The Crusader Trilogy:
Part 1: The Rookie/Teil 1: Der Anfänger
Kapitel 1
Lautlos glitt die Crusader, das neueste Aerotech-Trägerschiff, durch den Raum. Die kleinen, aber kampfstarken SA-43s Angriffsjäger wirkten geradezu winzig gegen das gigantische Schlachtschiff und umschwärmten es wie Insekten. Auf der Brücke des gerade aus der Raumschiffwerft kommenden Schiffes stand Commodore Kyle Winters, ein hochge-wachsener und kräftiger Mann mit kurzgeschnittenem grauem Haar, einem grauen Vollbart, der sein kantiges Kinn wie einen schneebedeckten Berggipfel aussehen ließ und stechend tiefblauen Augen und betrachtete sein neues Schiff. An Bord der Crusader befanden sich 6400 Männer und Frauen unter seinem Kommando und das Schiff, sein Schiff, hatte genug Feuerkraft, um die Oberfläche eines Planeten in Asche zu verwandeln. Noch während er über die Möglichkeiten, die ihm dieses Schiff boten, nachdachte, wurde er vom Kom-munikationsoffizier aus seinen Gedanken gerissen. "Sir, der letzte Truppentransporter mit dem übrigen Personal ist soeben eingetroffen," berichtete der Kommoffizier. "Was? Oh äh, gut, gut. Sagen Sie den Führungsoffizieren der Marines, der Navypiloten, und der Army, sie sollen in einer Stunde in den Besprechungsraum kommen," erwiderte Commodore Winters noch etwas geistesabwesend zum Kommoffizier, ohne sich zu ihm umzudrehen. "XO, Sie haben die Brücke!" rief Winters über die Schulter und verließ die Brücke, um sich in sein Quartier zurückzuziehen und sich für die anstehende Besprechung vorzubereiten.
Eine Stunde später hatten sich im Besprechungsraum die ranghöchsten Offiziere der Marines, der Navy, und der Army eingefunden und warteten auf den Commodore. Der Commander der Marines an Bord war Colonel Harmon Redfield, ein großer durchtrainierter Mann mit dunklen Haaren und ebenso dunklen, aber warmen Augen. Der Geschwaderführer der Navyflieger hieß Mike Sorenson, ein blonder und recht dünn wirkender junger Mann, der frisch von der Akademie kam und andauernd ein dümmliches Grinsen auf den Lippen hatte, der aber ein wahres Fliegeras sein musste und der von seinen Leuten nur "Reaper" genannt wurde. Der dritte Mann war der befehlshabende Armyoffizier Major Krogan, ein Mann dessen Schultern fast so breit wie die Türen waren und der wie ein einziges Muskelgebirge wirkte, seine Haut war dunkel und sah fast wie Leder aus, sein Gesicht war eckig und hatte einen beinahe brutalen Ausdruck, aber seine Augen wirkten ruhig und berechnend. Als der Commodore den Raum betrat, nahmen die drei Männer Haltung an, Winters bedeutete ihnen mit einem Handzeichen, sich zu setzen. Als sich alle gesetzt hatten, begann der Commodore zu sprechen und blickte dabei jedem einzelnen tief in die Augen. "Meine Herren, ich habe Sie hierher beordert, um Ihnen den Grund für die strenge Geheimhaltung an Bord zu nennen. Dieses Schiff und seine Jäger sind mit einer neuartigen Technologie ausgerüstet, die es uns erlaubt, der Entdeckung durch den Feind zu entgehen." Sorenson und Krogan sahen den Commodore mit einem erstaunten Gesichtsausdruck an, nur Col. Redfield blieb ganz ruhig. "Ich sehe, dass Sie wissen wovon ich spreche, nicht wahr, Colonel?" fragte Winters und es war mehr eine Feststellung denn eine Frage. Alle drehten sich zu Redfield um und sahen ihn mit verblüfften Gesichtern an, aber der Colonel sagte kein Wort, sondern fixierte Winters mit einem äußerst ernsten Ausdruck und nickte nur be-stätigend. Sorenson war der erste der beiden Männer, der die Verblüffung überwand und seine Sprache wiederfand, aber als er zu sprechen begann, bebte seine Stimme noch und er sprach deshalb sehr langsam. "Aber wie...woher stammt diese Technik?" wollte er wissen, aber Winters sah ihn nur an und sagte dann mit einem lächeln zu ihm: "Diese Frage sollten Sie vielleicht lieber Colonel Redfield stellen, er kann ihnen darüber mehr erzählen als ich." Sorenson verstand immer noch nicht und hatte noch eine Menge Fragen, die er Redfield früher oder später stellen würde. Aber noch bevor einer der drei Männer noch etwas sagen konnte, straffte sich Winters und sagte mit kühler und endgültiger Stimme: "Damit wäre diese Besprechung beendet, wegtreten!" Die drei Männer erhoben sich von ihren Stühlen, nahmen Haltung an und sagten wie aus einer Kehle: "Jawohl, sir". Winters verließ den Raum und ließ die drei Männer im Besprechungsraum zurück.
"In Ordnung Redfield, raus mit der Sprache, warum wussten Sie als einziger von uns von dieser >Tarnvorrichtung<?" wollte Sorenson wissen und Krogan wartete ebenfalls auf eine Antwort. "Na gut, ich erzähle Ihnen alles, aber ich würde vorschlagen, die Sache an einem angenehmeren Ort zu besprechen," antwortete Redfield und bedachte dabei die beiden Männer mit einem verschwörerischen Blick. "Und welchen Ort schlagen Sie vor?" fragte Krogan. "Nun, ich hatte an die Offiziersmesse gedacht, was halten Sie davon?" erwiderte Redfield mit einem breiten Grinsen und sah dabei Sorenson an, der ebenfalls anfing zu grinsen. "Klingt gut, was meinen Sie?" meinte Sorenson und drehte den Kopf leicht zur Seite, ließ Redfield aber nicht aus den Augen. "Ist mir recht," stimmte der Major zu und die drei Männer verließen gemeinsam den Besprechungsraum.
Die drei Männer saßen an einem Tisch in der Ecke der Messe und tranken ihr Bier, während Col. Redfield alles erzählte, was Sorenson und Krogan wissen wollten.
"Ich verstehe, Ihre Frau hat also dieses Gerät entwickelt, richtig?" fragte Sorenson. "Richtig, ich habe sie seit der Fertigstellung des Prototyps nicht mehr gesehen. Man sagte mir, sie hätte wie immer das Labor verlassen, aber sie ist niemals angekommen," erwiderte Redfield und sah dabei mit einem von Sorgen und Schmerzen erfüllten Blick in sein Bier. Krogan beugte sich nach vorne und sah den Colonel ernst an, bevor er fragte: "Glauben Sie Aero-tech steckt hinter dem Verschwinden Ihrer Frau?". Redfield hob ruckartig den Kopf und sah ihn an.
"Ja, das glaube ich! Aber ich kann es nicht beweisen. Zumindest jetzt noch nicht..." Noch bevor die drei Offiziere ein weiteres Wort wechseln konnten, wurden sie von einem jungen Lieutenant unterbrochen, der an den Tisch gestürmt kam und sofort Haltung annahm. "Entschuldigen Sie, wenn ich störe, aber ich soll Colonel Redfield zu Commodore Winters begleiten. Wenn Sie mir also bitte folgen würden, sir!" sagte der junge Mann und trat einen Schritt vom Tisch zurück.
"Kann ich wenigstens mein Bier noch austrinken, Lieutenant?" fragte Redfield, während er den jungen Mann mit einem genervten Blick ansah.
"Es tut mir leid sir, aber der Commodore hat gesagt, Sie sollen sofort zu ihm kommen," erwiderte der Lieutenant, der immer noch steif wie eine Statue dastand und wartete.
"Na schön, ich komme mit. Nicht mal sein Bier kann man hier in Ruhe trinken," sagte Redfield resigniert und stand auf, um dem Lieutenant zu folgen. Er verließ hinter dem Lieutenant die Messe und ließ die beiden anderen Offiziere an dem Ecktisch zurück.
Als sie den Bereitschaftsraum des Commodores erreichten, blieb der Lieutenant stehen und bedeutete dem Colonel, den Raum zu betreten. Nachdem er eingetreten war, nahm er Haltung an und sagte: "Colonel Redfield meldet sich wie befohlen zur Stelle, Sir!"
"Stehen Sie bequem, Colonel," sagte der Commodore, der hinter seinem Schreibtisch saß und einige Unterlagen studierte.
"Colonel, ich habe Sie hierher kommen lassen, weil ich eine Mission für Sie habe. Wie Sie wissen, sind die neuen Jäger noch nicht unter Einsatzbedingungen getestet worden. Dass sie fliegen, ist zwar bewiesen, aber ob sie gegen den Feind auch wirklich den gewünschten Effekt haben, wissen wir bis jetzt noch nicht. Deshalb erteile ich Ihnen den Auftrag, den neuen Jäger bei einem Aufklärungseinsatz in feindliches Gebiet zu testen. Wir befinden uns hier im Moment in der Nähe eines vom Feind gehaltenen Planeten Namens IXION. Unser Nachrichtendienst sagt, dass dieser Planet nur leicht bewacht ist und deshalb werden Sie Morgen früh um genau 09.00 Uhr zu Ihrer Mission nach Ixion starten. Haben Sie das alles verstanden?" fragte der Commodore und sah Redfield genau in die Augen.
"Absolut, sir. Ich werde meine Staffel sofort davon informieren." antwortete Redfield.
"Nein Colonel, Sie werden alleine diese Mission fliegen!" erwiderte der Commodore kühl.
"Aber warum soll ich diese Mission alleine fliegen, sir?" wollte Redfield wissen. "Weil Sie der einzige sind, der es schaffen würde, zurückzukommen, auch wenn das Tarnfeld nicht funktionieren sollte. Außerdem ist es für einen einzelnen Jäger leichter, am Feind vorbei zu schlüpfen als für eine ganze Staffel. Sie sind der beste und diese Mission sollte nur der beste fliegen, haben Sie mich jetzt verstanden?" fragte Winters und sah Redfield dabei direkt in die Augen.
"Voll und ganz, sir," erwiderte Redfield. "Gut, wegtreten!" sagte Winters und widmete sich wieder seinem Papierkram. Der Colonel salutierte und verließ dann mit äußerst gemischten Gefühlen den Bereitschaftsraum des Commodores.
Um 08.30 Uhr betrat Colonel Redfield den Hangar der Crusader und begann damit, in aller Ruhe die Checkliste durchzugehen.
"Guten Morgen, Colonel! Sie sind heute aber reichlich früh hier," sagte eine vertraute Stimme hinter Redfields Rücken.
"Guten Morgen Charlie! Ich möchte nur alles sorgfältig überprüfen, das sind schließlich noch Prototypen und ich möchte wissen, dass alles hundertprozentig funktioniert, das ist alles," erwiderte Redfield und sah den Wartungstechniker grinsend an.
Es war bereits kurz vor 09.00 Uhr als Redfield seine Checkliste beendete, er hatte sie min-destens viermal wiederholt, um ganz sicher zu gehen, denn er hatte immer noch so ein merkwürdiges Gefühl, dass irgend etwas schiefgehen würde. Als er noch einmal aus dem Cockpit stieg, um einen letzten Blick auf die Kupplungen und Anschlüsse an den Seiten der Kanzel zu werfen, bemerkte er, dass ihn Commodore Winters vom Besprechungsraum aus beobachtete und ihm mit ernstem Blick zunickte. Redfield nahm Haltung an und salutierte, bevor er wieder das Cockpit bestieg und seinen Helm aufsetzte.
"Viel Glück, Harm," sagte Charlie, noch bevor er eiligst den Hangar verließ. Kurz nachdem sich die schweren Druckschotts geschlossen hatten, wurde das Cockpit nach unten ge-fahren und eingekuppelt.
"Hier Shadow, erbitte Starterlaubnis," meldete sich Redfield und wartete auf die Bestätigung von der Brücke, die auch sofort kam.
"Verstanden Shadow. Starterlaubnis erteilt, viel Glück."
Mit diesen Worten öffneten sich die mächtigen Hangartore und entließen das kleine Schiff in die Unendlichkeit.
"Ich habe wirklich kein gutes Gefühl dabei, einen so guten Mann in den Tod zu schicken!" sagte Winters, nachdem das Cockpit von Colonel Redfield im Hangarboden verschwunden war, zu einer Person, die direkt hinter ihm im Schatten stand.
"Ja, das kann ich durchaus verstehen, aber es ist nun einmal notwendig," sagte der Mann im Schatten.
"Warum? Um was geht es? Was hat er Ihnen getan, um den Tod zu verdienen?" wollte Winters wissen.
"Das hat Sie nicht zu kümmern. Sagen wir einfach, er könnte extrem geschäftsschädigend für uns werden," erwiderte der Mann.
"Herrgott, der Mann hat eine Familie. Er hat eine Frau und einen Sohn! Sie können doch nicht einfach..." sagte der Commodore, der jetzt endgültig die Geduld verlor.
"Oh doch wir können. Sie haben ja nicht die geringste Ahnung davon, was wir alles tun kön-nen. Im Übrigen fürchte ich, dass von seiner Familie nur noch sein Sohn übrig ist, denn was seine Frau betrifft, befindet sie sich zur Zeit in unserer Obhut und wenn Sie nicht wollen, dass Ihrer Familie etwas ähnliches passiert, dann sollten Sie besser mitspielen. Denn ver-gessen Sie niemals, dieses Schiff und seine Besatzung gehören uns und deshalb werden Sie auch alles tun, was Ihnen gesagt wird! Haben Sie mich verstanden?" fragte der Mann in einem ebenso wütenden wie bedrohlichen Tonfall.
"Ja!" antwortete Winters
"Exzellent ! Dann werde ich jetzt gehen, mein Taxi wartet. Aber ich werde wiederkommen." sagte der Mann, bevor er den Raum verließ und den Commodore allein zurückließ.
Als der Mann die Tür geschlossen hatte, drehte sich Winters noch einmal um und sah hinunter in den Hangar, wo vor kurzem noch das Cockpit von Colonel Harmon Redfields Hammerhead gestanden hatte, des Mannes den er gerade in den sicheren Tot geschickt hatte.
"Es tut mir leid!" sagte Winters leise und er wusste, dass er für den Rest seines Lebens damit leben musste, einen unschuldigen Mann ins Verderben geschickt zu haben.
Ende Teil 1.
Christian Felser
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Die Charaktere
und Situationen der Serie "Space: Above & Beyond" wurden von Glen
Morgan und James Wong, Fox Broadcasting und Hard Eight Productions kreiert und
basieren auf ihren Ideen. Alle Handlungen in dieser Geschichte sind frei
erfunden und nur die Charaktere stimmen mit "Space: Above & Beyond"
von Glen Morgan und James Wong überein.
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