheit."
Robert nickte. "Ja und deswegen bin ich hier. Damit sie auch in Zukunft sicher leben können."
Sam kaute unsicher auf ihren Fingernägeln herum. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass das Gespräch mit Taylor ihr so nahe gehen würde. Dann erblickte sie Nathan und Cooper und winkte sie zu sich herbei.
"Ihr seid ja schon fertig. Haben wir heute eine wichtige Mission?"
"Nee, nur zwei Patrouillenflüge. Wie habt ihr diesen Fraß so lange ertragen können? Ich geb' mir bald eine Fastenkur oder ich mach‘ 'nen Essstreik. Wie findet ihr das?"
Hawkes und West stimmten Taylor zu, nur Sam wirkte abwesend. Sie dachte noch immer an Robert's Worte. Ob sie ein anderer Mensch geworden wäre, wenn sie eine Familie gehabt hatte? Hatte sie sich auch fürs Corps gemeldet, wenn ihre Eltern sie gebeten hatten, es nicht zu tun? Plötzlich hatte sie das Gefühl, dass sie hier raus mußte. Sonst würde sie ersticken. Als sie aufsprang und aus der Offiziersmesse stürzte, stand Coop ebenfalls auf.
"Was?" Er sah Robert fragend an.
"Ich fürchte, dass ist meine Schuld. Ich habe von meinen Eltern gesprochen..."
Da fackelte Hawkes nicht lange und lief ihr nach. Es dauerte nicht lange, bis er sie eingeholt hatte.
"Sam... " Er umfasste ihren Oberarm und hielt sie fest.
"Hawkes, lass' mich in Ruhe. Ich will jetzt allein sein."
"Warum? Wieso wollt ihr immer allein sein? Das hat mir fünf Jahre lang nichts gebracht."
Nun blieb sie stehen. "Coop... das ist was anderes. Ihr InVitros habt von Anfang an keine Eltern, aber ich... ich..."
"Ach, und das macht es für uns einfacher oder was?!"
Ihr Hals schmerzte und sie mußte ein paar Mal schwer schlucken. "Ich weiß nicht, ob es einfacher ist aber einen Vater zu haben, der sich 13 Jahre einen Scheiß um dich kümmert und dann eines Tages gar nicht mehr heimkommt..."
Cooper sah, wie hart sie gegen die aufkommenden Tränen kämpfen mußte. Er wußte nicht, wieso, aber er tat das erste, was ihm dazu einfiel und nahm sie in den Arm. Während sie ihren Körper fest gegen seinen drückte, strich Coop ihr beruhigend über die Haare. Nun schloß auch er seine Augen. Trotz der Umstände tat es gut, sie einmal so nah' an sich spüren zu können. Und wie es aussah, erging es Sam nicht anders, denn es dauerte lange, bis sie sich von ihm löste. Ein dankbares Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. Dann gingen sie zu ihrem Quartier zurück, wo die anderen bereits warteten.

Nachdem sie die beiden Aufklärungsflüge hinter sich gebracht hatten, versammelten sie sich in der Taverne. Außer Cooper. Er zog es vor, seine Trefferquote bei dem Virtual Reality Spiel zu verbessern. Auf dem Rückweg entdeckte er zufällig Anderson, wie er irgendwelche Unterlagen an jemanden überreichte. Hawkes wich einen Schritt um die Ecke und wartete, bis dieser Typ an ihm vorbeiging. Ruckartig schoß sein linker Fuß nach vorne und der Typ legte sich flach auf die Nase.

Fortsetzung folgt ....

Claudia Norden

Copyright © 1999 Alle Rechte beim Autor. Nachdruck, aus Auszugsweise, Veröffentlichung oder Vervielfältigung jeglicher Natur  ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors erlaubt.  

Die Charaktere und Situationen der Serie "Space: Above & Beyond" wurden von Glen Morgan und James Wong, Fox Broadcasting und Hard Eight Productions kreiert und basieren auf ihren Ideen. Alle Handlungen in dieser Geschichte sind frei erfunden und nur die Charaktere stimmen mit "Space: Above & Beyond" von Glen Morgan und James Wong überein.

Erklärung: Diese Seite ist nicht von FOX Television Broadcasting Corporation, Hard Eight Productions, Glen Morgan oder James Wong autorisiert. Copyright Verletzung ist in keinster Weise beabsichtigt !