Eine ganz besondere Mission

"Wohin soll’s denn diesmal gehen?" Cooper Hawkes schaute zu Shane herüber.

Die WildCards hatten sich Punkt 0700 im Briefingraum versammelt, um den neuen Einsatzplan zu erhalten. 

Bevor Shane etwas sagen konnte, betrat auch schon Colonel McQueen den Raum. Ohne lange Vorrede kam er gleich zur Sache: "Also es geht um Folgendes: 5-8, Sie haben die Aufgabe, einen Planeten namens Tartarus II auszukundschaften. Die Zone ist heiß, Chig-Territorium. Der Planet besitzt eine atembare Atmosphäre, das ist aber auch das einzig positive. Wie auf Tartarus I gibt es dort starke elektromagnetische Störungen. Funkkontakt wird nicht möglich sein."

"Na hoffentlich haben die Chigs dort nicht auch so eine Nervengasbombe hinterlassen, die unsere Ängste schürt!" murmelte Cooper vor sich hin.

Shane sah auf einmal sehr blass aus. 

Paul blickte zu Vanessa und gab ihr ein aufmunterndes Lächeln. Dann streckte er, so dass es McQueen nicht sehen konnte, seinen Daumen in ihre Richtung in die Höhe. Damphousse lächelte und nickte zurück.McQueen hatte es natürlich doch gesehen. Er stemmte seine Arme in die Hüften und räusperte sich, um Wangs Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

"Es freut mich, dass Sie so optimistisch sind, Lieutenant. Aber vielleicht können Sie in der Einsatzbesprechung noch etwas erfahren, dass Ihnen dort unten das Leben retten wird. HABE ICH MICH DEUTLICH AUSGEDRÜCKT?!"

"JA SIR !" Wang rutschte ganz tief in seinen Stuhl, um bloß nicht weiter aufzufallen. Bald hatten die WildCards das Wichtigste erfahren. 

Auf dem Planeten wurde eine Chigbasis vermutet - von dort wurden die Schiffe in diesem Quadranten anscheinend mit Nachschub versorgt. Der Ort war perfekt für eine geheime Station, denn die Störungen in der Atmosphäre machten es unmöglich , genaue Satellitenbilder aufzunehmen. Deshalb musste das 58te runter, um Informationen zu beschaffen, so dass ein Angriff geplant und ausgeführt werden konnte. 

Dreißig Minuten später saßen sie bereits in einem Mannschaftstransporter, der sie runter auf den Planeten brachte.

"Okay, Leute! Lasst uns den Chigs den Arsch aufreißen!" Mit diesen Worten leitete Shane Vansen die Mission ein... 

Andere Zeit, anderer Ort: 1999 - Cheyenne Mountain Complex - der Sitz des North American Aerospace Defense Command oder anders ausgedrückt: das Command Center for North American Air and Space Defense. Ein mindestens geheimnisvoller Ort wie Area 51! Hier gab es viele geheime Projekte, Stargate war nur eines davon, aber sicher das Interessanteste. 

Das Tor führte in andere Welten, die viele Lichtjahre von der Erde entfernt waren. Tausende von Jahren in der Vergangenheit hatten die Goa’uld - eine parasitäre Alienrasse - dieses Gate, das damals noch in Ägypten stand, auf der Erde genutzt, um Menschen verschiedener Kulturstufen zu entführen und sie überall in der Galaxis zu verstreuen und sie auszubeuten - als Arbeiter und als Wirte für ihre Larven. Nun nutzten die Menschen das Tor, um den Kontakt mit jenen anderen Menschenpopulationen wiederherzustellen und - soweit es möglich war - Waffen und Technologien zu finden, die sie dazu befähigen würden, die Goa’uld zu besiegen.

Die Mission war genau definiert: "Aufklärung zu betreiben, mögliche Gefahren zu erkennen und wenn möglich friedlichen Erstkontakt herzustellen" - mit so vielen Welten wie nur möglich." 

Man nutzte die schnellsten Computer der Welt, um die genauen Koordinaten eben dieser Welten zu berechnen. 

Die Missionen der Stargate-Kommandos waren notwendig, um das Überleben der Erde sicherzustellen in einem nicht erklärten Krieg gegen die Goa’uld, die die Stargate-Technologie dazu nutzten, um intergalaktisch zu reisen - ganz einfach durch das Öffnen von Wurmlöchern zwischen zwei genau festgelegten Koordinaten im dreidimensionalen Raum. 

"Hallo Sportsfreunde!"

Da war auch schon Colonel Jack O’Neill, der in letzter Minute in den Besprechungsraum stürzte. Sein Adrenalinspiegel war ziemlich hoch, denn beinahe wäre er zur Einsatzbesprechung zu spät gekommen. Und dabei brannte er darauf, auf eine neue Mission zu gehen, lag doch die letzte bereits zwei Wochen zurück. 

Sein Team - SG-1 - hatte das Privileg, den Erstkontakt auf den angewählten Planeten herzustellen und Aufklärung zu leisten; andere SG-Teams folgten ihnen auf weiteren Missionen, wenn es sich lohnte. Diese Einheiten bestanden aus den besten Leuten der Air Force, Army, den Marines und der Navy.

Die beiden anderen Wissenschaftler in seinem Team, Dr. Daniel Jackson und Captain Samantha Carter - Astrophysikerin und Expertin für das Stargate - mochten über die mitgebrachten wissenschaftlichen Daten und sonstige Mitbringsel vom letzten besuchten Planeten aus dem Häuschen sein und sich damit wochenlang beschäftigen können, aber O’Neill konnte sich dafür nicht begeistern. Das war auch gar nicht seine Aufgabe. Er wollte nur eine weitere Möglichkeit, gegen die Goa’uld zu kämpfen und ihnen kräftig in den Hintern treten. 

Er war ein guter Offizier, aber er neigte dazu, etwas ungeduldig zu sein. "Wohin soll’s denn diesmal gehen?" fragte er in die Runde.

Das SG-1-Team war nun vollständig im Besprechungszimmer versammelt und wartete auf General Hammond, der ihnen ihr neues Aufklärungsziel mitteilen würde.

Gerade in diesem Augenblick betrat er auch schon den Raum.

"Planet P 38574, Sir." antworte er dem Colonel.

Daniel verzog das Gesicht. "Können wir den Planeten keinen Namen geben ? Das ist leichter zu merken!"

Carter hatte wie immer gleich eine logische Erklärung parat: "Die Kennung beruht auf einem binären Code, den der Computer für die Berechnung der Koordinaten benutzt."

Colonel O’Neill verdrehte die Augen. "Das macht es natürlich gleich leichter, ihn sich zu merken!" Er hielt demonstrativ seinen Notizblock in die Höhe.

"Bin ich eigentlich der einzige in diesem Raum, der sich vor jeder Mission den ‘Namen’ des Planeten aufschreiben muss, um ihn sich merken zu können?"

Teal’C , der Jaffa-Krieger sah ihn nur verständnislos an. Er kam von einem Planeten, den die Goa’uld dazu nutzten, um Menschen zu züchten, die ihre Larvenform in sich tragen konnten - die Voraussetzung dafür, dass die Aliens leben konnten. Seit seiner Kindheit war Teal’C gezwungen gewesen, ein Goa’uld-Kind in sich zu tragen. Im Gegenzug erhielt er völlige Gesundheit und ein langes Leben. 

Als O’Neill und der Rest von SG-1 gefangen genommen wurden, war er der einzige Jaffa gewesen, der sich gegen seine einstigen Götter wandte, um sie zu befreien. Nach der gelungenen Flucht war er auf die Erde gekommen, da er nun kein Zuhause mehr hatte. Er konnte über die Goa’uld und ihre Technologie wertvolle Hilfe geben und war deshalb ein festes Mitglied von SG-1 geworden. Er sprach normalerweise nur, wenn er es für nötig hielt, was selten genug der Fall war. Diesmal hielt er es mal wieder nicht für nötig, eine Antwort zu geben. Samantha lächelte amüsiert in sich hinein. Nur Dr. Jackson hielt ebenfalls seinen Block hoch, auf den er die Kennzeichnung des Planeten gekritzelt hatte. "Na bitte!" O’Neill zeigte triumphierend auf Daniel.

"Um auf die Mission zurückzukommen, Colonel ..."

"Natürlich Sir, fahren Sie fort!"

General Hammond deutete auf den Schirm, der Bilder des Planeten zeigte, die von der Aufklärungssonde aufgezeichnet worden sind. Sie waren ziemlich unscharf und enthielten nur wenig verwendbares Material. 

"Es handelt sich um einen unwirtlichen Planeten, hauptsächlich bestehend aus Felsgestein. Keine Vegetation, keine Anzeichen von Leben. Die Atmosphäre enthält Sauerstoff und Stickstoff - sie ist also atembar."

"Darf ich mal raten Sir? Das ist der Planet, zu dem uns die nächste Mission führt!"

"Ganz richtig Colonel."

O’Neill nickte stolz. "Ich bin ziemlich bekannt für meine logischen Schlussfolgerungen, Sir!"

"Um zum Wesentlichen zurückzukommen ... Die Sonde hat ein paar Gesteinsproben mitgebracht und wir haben das hier entdeckt: ..." 

Hammond hielt einen dunklen Gesteinsbrocken in die Höhe. 

Captain Carter erkannte sofort, was es war: "Naquada - das Material, aus dem das Stargate besteht!"

"Genau! Und wir brauchen soviel wie möglich davon. Dieses Gestein stellt eine unvorstellbare Quelle für die Entwicklung neuer Technologien und Waffen dar und es ist unsere einzige Chance, den Vorsprung, den die Goa’uld in Sachen Technik haben, aufzuholen. Der einzige Grund, aus dem wir lange Zeit nicht von ihnen direkt angegriffen worden sind, war der, dass sie zwar um unsere Existenz wussten, aber weder unsere galaktische Position kannten, noch die Koordinaten im Galaxisweiten Netz des Sternentores. Diesen Vorteil haben wir nun nicht mehr. Und obwohl wir Apophis mit seinen Raumschiffen schlagen konnten, müssen wir mit weiteren Angriffen rechnen ..."

"Ja ja, so sind Gua’uld - das ist ihr Job!" bemerkte O’Neill trocken. Hammond warf ihm einen Blick zu. O’Neill setzte automatisch seine langerprobte Unschuldsmiene auf. "Oh, Entschuldigung Sir, ich wollte Sie nicht unterbrechen ..."

General Hammond hatte sich längst an O’Neills Sprüche gewöhnt und ließ sich davon nicht weiter ablenken. Daniel beugte sich interessiert über den Tischrand. 

"Stellt euch vor, was man zum Beispiel mit naquadaverstärkten Sprengköpfen anfangen könnte ..."

Hammond nickte zustimmend.

"Uns bleibt nicht mehr viel Zeit, bis andere Systemlords in unserem Sonnensystem auftauchen und dann haben wir vielleicht nicht mehr so viel Glück wie beim letzten Mal. So wie es aussieht, gibt es dort auf dem Planeten eine ganze Menge von dem Naquada. Was uns stutzig macht - wir haben keine Goa’uld entdecken können, nicht mal Anzeichen, dass sie schon mal auf diesem Planeten gewesen sind und dort das Naquada abgebaut haben. Sie müssen auf jeden Fall die Augen offen halten, SG-1! Da dies hier nicht nur eine Aufklärungsmission ist, sondern Sie auch gleich so viel wie möglich von dem Naquada mitbringen sollen, erhalten Sie Verstärkung von SG-3 ..."

"Colonel Makepeace ?" fragte O’Neill. 

"Die Marines?" Daniel sah den General ungläubig an. Er war nicht gerade gut auf sie zu sprechen. 

Gewöhnlich war Dr. Jackson ein ruhiger Mensch. Er neigte jedoch zu Gefühlsausbrüchen, wenn es um Themen ging, die ihm wichtig waren. Dazu gehörte zum einen alles, was Archäologie und Wissenschaft im Allgemeinen betraf und zum anderen Sha’ri - seine Frau, die von den Goa’uld entführt und zu einem der ihren gemacht worden war. Er war ein brillanter Archäologe und Sprachwissenschaftler und in seinem Innern Pazifist, der Gewalt verabscheute. 

Da es die SG-Missionen mit sich brachten, bewaffnet auf die zu erforschenden Planeten zu gehen und sie mehr als einmal auf feindliche Völker und Aliens getroffen waren, hatte er die Grundausbildung absolviert und hatte sich sogar als hervorragender Schütze herausgestellt. 

Mit Jack hatte er so seine Probleme - was auf Gegenseitigkeit beruhte. Er hatte mit ihm bereits diverse Militär-kontra-Wissenschaft-Diskussionen geführt.

Daniel hatte den Colonel einmal einen "herablassenden Ignoranten" genannt und dieser hatte ihn wiederum als jemanden beschrieben, bei dem "an guten Tagen da oben etwas durcheinander ging". Aber eigentlich mochten sie sich doch. Und auch wenn Daniel dem Colonel meistens auf die Nerven ging, war er doch für ihn wie ein kleiner Bruder, den man davon abhalten musste, Dummheiten zu begehen. 

"Ja ja , ich weiß, was Sie sagen wollen. Nach dem Zwischenfall auf Planet P3X797 wurde das Team von SG-3 komplett durchgecheckt, so wie wir alle und ich kann Ihnen versichern, dass sich so etwas nicht wiederholen wird. SG-3 steht zur Zeit unter dem Befehl von Captain Jenkins, Colonel Makepeace ist für eine andere Mission eingeteilt worden."

"Na immerhin etwas ...," murmelte O’Neill. "Makepeace! Einem Mann mit so einem Namen kann ich nicht trauen! Wie kann der mit diesem Namen Colonel geworden sein? Hat sich das schon mal jemand gefragt?"

Daniel zog die Augenbrauen hoch. General Hammond ignorierte den Kommentar.

"SG-3 hat seine Befehle bereits erhalten und erwartet Sie im Stargate-Raum. Wenn es Sie beruhigt Colonel, Sie haben den Oberbefehl über die gesamte Mission. Haben Sie sonst noch Fragen ?" Alle schwiegen. Hammond sah das als Bestätigung, dass das Briefing beendet war. "In Ordnung. Dann viel Glück, SG-1! Wegtreten!"

Der General verließ den Raum und die anderen erhoben sich ebenfalls.

Colonel O’Neill trat an das Fenster, durch das man in den Stargate-Raum blicken konnte. 

Die Marines standen bereits unten und bereiteten sich auf die Mission vor.

"Ich hätte es lieber, wenn wir allein gehen könnten ...," murmelte er vor sich hin.

"Wie bitte, Sir?" Carter war neben ihn getreten.

"Nun ja, die Marines sind immer ziemlich schnell dabei, wild in der Gegend herumzuballern."

Dann haben sie ja bereits etwas mit ihnen gemeinsam ... Daniel sprach seinen Gedanken nicht aus. Stattdessen deutet er auf etwas wichtiges hin. "Auf P3X797 hat uns diese Ballerei das Leben gerettet, Jack."

"Ja, aber wissen Sie auch noch, was danach geschah? Sie sind wie die wilden Tiere aufeinander losgegangen!"

"Das lag an dem Virus, der sie befallen hatte, es war nicht ihre Schuld," entgegnete Teal’C mit seiner ruhigen Art. Die anderen nickten zustimmend.

O’Neill verdrehte entnervt die Augen. "Ja, unser Mr. Spock hat wie immer recht!"

Während Carter und Daniel in sich hinein grinsten, runzelte Teal’C die Stirn. Auf seinem sonst ausdruckslosen Gesicht stellte dies schon eine große Gefühlsregung dar. 

"Wer ist Mr. Spock?"

"Das erklär’ ich dir ein anderes Mal! Jetzt wartet ein neuer Planet auf uns!"

Wenige Minuten später standen sie im Stargate-Raum und warteten darauf, dadd der Planet angewählt wurde. Der äußere Ring der gewaltigen außerirdischen Konstruktion drehte sich, die Generatoren, die das Stargate mit Energie versorgten, liefen auf vollen Touren. Ein leichtes Vibrieren war zu spüren. Sechs Symbole waren bereits eingerastet.

"Chevron Sieben - codiert!" kam die Durchsage aus dem Kontrollraum. Das siebente Symbol rastete ein. Die Verbindung war hergestellt worden und ein gewaltiger Antimaterieausstoß wölbte sich aus dem Tor heraus, um danach zurückzufallen. 

SG-1 stand in dem bläulichen Licht, das nun vom Tor ausging und wartete auf den Befehl zum Aufbruch.

"SG-1 und SG-3 - Sie haben hiermit die Erlaubnis zu P 38574 aufzubrechen."

Die Irisblende, die das Stargate versiegelte, öffnete sich. Die Iris bestand aus einer Trinium-Titanlegierung und war weniger als 3 Micrometer vom Ereignishorizont entfernt angebracht worden. Wenn jemand bei geschlossener Iris durch das Stargate kam, sagen wir mal feindliche Aliens, Bomben und dergleichen, so konnte sich deren Materie nicht vollständig konstituieren. Das Ergebnis war in etwa so, als wenn man Eier in die Pfanne hauen würde: Alles futsch!

Jedes SG-Team hatte ein Decodiergerät, in dem der Iriscode vor jeder Rückkehr eingegeben werden musste und damit wurde dann der Zugang freigeschalten. Das Wurmloch selbst konnte nur maximal 38 Minuten offengehalten werden - zum Glück nicht länger, sonst wäre es schon öfters vorgekommen, dass die Erde erobert worden wäre. Aber das ist eine andere Geschichte.

Colonel O’Neill musterte die Mitglieder von SG-3. Er hatte bereits ein paar mal mit ihnen zusammengearbeitet und kannte deshalb ihre Namen: Preston, Mallone und Johnson ... Captain Jenkins musste wohl neu beim Stargate-Kommando sein, denn er hatte ihn noch nie zuvor gesehen - genauso wenig wie Lieutenant Newman, der neben ihm stand.

O’Neill drehte sich zu Captain Jenkins um. 

"Wir gehen voran, okay?"

Der Captain nickte. "Wir werden euch den Rücken freihalten ."

"Na ja, eigentlich mache ich mir mehr Sorgen um das, was sich vor mir befindet als um das, was hinter mir ist."

Captain Jenkins runzelte irritiert die Stirn, schwieg aber. 

"Zählt bis zehn - wenn ihr könnt - und dann kommt nach!" 

Jenkins nickte. 

Erst als O’Neill außer Hörweite war, murmelte er: "Dieser O’Neill und sein ‘Hotshot Team’... Typisch Airforce, denken immer, dass sie was besseres wären!" 

Teal’C trug wie immer seine Stabwaffe - eine mächtige Feuerwaffe, mit der man unter anderem auch Löcher in massive Wände brennen konnte. Gut zu
wissen ... 

SG-1 trat durch das Stargate, gefolgt von SG-3. 

Im Kontrollraum wurde der Eintritt in das Wurmloch wie immer aufgezeichnet: Ein hochentwickeltes Suchgerät verfolgte den Weg der SG-Einheiten auf einer gewaltigen Sternenkarte, die mehrere Galaxien umfasste. 

"Ankunft an Stargate auf P 38574 in fünf Sekunden ... Vier ... drei ... zwei ... eins ... jetzt!"

Schließlich blieb das Suchgerät direkt über der Position des Zielplaneten stehen.

Einige Sekunden später und einige Milliarden Kilometer weiter kamen SG-1 und SG-3 auf der anderen Seite wieder heraus. 

Es war ein düsterer Planet. Keine Sonne. Dafür aber atmosphärische Störungen. Eine lebensfeindliche Umgebung. 

Das Anwahlgerät, das ihnen überhaupt erst eine Rückkehr zur Erde ermöglichte, befand sich direkt vor dem Tor, so dass sie nicht improvisieren mussten, wie es bisher einige Male vorgekommen war ...

Colonel O’Neill war gerade eben zu dieser Einschätzung der gegenwärtigen Lage gekommen, als er hinter sich ein lautes ‘Hatschiiehh!’ hörte, gefolgt von einem ‘Hatschiiehh!’ und einem ‘Hatschiiehh - Hatschiiehh!’ 

Er drehte sich zu Daniel um, der in seinem Überlebens-Pack herumkramte - auf der Suche nach ein paar Taschentüchern. 

"Tut mir leid, Jack" ... Schnief ... "ich habe heute morgen vergessen, meine Tabletten zu nehmen. Und Sie wissen ja, dass ich allergisch gegen Reisen bin ..."

"Jaaa, das weiß ich allerdings." Der Colonel versuchte, ein optimistisches Gesicht zu machen - was ihm nicht gelang. 

"Na wenigstens ist der Planet hier mal was anderes. Nicht wie sonst nur Bäume, Bäume, Bäume ... Hattet ihr nicht auch schon das Gefühl, dass wir immer durch denselben Wald gelaufen sind?!" 

SG-3 war nun auch vollständig angekommen und suchte bereits die Gegend nach feindlichen Lebensformen ab. 

Der Rest von SG-1 versammelte sich um Colonel O’Neill. 

"Funktionieren unsere Funkgeräte, Teal’C?"

"Nein, sie sind vollkommen nutzlos." 

O’Neill verzog vor Unmut das Gesicht. "Herrlich!"

"Aber unsere Scanner sind wenigstens in Ordnung, Sir." erklärte Captain Carter.

"Okay, das ist immerhin etwas. Aha, da kommen ja schon unsere tapferen Weltraumrecken..."

Die Mitglieder von SG-3 näherten sich. 

Captain Jenkins erstattete Bericht: "Wir haben nichts Ungewöhnliches feststellen können, Sir. Keine Anzeichen von Lebensformen noch von Spuren, dass hier jemals Leben existiert hat. Wir haben freies Gebiet. Aber wenn Sie mich fragen, allzu lange sollten wir hier nicht bleiben. Auf die Dauer können diese elektromagnetischen Störungen die Körperfunktionen stark beeinträchtigen."

Daniel nickte. "Ja, das ist wirklich ein ungemütlicher Planet" ... Schnief ... "Wenn die Goa’uld irgendwann mal" ... Schnief ... "Menschen hierher gebracht haben, tun die mir wirklich leid."

"Ja, ich könnte hier glatt meinen Lebensabend verbringen!" erwiderte O’Neill.

"Aber vielleicht gibt es hier doch irgendwo eine menschliche Kolonie ..." gab Daniel zu bedenken.

"Na ja, es ist ein ziemlich großer Planet." musste O’Neill zugeben.

Jenkins runzelte verwirrt die Stirn. "Ich verstehe nicht ganz, Sir. Es besteht die Möglichkeit, dass es hier Menschen gibt?"

"Ja, wissen Sie denn überhaupt nichts über das Stargate-Projekt?!!" Carter konnte es nicht fassen.

"Tut mir leid, Captain. General Hammond hat mich bisher nicht darüber unterrichtet. Ich bin erst vor ein paar Tagen in der Basis angekommen und wurde zum Teamführer von SG-3 befördert. Dies hier ist meine erste Mission."

O’Neill verdrehte entnervt die Augen. "Auch das noch! Was denkt sich der General dabei? Er hat diese kleine Tatsache noch nicht einmal erwähnt! Na schön, Carter und Daniel - Sie werden Captain Jenkins über das Wichtigste aufklären! Ihr habt maximal fünf Minuten Zeit!"

"Aber ..."

"Kein Aber! Wir haben nicht ewig Zeit! Das hier soll schließlich keine Geschichtsstunde werden!"

Dann drehte er sich zu den anderen um. "Hat noch jemand eine Wissenslücke, was das Projekt angeht?"

Lieutenant Newman hob stumm die Hand.

"Der Begriff ‘rhetorische Frage’ hat wohl keine Bedeutung für Sie oder? Oh man...." 

Kopfschüttelnd ging der Colonel davon, um in Ruhe vor sich hinzubrummen. 

Daniel schaute ihm einige Sekunden lang perplex hinterher, dann drehte er sich zu Jenkins und Newman um, deren Gesichter ihn erwartungsvoll anschauten. 

"Okay, dann mal los! Hier ist die Kurzfassung: bla bla bla ... 

Nach genau fünf Minuten kam Colonel O’Neill zurück.

"Und Teal’C trägt so ein Ding in seinen Eingeweiden?" fragte Jenkins gerade. 

"Ja, er schleppt eine Gua’uld-Larve mit sich herum, aber die hat nicht viel zu melden!" erwiderte der Colonel. "Wir alle lieben Junior ..."

"Junior ? ..." Jenkins hatte wirklich Mühe, sich an den Humor des Colonels zu gewöhnen.

Dieser war schnell wieder zum praktischen Teil der Mission übergegangen.

"Okay. Da wir auf unsere Funkgeräte verzichten müssen, bleiben wir vorerst zusammen. In welcher Richtung befindet sich die größte Ansammlung von Naquada, Captain Carter?"

Samantha schaute auf die Anzeigen ihres Scanners und deutete in eine Richtung. 

"Dort, Sir. Wenn die Anzeigen stimmen, befinden sich in fünfzehn Kilometer Entfernung ganze Berge von dem Gestein - Richtung Süden."

"Süden ... klingt gut!" O’Neill holte seine obligatorische Sonnenbrille raus und setzte sie auf. Dass es auf dem Planeten gar kein Sonnenlicht gab, schien ihn nicht weiter zu stören. 

"Fünfzehn Kilometer!" Daniel schüttelte resigniert den Kopf. "Das klingt gar nicht gut ..."

"Meine Damen und Herren - hier spricht ihr Colonel! Willkommen auf P 38574. Hier herrscht eine angenehme Lufttemperatur und traumhaftes Wetter! Das wird ein Spaziergang! Na dann sehen wir uns mal um. SG-1 geht voran."

Mit diesen Worten leitete der Colonel den Beginn der Mission ein. 

Beide Einheiten kamen in Bewegung.

Jenkins drehte sich zu Teal’C um. "Muss das Ding in dir ... äh ... Junior eigentlich gefüttert werden?"

Währenddessen dreißig Kilometer von der Position des SG-Einheiten entfernt: "Wie lange sollen wir eigentlich noch auf diesem gottverlassenen Planeten herumlaufen und warten, dass was passiert?!" brummte Cooper. "Das hier ist doch nichts weiter als eine intergalaktische Zeitverschwendung!"

Shane drehte sich zu ihm um.

"Jetzt hör’ endlich auf damit, Hawkes! Schluss mit dem Unsinn, wir verschwenden Tageslicht mit deinem Gequatsche!" 

"Welches Tageslicht denn?!"

"Cooper! Das war jetzt nicht wörtlich gemeint! Es soll soviel heißen wie - wir haben keine Zeit, hier in der Gegend herumzustehen und zu diskutieren, ob wir weiterlaufen sollen oder nicht! Das ist hier kein Schulausflug, wo demokratisch abgestimmt wird, was als nächstes gemacht wird!"

"Na dann sag’ das doch gleich ..." murmelte Hawkes beleidigt.

"Er hat aber recht!" meldete sich Paul. "Drei Stunden suchen wir schon das Gebiet ab, in dem sich angeblich die große Chigbasis befinden soll - und was haben wir gefunden?"

"Vielleicht ist es eine unterirdische Basis ..." 

Shane war dankbar für Nathan‘s Einwurf. Genau das gleiche hatte sie sich auch schon überlegt.

"Außerdem können wir doch nicht einfach so aufgeben!" 

"Wieso nicht?!!" 

Shane seufzte. Cooper konnte manchmal wirklich sehr anstrengend sein.

"Erinnerst du dich noch, was McQueen sagte? Dass von der Mission möglicherweise abhinge, ob wir unsere Stellung in diesem Quadranten halten könnten oder nicht - und dass davon das Überleben der Menschheit abhängen würde?!"

"Aber das sagt er doch jedesmal!"

"Danke Vanessa, dass du mir so in den Rücken fällst!"

Shane seufzte erneut. Dann hielt sie plötzlich inne und lauschte. 

Mit einer schnellen Handbewegung deutete sie den WildCards an, in Deckung zu gehen.

"Hast du was gesehen?" flüsterte Nathan. Dann verstummte er schlagartig.

Nur fünfzig Meter von ihnen entfernt tauchte eine Chigpatroullie auf.

Keiner wagte zu atmen.

Als sie außer Sichtweite waren, drehte sich Shane zu den anderen um.

"Die kamen aus dem Nichts! Damphousse - hast du was auf dem Bewegungsmelder gesehen?"

Vanessa schüttelte den Kopf.

"Es muss einfach eine unterirdische Basis sein ... Vielleicht mit einem Dämpfungsfeld, das unsere Geräte blockiert." überlegte Vansen.

"Okay, wir werden ihnen folgen, um näheres zu erfahren - in Ordnung Cooper?" fragte sie herausfordernd .

"Eine unterirdische Basis ... Na gut, das ist ein Argument, um den Planten zu untersuchen!"

Ihn juckte es schon in den Fingern, seine Waffe auf ein paar Chigs abzufeuern...

Zwei Stunden später legten SG-1 und SG-3 die erste Pause ein. Alle warfen sich mehr oder weniger zu Boden. 

"Oh man, diese elektrischen Ladungen machen mich wahnsinnig!"

O’Neill hielt seinen Zeigefinger vor sein Gesicht und man konnte sehen, wie nach ein paar Sekunden ein kleiner blauer Blitz sich löste und ihn an seiner Nase traf. "Autsch!" Er rieb sich die Nase. "Genau das meine ich!"

"Kein Wunder, dass uns der Marsch so dermaßen anstrengt!" stimmte Carter zu. "Im menschlichen Körper fließt zwar immer etwas Strom, aber das ist gar nichts im Vergleich zu der Spannung, die hier in der Luft liegt. Sie bringt unser biomimetisches Feld durcheinander."

"Wie bitte?" O’Neill hatte wieder diesen fragenden Ausdruck in den Augen, den Carter so gut kannte, wenn es um wissenschaftliche Fakten ging. Doch bevor sie ihm antworten konnte, hob er warnend den Zeigefinger.

"Ah-ah! Das war eine rhetorische Frage!"

"Natürlich Sir!" 

"Aber es wäre trotzdem interessant, die Auswirkungen dieses Spannungsfeldes zu untersuchen. Das muss doch eine unerschöpfliche Energiequelle sein ..." überlegte Daniel.

Der Colonel schaute auf die Uhr.

"Wir müssen den Zeitplan einhalten - also auf auf! Falls niemand mehr etwas Weltbewegendes zu diesem ‘Spannungsfeld’ zu sagen hat - ich bin bereit, mit der Mission fortzufahren."

"Aber wir haben uns doch gerade eben erst hingesetzt. Und wir sollten das Spannungsfeld wirklich untersuchen. Wir haben doch bisher keine Ahnung, was dieser Planet alles zu bieten hat."

Jack war nicht so einfach zu überzeugen. "Steine und ... Gestein hat er zu bieten!"

Daniel nickte. "Na ja, in der unmittelbaren Umgebung des Sternentores schon, aber ..."

"So sehr ich auch eine unwirtliche Landschaft zu schätzen weiß ... Wir machen uns jetzt wieder auf die Suche nach dem Naquada!"

Kaum einen halben Kilometer weiter erhellte plötzlich Geschützfeuer die Dunkelheit. Energieblitze zuckten und zersplitterten Felsgestein. Zum Glück befand sich direkt vor ihnen ein Graben, den sie als Deckung nutzen konnten.

O’Neill erwiderte das Feuer.

"Also das ist das letzte!" Der Colonel sprang zu den anderen in den Graben. Er schoss ein ganzes Magazin leer, dann griff er zum nächsten und lud nach.

"Unser Begrüßungskomitee habe ich mir wirklich anders vorgestellt!" brummte er. 

"Gut, dass ihr die Vorhut übernommen habt!" Jenkins’ gute Laune war ebenfalls verflogen. Seine Leute sahen ebenfalls nicht sehr erfreut aus.

"Nein, mir geht’s gut - danke der Nachfrage!" O’Neill wischte sich ein wenig Blut aus dem Gesicht, das aus einer kleinen Wunde auf seiner Stirn rann.

Er holte sein Nachtsichtgerät heraus und schaute in die Richtung, aus der die Schüsse gekommen waren. 

"Ich kann sie sehen ... Zwei von ihnen. Aber hinter den Felsen sind bestimmt noch mehr versteckt," flüsterte er. 

"Was sind das nur für Kreaturen?" Jack gab das Nachsichtgerät an Daniel weiter. Nach einigen Sekunden intensiver Betrachtung zuckte dieser nur die Schultern. 

"Die Rüstungen erinnern mich entfernt an die der Schlangenkrieger, aber sie tragen ganz andere Waffen. Es sind keine Stabwaffen ... Was meinst du,
Teal’C?"

Der Jaffa schaute einige Sekunden lang durch das Gerät.

"Sie gleichen keinen Kriegern eines Systemlords, den ich kenne ..."

"Also wissen wir im Prinzip immer nicht mehr als zu Anfang oder?" fasste der Colonel mit seiner eigenen Art von stimmungserhöhendem Sarkasmus zusammen.

"Äh ja ...," gab Daniel zu. 

"Okay, was machen wir nun?" 

"Vielleicht sollten wir versuchen, mit ihnen zu kommunizieren!" schlug Daniel vor.

"Sehr gute Idee! Ich bin zwar kein Sprachexperte wie Sie, aber ich habe deren Sprache sehr deutlich verstanden!"

"Nun ja, im Gegensatz zu Ihnen spreche ich 23 Sprachen - Sie dürfen sich eine aussuchen! Und was noch viel wichtiger ist: Ich erlerne sehr schnell neue Sprachen!"

"Kann er das wirklich?" fragte Jenkins skeptisch.

O’Neill ließ sich nicht beeindrucken. "Ja, Daniel läuft zur Höchstform auf, wenn es nötig ist! Aber was wollen wir denen sagen? Hallo, wie geht’s denn so? Gibt’s hier irgendwo eine Toilette?!"

Daniel verdrehte die Augen.

"Wie wär’s mit: Hallo, ich bin Dr. Daniel Jackson! Wir sind friedliche Gesandte des Planeten Erde. Und ihr seid ...?"

"Ach so ja, der Standard-Willkommensgruß also ... Sehr einfallsreich ..." O’Neill schüttelte den Kopf. "Sie werden sich wohl nie ändern! Ich wünschte, Sie würden es nicht immer wieder damit versuchen und mit dem Blödsinn aufhören! Sie haben uns oft genug damit in Schwierigkeiten gebracht."

"Und genauso oft aus Schwierigkeiten gerettet!" warf Samantha ein. 

Daniel wollte darauf antworten, aber Jack hob sofort die Hand, um beide zum Schweigen zu bringen. "Wir machen es auf meine Art ."

"Und das heißt?" Jenkins hob fragend die Augenbrauen.

"Wir springen auf, stürmen vor und knallen alles nieder, was sich bewegt! Auf drei geht‘s los! Eins ... zwei ..."

"Diese Methode erscheint mir etwas ineffektiv, O’Neill ." Die Stimme des Jaffa.

Der Colonel drehte sich zu Teal’C um.

"Hast du etwa eine bessere Idee?"

Als Antwort hob dieser seine Stabwaffe hoch und entsicherte sie mit einem Druck auf den entsprechenden Knopf. Er schaute ihn abwartend an. O’Neill nickte zustimmend.

Teal’C sprang blitzschnell auf und deckte die vor ihm liegende Fläche mit einem breiten Streustrahl an Energieladungen ein. Er hatte ebenfalls auf die Felsen gezielt, die in Form von Gesteinsbrocken auf die feindlichen Angreifer herunterpolterten.

Für ein paar Sekunden war alles in Rauch und Gesteinsstaub eingehüllt. 

Teal’C stand noch immer kampfbereit da, mit der Stabwaffe in der Hand und zielte in die Richtung. Doch nichts bewegte sich mehr.

Als er sich dessen sicher war, drehte er sich um und schaute zu Colonel O’Neill. Seine sonst nach unten gezogenen Mundwinkel zuckten - ein Zeichen dafür, dass es ihm großen Spaß gemacht hatte, die Zerstörungskraft seiner Waffe zu demonstrieren.

"Das ist effektiv, O’Neill!" sagte er überflüssigerweise.

"Wenn wir dich nicht hätten ..." bedankte sich der Colonel.

Alle rappelten sich auf und klopften sich den Dreck von den Klamotten.

"Okay, wir werden uns jetzt erst mal zu dieser Stelle bewegen und uns diese ‘Dinger’ aus der Nähe ansehen."

Kurze Zeit später standen sie dort. 

"Wow!" O’Neill betrachtete die gepanzerten Kreaturen, die bewegungslos vor ihnen lagen. 

"Teal’C - ist dir schon mal so was untergekommen?"

"Nein."

Daniel war neugierig vorgetreten und kniete sich nieder, um die Rüstung zu untersuchen.

"Passen Sie bloß auf, was Sie tun!" O`Neill trat neben ihn. "Vielleicht lebt noch eins von diesen Viechern."

Daniel ließ sich nicht irritieren und betastete die Rüstung.

"Woll’n doch mal sehen, wer oder was sich darunter befindet ..."

Langsam zog er den Helm herunter.

Ein schrecklicher Gestank stieß ihm entgegen - gefolgt von einer Menge grünem Schleim.

"Wow!" Selbst der Colonel war beeindruckt.

"Das sind keine Goa’uld! Fantastisch! Eine völlig andere Lebensform! Bei Luftkontakt löst sie sich einfach auf! Worauf ihre Biostruktur wohl bestehen mag? Wir müssen sie unbedingt untersuchen ..."

Daniel war völlig aus dem Häuschen - eine Reaktion, die der Colonel schön öfter bei ihm beobachtet hatte - genauso wie bei Carter.

"Das interessiert mich nicht! Gehen wir, bevor noch mehr von dieser Sorte auftauchen!"

"Sie gehen immer vom schlimmsten aus - wieso eigentlich Jack?" 

Daniel schaute ihn vorwurfsvoll an.

"Gewohnheit!"

Carter drängte sich nun auch vor. Ihre Augen glänzten vor Wissensdurst. 

"Daniel hat recht. Das ist eine einmalige Chance!" Sie hatte sich längst ein paar Plastikhandschuhe übergestreift und stocherte in dem Schleim herum.

"Was könnten wir nicht alles daraus lernen?" Sie hielt O’Neill eine Handvoll Schleim unter die Nase.

Er verzog angewidert das Gesicht.

"Hey, ich bin auch ein großer Fan von all diesem Zeug, aber bei dieser Mission geht es nicht um die Erforschung fremder Lebensformen!"

Daniel kramte in seinen Taschen nach einem Plastiktütchen, in das er etwas von dem Schleim hineintun konnte. Der Colonel legte ihm seine Hand auf die Schulter.

"Daniel! Bevor ihr Gehirn explodiert, darf ich Sie daran erinnern, dass wir im Augenblick noch etwas Wichtigeres zu tun haben?!"

"Aber ..." 

Doch bevor Daniel wieder mit einer Wissenschaft-kontra-Militär-Diskussion anfangen konnte, waren sie auf einmal nicht mehr allein. Um genau zu sein, sie waren umzingelt.

O’Neill sah mit Erleichterung, dass es Menschen waren. Aber sie sahen überhaupt nicht freundlich aus. Und sie zielten mit ihren Waffen auf sie.

"Überraschung ..." murmelte er leise vor sich hin.

Zehn Sekunden später, in denen sich beide Parteien gegenseitig schweigend gemustert hatten: "Wer seid ihr?!"

Keiner von den SG-Einheiten antwortete. Alle warteten, dass O’Neill als erster etwas sagen würde. 

Er war noch dabei, die Menschen abzuchecken. Die Frau, die die Worte an sie gerichtet hatte, stand direkt vor ihm. Sie trug eine Uniform - ähnlich wie seine. Das gleiche traf auf die Waffen zu. Und die Abzeichen. Er könnte schwören, es wären ...

"Das sind Marines, Sir!" flüsterte Johnson von hinten. 

"Hier unten dürften keine weiteren Einheiten sein!!!" 

Diesmal klang die Stimme der Frau drängender und ärgerlicher. 

Das muss der Anführer sein ... dachte O’Neill. Die Anführerin ...

Er schielte auf das Namensschild, das sie trug. Captain Vansen ... Sie schien keine Goa’uld zu sein. Immerhin etwas ...

"Äh ... Wir kommen nicht von hier ..." Was für eine lahme Ausrede ... 

"Was soll das heißen?! Woher sollt ihr denn gekommen sein??? Wir befinden uns Lichtjahre von zu Hause entfernt auf einem gottverdammten Planten, auf dem die Chigs einen Stützpunkt für ihre Nachschublieferungen gebaut haben. Die Saratoga ist das einzige Schiff im Orbit des Planeten und bisher sind wir noch nie soweit in diesen Sektor vorgerückt, um bereits andere Einheiten abgesetzt zu haben!!!"

Colonel O’Neill wartete ab, bis der Redeschwall abgebrochen war. Es war ihm selten passiert, dass er von jemandem so niedergemacht worden war.

"Die Sache ist nicht leicht zu erklären ..." lenkte er ab.

"Ich warte ..." drängelte Vansen ungeduldig.

Daniel trat einen Schritt vor und versuchte zu lächeln, um die Situation zu entschärfen. 

"Wir sind friedliche Forscher, Entdecker. Wir kommen von einem Planeten namens Erde."

Vansen ließ das völlig kalt. "Kommen wir da nicht alle her?!"

Schweigen.

"Ihr kommt also nicht von diesem Planeten?", fragte Daniel nach.

"Verdammt nein! Sehen wir so aus, als ob wir gern auf so einem Planeten leben würden?!" fragte einer der Marines hinter ihr entnervt. Laut dem Namensschild hieß er Hawkes.

"Äh nein ..." , musste Daniel zugeben. Er war verwirrt und versuchte nachzudenken.

"Aber wie seid ihr hierher gekommen? Habt ihr etwa auch das Stargate benutzt?"

"Was soll denn das sein?" Ein weiterer Marine namens West trat vor. Nathan‘s Neugier war geweckt.

"Habt ihr denn noch nie was von ‘Raumschiffen’ gehört?" fragte Cooper gelangweilt. Er hatte die Fremden bereits als ungefährlich eingestuft und wollte nicht noch länger herumstehen und Fragen beantworten. Er freute sich schon darauf, weiter Chigs zu jagen und nach erfolgreich bestandener Mission endlich wieder in seiner Koje zu liegen und zu schlafen. 

Das muss irgendeine versprengte Einheit sein, die wohl zu lange auf dem Planeten allein festgesessen hatte und nun völlig durchgedreht ist, dachte er.

"Äh ... Raumschiffe??" fragte Daniel.

Cooper verdrehte die Augen. Na bitte, soviel zu meiner Theorie ...

"Und von den Chigs habt ihr auch noch nichts gehört oder??"

"Ähh Chigs? Was für ein Name soll das sein?!" fragte O’Neill.

"Ich glaube, ich weiß, was passiert ist, Sir ." Carter drehte sich zum Colonel um.

"Na da bin ich aber mal gespannt, Captain !" flüsterte er.

"Überlegen Sie doch mal, Sir. Das hier sind Menschen wie wir. Sie haben Raumschiffe entwickelt und reisen zu fremden Planeten. Sie sind
technologisch unserer Zeit voraus Was sagt Ihnen das, Colonel?"

O’Neill runzelte die Stirn, als er nachdachte. Man konnte förmlich sehen, wie sich die Rädchen in seinem Kopf drehten, um zu einer intelligenten Schlussfolgerung zu kommen.

"Ich glaube, ich weiß jetzt, worauf sie hinaus wollen ..."

Carter stellte laut die entscheidende Frage: "Welches Jahr haben wir?"

Nun verdrehte auch Vansen die Augen. Nathan war der einzige, der bereit war, auf diese Frage zu antworten: "Wir haben das Jahr 2063 - was sonst??!!"

Schweigen.

Nathan runzelte die Stirn. Mit so einer Reaktion hatte er nicht gerechnet. "Was habe ich denn gesagt?" 

Die Mitglieder von SG-1 und SG-3 standen wie erstarrt. Diese Nachricht musste erst mal verdaut werden. Colonel O’Neill löste sich als erster aus dem Schockzustand. Er drehte sich abrupt zu Carter um. Er deutete seinen Leuten an, näher zusammenzurücken, damit die anderen nicht mitbekamen, was sie beredeten. 

"Welche Sonneneruption war es denn diesmal gewesen?!" flüsterte er ärgerlich.

"Was wollen Sie damit sagen?" wollte Captain Jenkins wissen. 

Alle Augen richteten sich gespannt auf Samantha. 

Sie wich den Blicken aus, doch O’Neill bohrte weiter.

"Ein kleiner Patzer in der Berechnung, Captain???"

"Tut mir leid Sir, ich weiß nicht, was ich sagen soll!"

Der Colonel zuckte die Schultern.

"Na ja, bringen Sie uns wieder zurück und wir tun so, als wäre das alles nicht passiert!"

"Worum geht es denn eigentlich?!" drängelte Jenkins.

"Nun ja, wir haben schon einmal eine Zeitreise mit dem Stargate gemacht - ins Jahr 1969. Es war ein kleiner Unfall gewesen. Mit den Berechnungen ist etwas schief gelaufen. Wir wissen eigentlich immer noch nicht hundertprozentig, wie das Sternentor funktioniert. Es ist so etwas wie ein Superleiter. Bei Aktivierung wird ein künstliches Vakuum erzeugt, das irgendwie aufgeladene Materie in eine Richtung transportiert, entlang einer überdimensionalen Leitung. Aktivierte Materie fließt hin und her auf Energiefeldern, positiv zu negativ, außerhalb unserer Dimension. Es verwendet ein Raum-Zeit-Kontinuum, das es uns ermöglicht, große Entfernungen zurückzulegen. Aufgrund einer nichteinkalkulierten Sonneneruption hatten wir uns nicht nur im Raum sondern auch in der Zeit vorwärts bewegt..."

O’Neill wurde ungeduldig. "Captain - zurück zum Wesentlichen! Was ist diesmal passiert?!" 

"Ähh ..."

"Sie wissen es nicht oder?" unterbrach er sie. 

"Nein ..." musste Carter kleinlaut zugeben. 

Wenn die Lage nicht so ernst gewesen wäre, hätte Jack den Triumph darüber genossen, dass er Carter dabei erwischt hatte, etwas nicht
wissenschaftlich erklären zu können. 

"Allerdings könnte es folgendermaßen abgelaufen sein ..." 

Sein kurzer Triumph wurde zu Staub zerblasen.

Nun war Carter wieder in ihrem Element: "Dieser Materiestrom könnte fehlgeleitet worden sein, vielleicht durch eine Energieentladung oder
Energieschwankungen. Am wahrscheinlichsten wäre wieder eine Sonneneruption oder ein schwarzes Loch in der unmittelbaren Nähe dieses Planeten." 

"Genauso mus es gewesen sein!" bekräftigte O’Neill wenig überzeugend klingend. 

"Tun Sie bloß nicht so, als ob Sie das verstanden hätten!" brummte Jenkins.

"Aber das muss ich doch - sonst fängt sie noch an, alles ausführlich zu erklären. Obwohl sie ganz genau weiß, dass ich es sowieso nicht kapieren werde!" brummte der Colonel zurück.

"Wenn es Sie beruhigt, ich habe es auch nicht verstanden." Jenkins lächelte andeutungsweise.

"Ja ja, wenn wir Carter nicht hätten ... Wenn es zwei von ihrer Sorte gäbe, würde der IQ der ganzen Erde steigen. Zwei Carter - was für ein Gedanke! Carter, Carters ... was ist denn die Mehrzahl von Carter?" überlegte O’Neill.

Samantha lächelte. 

"Bei allem Respekt Sir - Sie sind wirklich ein hoffnungsloser Fall ! Sie haben ja noch nicht einmal verstanden, was ein Wurmloch ist! Haben Sie in ihrer Freizeit noch nie im Fernsehen Star Trek gesehen???" Kopfschütteln. 

"Ähh... Entschuldigung, dass ich störe, aber was soll das Geflüster?!" 

Vansen war sehr misstrauisch. Was hatten diese Leute zu verbergen? Sie verhielten sich mehr als nur merkwürdig ... völlig durchgeknallt ...

Der Colonel ignorierte sie. "Okay Leute, jetzt nur keine Panik. Wir waren schon in schlimmeren Situationen als dieser hier!" 

Teal’C sah ihn ruhig, aber bestimmt an. "Meines Wissens nicht!"

"Vielen Dank, Teal’C !" O’Neill war mal wieder leicht gereizt.

"Teal’C hat recht, Jack," mischte sich Daniel ein. "Bei unserem letzten Zeitsprung waren wir wenigstens auf der Erde und nicht in einem Kriegsgebiet
und außerdem hat uns das jüngere Ich von General Hammond geholfen zurückzukehren. Und wo stehen wir diesmal?"

"Okay, okay, ich habe es verstanden!" winkte O`Neill ab. 

"So nun reicht’s aber!" Shane hatte die Nase voll von dem Geschwätz der Leute. War denen nicht klar, dass hier überall Chigs herumliefen und sie jederzeit entdeckt werden konnten?

Es wurde Zeit, dass sie zur Saratoga zurückkehrten und die Leute Ross und McQueen übergaben. Die würden aus denen schon alles wichtige herausbekommen. Die Chigbasis musste eben noch etwas warten.

"Wir kehren zum Landepunkt zurück und verlassen Tartarus II. Ihr kommt mit, verstanden?? Und keine weiteren Fragen!" befahl Vansen.

O’Neill drehte sich zu seinen Leuten um. "Wir tun, was sie sagen und gehen mit. Der Planet ist nicht sicher und soweit ich das sehen kann, könnten uns Menschen, die bereits Raumschiffe entwickelt haben, bestimmt weiterhelfen!" 

"Tartarus - das nenne ich einen vernünftigen Namen - einfach zu merken!" murmelte Daniel begeistert. "Wie wär’s, wenn wir auch dazu übergehen würden, die Planeten, die wir besuchen, nach Orten und Personen der griechischen und römischen Mythologie zu benennen?"

"Daniel!!!" rief ihn Colonel O’Neill zur Ordnung. "Falls Sie es nicht mitbekommen haben, wir sind Gefangene und müssen denen da folgen!"

"Okay, okay, ich komm’ ja schon ..."

Auf der Saratoga ...

"Die Zelle gefällt mir überhaupt nicht ..." Captain Jenkins stand mit grimmigem Gesichtsausdruck vor den Gitterstäben und überprüfte sie auf ihre Festigkeit.

Johnson lief ungeduldig hin und her. Der Anblick von Gitterstäben machte ihn nervös. 

Die anderen von SG-3, Preston, Mallone und Newman, hatten sich auf den Pritschen niedergelassen und verfolgten jede seiner Bewegungen. 

Daniel brachte das nicht aus der Ruhe. Er saß auf einer der Stühle und rieb mit einem Stück Stoff seine Brille sauber.

Carter machte sich Sorgen. "Der Colonel und Teal’C sind nun schon eine Stunde weg. Wer weiß, was sie mit ihnen anstellen. Dieser McQueen sah nicht so aus, als ob er nur plaudern wollte..."

Daniel nickte. 

"Ich möchte zu gern wissen, was die beiden zu bereden haben ..."

McQueen hatte O’Neill in den Verhörraum gebracht, um ihn persönlich auszuquetschen. 

"Wer sind Sie ? Woher kommen Ihre Leute ? Sie gehören nicht zu unseren Streitkräften oder?"

O’Neill schwieg. Seine einzige sichtbare Reaktion war das wissende Grinsen, das er aufgesetzt hatte. Er sah so aus, als ob ihn die ganze Situation amüsieren würde. 

Das war genau das, was McQueen auf die Palme brachte. 

"Die Fragen sind Ihnen wohl zu schwer? Okay, fangen wir mit etwas einfacherem an: "Wie heißen Sie?"

O’Neill fühlte sich an die letzte Zeitreise erinnert, wo er ebenfalls von Militärs verhört worden war. Ihm hatte es unsäglichen Spaß gemacht, sich über sie lustig zu machen, ohne dass sie es überhaupt merkten.

"Mein Name ist Captain James T. Kirk ," sagte er nun mit todernster Miene.

"James Tiberius Kirk?" fragte McQueen nach.

"Woher wissen Sie das?" Sch... es hat nicht funktioniert ... dachte O’Neill. 

"Weil ich nicht so unwissend bin, wie Sie vielleicht glauben!!! Und nun rücken Sie endlich mit der Wahrheit heraus!!!" 

O’Neill tat so, als ob er sich geschlagen gäbe. "Okay okay, ich sage Ihnen ja alles, hören Sie bloß auf zu brüllen! Ich will ehrlich zu Ihnen sein, McQueen. Mein Name ist nicht Kirk ..." 

-Pause-

"Ich heiße Skywalker..." 

-Pause-

"Luke Skywalker!"

Die beiden Wachen, die draußen vor der Tür standen, zuckten kurz zusammen, als sie McQueen’s Kampfschrei hörten und sprangen schnell aus dem Weg, als er die Tür aufriss und nach draußen stürmte. 

Ein paar Räume weiter versuchte Commodore Ross sein Glück - beim Verhör mit Teal’C. Dieser wandte eine ganz andere ‘Taktik’ an, um Ross in den Wahnsinn zu treiben. 

"Nun sagen Sie mir endlich, wie Sie heißen?!!!"

"Ich darf meine Identität nicht preisgeben."

"Natürlich nicht!" Ross verschränkte seine Arme vor der Brust und versuchte das letzte bisschen Geduld aufzubringen.

"Genauso wenig, wie die anderen Dinge, nach denen ich Sie in der vergangenen Stunde gefragt habe!" 

Er ging noch einmal zum anderen Ende des Raumes, wie schon hundertmal zuvor. Er drehte sich abrupt um. 

"Gehören Sie zu einer Spezialeinheit?"

"Das ist geheim!" Teal’Cs Gesichtsausdruck verriet ihm gar nichts. Er erinnerte ihn an einen Silikanten. 

"Ich unterliege der höchsten Geheimhaltungsstufe!!" 

"Das genügt mir aber nicht."

Der Commodore runzelte verwirrt die Stirn. Vielleicht sollte er es anders angehen. "Was ist das überhaupt für ein goldenes Zeichen auf ihrer Stirn?"

Schweigen.

Na gut, soviel dazu .... Jetzt fiel ihm nur noch eins ein.

"Gehören sie zu Aerotech?"

Teal’C drehte langsam den Kopf in Ross’ Richtung. "Wer ist Aerotech?"

Der Commodore seufzte theatralisch und zuckte mit den Achseln. "Mir reicht’s für heute!"

Er öffnete die Tür und winkte die beiden Wachen herein. "Bringen Sie ihn zurück in die Zelle!" Er verließ das Zimmer mit stürmischen Schritten. Jetzt brauchte er erst mal einen großen Schluck seines Lieblings-Grogs, um seine Nerven zu beruhigen. Einen sehr großen Schluck!

Einen Gang weiter stieß er mit McQueen zusammen.

"Verdammt noch mal!!!" riefen beide gleichzeitig und rieben sich die Köpfe.

McQueen wollte über diese Peinlichkeit hinwegreden. "Haben Sie etwas erfahren?"

"Nein - und Sie?"

McQueen dachte an Luke Skywalker und James T. Kirk. Er schüttelte den Kopf. 

"Nein, nichts Wesentliches, Sir!"

Beide gingen schweigend nebeneinander.

"Was soll jetzt mit ihnen geschehen?"

"Sie bleiben vorerst in den Zellen!"

"Für wie lange?"

Ross zuckte die Achseln.

"Waaaas, Sie sperren uns einfach so ein?!!!" brauste O’Neill auf, als ihnen McQueen diese Nachricht überbrachte.

"Ich werde darüber nicht diskutieren!" gab McQueen eiskalt zurück. "Sie sind hier einfach aus dem Nichts aufgetaucht, auf einem Planeten im feindlichen Gebiet, Sie beantworten keine Fragen. Wir wissen nicht, wer Sie sind, noch was Sie hier wollen - also was sollen wir Ihrer Meinung nach tun?!" Er stemmte herausfordernd seine Hände in die Hüften.

O’Neill funkelte ihn mit wütenden Augen an. 

"Ich werde Ihnen sagen, was Sie tun werden, Lieutenant-Colonel ...!"

"Jack!" Daniel fasste ihn beim Ärmel und zog ihn von den Gitterstäben weg.

"Auf diese Weise kommen wir hier nicht raus," flüsterte er ihm zu. "Lassen Sie mich das machen!"

"Okay, okay! Na schön, von mir aus ..." O’Neill hob resigniert die Hände. "Ich habe das dumme Gefühl, ich habe schon wieder keine Wahl! Wenn Sie es auf die diplomatische Tour versuchen wollen - bitte sehr!" 

Daniel nickte ihm zu und trat nach vorne. Er sah McQueen ruhig an und versuchte, ein Lächeln aufzusetzen. "Ich muss mich für sein Verhalten entschuldigen, Sir . Sie müssen mir glauben, dass wir keine feindlichen Absichten haben. Wir suchen nur einen Weg nach Hause. Mehr kann ich Ihnen leider nicht sagen ..."

Letztendlich musste er doch etwas mehr sagen, damit McQueen nach einer halben Stunde soweit war, dass er wenigstens noch mal mit Ross über die Freilassung reden würde.

Und nach einer weiteren Stunde konnten beide SG-Einheiten die Zelle verlassen. 

"Warum habe ich eigentlich eine Stunde Verhör über mich ergehen lassen, wenn Sie hinterher sowieso alles verraten, Daniel?!" flüsterte O’Neill ärgerlich.

"Wenn ich es nicht getan hätte, würden wir hier noch bis zum Jüngsten Tag sitzen. Und außerdem habe ich ihnen nicht ‘alles’ gesagt. Sie haben vermutet, dass wir eine geheime militärische Einheit sind und genau das habe ich bestätigt. Das Stargate habe ich nicht einmal erwähnt," flüsterte Dr. Jackson zurück.

McQueen sah sie beide misstrauisch an. O’Neill bemerkte es.

"Okay, okay, schon gut, Daniel! Machen wir, dass wir her rauskommen, dann sehen wir weiter," sagte der Colonel laut.

Jetzt fehlte nur noch eins, um ihn glücklich zu machen: "Na schön, wir hatten einiges bei uns, als wir hierher kamen - Waffen. Können wir sie zurückbekommen?!!!"

McQueen drehte sich wortlos um und verließ den Raum.

Jack schaute ihm kopfschüttelnd hinterher. "Ist das denn zu viel verlangt?"

Sie bekamen ein eigenes Quartier und sie durften sich sogar frei auf der Saratoga bewegen - unter Beobachtung, versteht sich. Als ‘Beobachter’ wurden ihnen die WildCards zugewiesen.

Zuerst gingen sie alle essen.

Naja, O’Neill hatte sich etwas besseres unter dem Begriff ‘Essen’ vorgestellt. Und nicht nur er dachte so.

Cooper wiederum schaufelte den ‘Berg’ auf seinem Teller in sich hinein und schmatzte genüsslich. Dann bemerkte er, wie Daniel sehr vorsichtig und bedächtig herumkaute.

"Was ist denn?" fragte er mit vollem Mund.

Daniel verzog das Gesicht. "Das hier schmeckt nach Hühnchen!"

"Was ist dagegen einzuwenden?"

"Na ja, laut Speiseplan sind das Makkaroni mit Käse!"

"Es schmeckt gut."

Alle WildCards drehten sich überrascht zu Teal’C um, der das Essen mit der gleichen Geschwindigkeit in sich hineinbeförderte wie Cooper.

"Er kann also sprechen?" fragte Vansen erstaunt.

"Wenn es unumgänglich ist ..." erwiderte O’Neill, bevor er sich eine Gabel voll Makkaroni in den Mund steckte.

"Hey, der große Schwarze mit dem goldenen Zeichen auf der Stirn scheint sich ja mächtig zu freuen, endlich aus der Zelle raus zu sein! Vielleicht hat er ja deshalb so einen guten Appetit!" bemerkte Wang.

O’Neill nickte. "Er freut sich eher innerlich, glaub’ mir ...!"

"Also ... nachdem wir uns endlich soweit verständigt haben, dass wir nicht mehr als eure Feinde angesehen werden, könnt ihr uns etwas über dieses
Schiff und euch erzählen ..." 

Daniel schaute fragend in die Runde.

"Ist das wirklich dein Ernst?" fragte Shane.

"Nun ja, eigentlich schon ..."

Cooper hielt mit dem Essen inne und schluckte es schnell hinunter.

"Ihr habt also noch nie etwas von den WildCards gehört?" 

Alle schüttelten den Kopf.

"Müssen wir jetzt beleidigt sein?" fragte Vanessa in die Runde. Sie holte kurz Luft, bevor sie mit ihrem Vortrag begann: "Wir kämpfen in einem Krieg gegen Aliens - genannt Chigs - die zwei unserer Weltraumkolonien angegriffen und zerstört haben - Vesta und Tellus. Bis jetzt haben wir nicht endgültig siegen können. Sobald wir irgendwo etwas Raum gewonnen und Stützpunkte gebaut haben, werden unsere Stellungen woanders zerschlagen und das geht nun schon seit Monaten so. Ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht."

"Ja, habt ihr denn nicht versucht, euch mit diesen Chigs zu verständigen?" fragte Daniel.

"Sich verständigen? Mit den Chigs?" Nathan schüttelte den Kopf. "Vollkommen unmöglich! Sie haben zuerst angefangen und haben zivile Ziele bombardiert, Kolonisten verschleppt ... Selbst wenn man mit ihnen reden könnte, sie haben es nicht verdient, dass man mit ihnen verhandelt!"

"Okay ..." Daniel war etwas irritiert über Nathan‘s Reaktion. Er musste eine persönliche Rechnung mit den Aliens offen haben ... Wahrscheinlich ging es ihm so wie mit ihm und den Goa’ulds ... 

"Und ihr seid Marines?" Jenkins meldete sich auch zu Wort.

"Hast du etwas was dagegen?" Wang schaute ihn lauernd an.

"Hey, so war das nicht gemeint! Wir sind auch Marines!" Er zeigte auf Preston, Mallone, Johnson und Newman.

"Sieht man euch gar nicht an!"

"Kommt jetzt so etwas wie eine Verbrüderungszeremonie?" warf Colonel O’Neill ein.

"Wir ..." er zeigt auf Carter, Teal’C und Daniel. "... sind übrigens von der Airforce. Na ja wenigstens ich und Carter..."

Cooper war nun sehr interessiert. "Ich würde jetzt nur zu gerne mal den Test machen, wer die besseren Piloten sind - sie oder wir!"

"Seid ihr wirklich sooo gut?" fragte O’Neill herausfordernd.

Shane nickte. "Ich bin nach West der beste Pilot!"

Cooper ließ seine Gabel fallen. Er hob sie schnell vom Tisch auf und deutete herausfordernd auf Shane und Nathan.

"Du und West seid hinter mir!"

Wang verdrehte die Augen. "Die ewige Diskussion!"

Nachdem die Diskussion nach etwa einer Stunde beendet war, begaben sich alle in den Gemeinschaftsraum. 

O’Neill nickte Teal’C zu. "Teal’C - mach’ ein böses Gesicht und sieh’ dich um! Und vergiss nicht: Sei nett zu allen, wie immer!"

Der Jaffa gehorchte aufs Wort und schritt von dannen, um etwas zu entdecken, was es wert war, zu untersuchen. Als erstes traf er auf Hawkes. Cooper sah, wie sich Teal’C interessiert seinen CD-Player ansah, den er sich aus dem Quartier geholt hatte.

"Du kannst ihn ruhig anfassen. Er ist antik! Hey, willst du dir ein paar meiner CDs anhören?"

Er fing aufgeregt in seiner kleinen Sammlung zu wühlen. Er schaute sich ein, zwei prüfend an, legte sie aber kopfschüttelnd weg. Dann hatte er die Richtige gefunden. 

"Hier!" plapperte er aufgeregt. "Vansen und die anderen bezeichnen es als Krach, aber sie haben keine Ahnung. Sie wird dir garantiert gefallen!" 

Cooper legte die CD ein, klappte den Verschluss zu, drehte den Lautstärkeregler ganz weit nach rechts und drückte dann auf Play. Er schloss erwartungsvoll die Augen.

Dann dröhnte die Musik los.

Nun schloss auch Teal’C die Augen - um einen Schrei zu unterdrücken. Er erinnerte sich - damals, kurz nach dem Eintreffen auf der Erde hatte er einmal in seinem Quartier den Fernseher eingeschaltet, um mehr über die Menschen und ihren Planeten zu erfahren. Auf einem der Kanäle hatte er das auch schon mal gehört. Damals hatte sich tief in seinem Innern die Meinung gebildet, dass die Menschen nicht ganz dicht waren.

"Wie findest du es?" rief Cooper.

O’Neill unterhielt sich mit Vanessa. Plötzlich hörte er undefinierbaren Lärm und schaute sich suchend um, um die Ursache zu entdecken.

"Wo ist Teal’C?"

Vanessa hörte die ‘Musik’ und lächelte.

"Ach Cooper zeigt ihm nur sein Lieblingsspielzeug ..."

Bald darauf hörte der Lärm auf, denn Wang hatte sich sofort energisch auf den CD-Player zu bewegt, um ihn abzuwürgen. Alle im Raum Anwesenden atmeten erleichtert auf.

O’Neill sah, wie sich Daniel angeregt mit Shane unterhielt.

Carter bemerkte, wie er missbilligend immer wieder in ihre Richtung schaute.

"Eifersüchtig, Sir ?" fragte sie schmunzelnd. 

Der Colonel setzte sein bestes Lächeln auf. 

"Daniel, dieser Lüstling! Wenn er so weitermacht, hat er bald auf jedem Planeten ein Mädchen!"

Samantha lächelte zurück. Das müssen Sie gerade sagen ... dachte sie.

Da es schon spät war, schlug der Colonel vor, dass sich alle zurückziehen würden, um sich auszuruhen. Nach so viel Stress an einem Tag - einer Zeitreise, einem langen Marsch durch unwirtliches Gelände, einem Kampf mit feindlichen Aliens und Gefangennahme von ihnen zunächst nicht freundlich gesinnten Menschen - sicher kein Wunder.

Daniel wollte noch weiter bei den WildCards bleiben. Wie immer war er sehr daran interessiert, mit neuen Bekannten Gedanken und Informationen auszutauschen. 

O’Neill ließ ihn mit einem Kopfschütteln gewähren. 

"Was ist das denn?" Daniel zeigte auf den Fotoclip, den Nathan um den Hals trug.

Dieser war mal wieder ganz begierig darauf, ihn jemanden zu zeigen, den es wirklich interessierte. 

"Und wenn man hier draufdrückt, kann man ihre Stimme hören ..." 

Nathan schloss verzückt die Augen, als Kylen‘s geliebte Stimme erklang. 

"Wenn ich nur so etwas zur Erinnerung an Sha’ri hätte. Ich vermisse sie so sehr ..."

Nathan schaute Daniel an, um mehr zu erfahren.

"Es war so ähnlich wie bei dir und ... Kylen. Sha’ri wurde von den Goa’uld entführt und ich habe keine Ahnung, wo sie sie hingebracht haben. Es gibt Hunderte, wenn nicht gar Tausende von Welten, wo sie sein könnte. Und sie ist sich nicht mal mehr ihres eigenen Ichs bewusst. Wenn der Parasit den Wirt übernimmt, unterdrückt er seinen Geist ... Es war so schrecklich sie so zu sehen. Ihr Blick war tot , leer, ohne jedes Gefühl ..."

"Mich hat es mindestens genauso schlimm getroffen!" wollte ihn Nathan noch übertreffen. 

"Meine Kylen wurde nicht nur von den Chigs entführt, nein man hat von ihr sogar einen Klon gefertigt! Beinahe wäre ich auf ihn hereingefallen. Ihr Blick hat sie verraten. Am Ende musste ich sie kaltblütig niederschießen, um meine Freunde zu retten. Es hat mir das Herz zerrissen. Sie sah schließlich so echt aus!!!"

"Das ist nichts gegen das, was ich durchmachen musste!" unterbrach ihn Daniel. 

"Ich musste zusehen, wie Sha’ri von RAs Kriegern getötet wurde! Wäre da nicht der Sarkophag gewesen, ich hätte sie für immer verloren!! Und dann musste ich auf einem Planten eine Vorrichtung zerstören, die einzige Möglichkeit Sha’ri von ihrem Goa’uld zu befreien, sollten wir sie jemals finden und retten können."

"Aber da fällt mir noch was ein ..."

Das Gespräch dauerte noch mehrere Stunden an. Danach waren beide heiser und zu erschöpft, um weiter zu sprechen. Sie waren zu der Einsicht gekommen, dass man wegen den Frauen viel zu viel durchmachen mussten. Zufrieden mit diesem Ergebnis begaben sich Daniel und Nathan ins Tun Tavern, um sich mit Drinks voll zu schütten, bis sie unter den Tisch rutschten und dort bis zum nächsten Morgen ihren Rausch ausschliefen. 



Am nächsten Morgen ...

Sämtliche Mitglieder von SG-1 und SG-3 versammelten sich um Colonel O’Neill. Sie waren allein in ihrem Quartier, so dass sie frei sprechen konnten. 

"So Leute, dumm gelaufen. Aber wir sitzen hier fest. Was machen wir?" Der Colonel blickte sich erwartungsvoll in der Runde um. 

Daniel fummelte nervös an seiner Brille herum. 

"Dr. Jackson - Sie sehen heute etwas ... verkatert ... aus!" bemerkte Jack vorwurfsvoll.

Daniel fühlte sich ertappt. Er war aber nicht um eine Ausrede verlegen.

"Na ja , das war so ... ich wollte von den WildCards noch ein paar Informationen haben und mit einem von ihnen ... Nathan ... habe ich mich etwas länger unterhalten ... und dann ist es spät geworden ..."

"Ah ja! Und das ..." er zeigte auf Daniel, "... soll der Mann sein, der sonst nicht einmal Bier trinkt und dem bereits nach einer Flasche schlecht geworden ist?!"

Daniel war ehrlich - wie immer.

"Na ja, Jack, wir haben auch kein Bier getrunken ..."

"Na was sagt man dazu?!" O’Neill schüttelte den Kopf. 

"Unser Danny-Boy ist ein echter Säufer geworden! Wird Zeit, dass Sie mal zum Doktor gehen - Dr. Jackson!"

"Wir sollten lieber darüber nachdenken, wie wir nach Hause kommen können!"

"Sehr richtig Captain Jenkins - wenn ich Sie nicht hätte ..." O’Neill warf ihm einen bedeutungsvollen Blick zu.

"Ihr beide vertragt euch?" Teal’C sah den Colonel ruhig an.

"Wer ich und Daniel?!" Er sah etwas beleidigt aus. "Ja ja, das schaffen wir schon!"

Er blickte erneut in die Runde.

"Also, hat nun jemand eine Idee, wie wir nach Hause kommen?"

Alle senkten gleichzeitig die Köpfe. 

"Nun ... Wie lautet unser Plan?" 

Er schaute in Richtung Carter. Normalerweise fiel ihr immer etwas ein. 

O’Neill zog die Augenbrauen hoch, als auch sie schwieg.

"Phantastischer Plan!!!"

"Colonel, ich sehe wirklich keinen Weg, um hier wegzukommen. Es geht schließlich nicht nur darum, die Erde zu erreichen, wir müssen auch die richtige Zeit und das richtige Kontinuum erwischen!"

"Aber wir könnten doch zurück zur Erde fliegen - dort müsste das Stargate noch existieren - und dann reisen wir einfach da durch!" 

"Bevor wir uns darüber Gedanken machen, müssen wir erst mal das Stargate finden. Ich sehe da keine Möglichkeit," warf Jenkins ein. 

Carter nickte.

"Sir, er hat Recht. Wir haben keine Garantie, dass auf dieser Erde das Stargate je entdeckt worden ist. Die Menschen hier reisen bereits seit Jahren durch die Galaxie und sind noch nie den Goa’uld begegnet. Stattdessen sind sie auf eine andere außerirdische Lebensform gestoßen, mit der sie sich zur Zeit im Krieg befinden. Selbst wenn der Commodore uns zurück zur Erde bringen wollte, er könnte es nicht. Er hat alle Hände voll zu tun, die Stellung hier zu halten."

"Oder wir fliegen mit einem dieser netten kleinen Mannschaftstransporter?" O’Neill wollte nicht so leicht aufgeben.

"Nein Sir, das wäre glatter Selbstmord. Wir sind 12,3 Lichtjahre von der Erde entfernt. Der Transporter würde Wochen für diese Strecke benötigen, von denen wir nicht einmal die erste überleben werden, weil wir uns mitten im feindlichen Gebiet befinden. Ich sehe nicht, dass es ein oder gibt, Sir."

"Nein Sir?!!! Steht auf meiner Uniform nicht irgendwo, Colonel?!!!"

O’Neill schüttelte entrüstet den Kopf .

Daniel schaute Carter fragend an: "Kein oder?"

"Ich wüsste ein oder!" meldete sich O’Neill. Daniel drehte sich zu Jack um.

"Tatsächlich?"

"Wo ein Wille ist, ist auch ein oder!"

Carter verdrehte die Augen. "Sir, Sie können nicht etwas erzwingen, nur weil sie es so haben wollen!"

"Aber es muss doch eine Möglichkeit geben, das Stargate ausfindig zu machen!" drängte Daniel.

Der Colonel zuckte mit den Schultern.

"Na klar, wir rufen einfach im Fundbüro an und fragen nach, ob irgendjemand einen riesigen Metallring mit 39 eingravierten Bildchen gefunden hat! Nein, wir müssen einen anderen Weg suchen. Sie haben ja Recht. Ich weiß kein oder. Nennt mich einen Pessimisten, aber wir brauchen einen neuen Plan! Jeder hier weiß, dass ich ziemlich stolz bin auf meinen Titel Mr. Optimist, aber Fakt ist, dass wir uns etwas einfallen lassen müssen."

Er dachte angestrengt nach.

"Äh ... macht es überhaupt einen Unterschied, durch welches Stargate wir reisen? Wir können doch genauso gut das auf Tartarus II nehmen oder?" bemerkte Johnson.

O’Neill nickte, als sei er auch eben darauf gekommen.

"Carter, was meinen Sie?"

"Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. So oder so, es kann eine Menge schief gehen. Wenn der Transport aufgrund einer Sonneneruption geschah, dann geschah sie genau in dem Moment, in dem wir uns zwischen zwei Stargates aufhielten. Wir brauchen für die Rückkehr eine ebensolche Eruption, nur auf der anderen Seite der Sonne, damit die Differentialdrehung der Sonne uns zurückschickt." 

Der Colonel verdrehte die Augen.

"Okaaaay ... Was haben wir gerade herausgefunden?" 

"Wenn uns die Berechnung dieser Sonneneruption gelingt und wir zu diesem Zeitpunkt das Stargate durchqueren, wird durch das Magnetfeld der Eruption das Wurmloch näher an die Sonne herangezogen und die erhöhte Schwerkraft könnte uns auf die Erde zurückschicken."

"Könnte?" Der Colonel war mehr als skeptisch. "Außerdem gibt es da zu viele ‘Wenns’!"

"Und woher wissen wir, dass wir einen Zeitsprung zurück und nicht weiter nach vorn machen?" fügte Daniel hinzu.

Carter zuckte die Schultern.

"Es hat schon einmal funktioniert oder?"

O’Neill dachte nach. 

"Gibt es nicht noch eine andere Möglichkeit? Daniel, was ist mit diesem Spiegel durch den sie in dieses andere Paralleluniversum gereist sind? Es wäre doch sicher einfacher, durch den Spiegel zurückzureisen als wieder irgendwelche stattfindendenden Sonneneruptionen zu berechnen und zum richtigen Zeitpunkt durch das Stargate zu reisen oder?"

"Gute Idee..." gab Daniel zu.

O’Neill nickte. "Kann vorkommen!"

"Nun ja, mit Hilfe des Gerätes, das zum Spiegel gehört, könnten wir ganz leicht unser Universum ausfindig machen und zurückkommen, aber zuerst einmal müssen wir ihn finden. Er muss ja nicht zwangsweise auf der Erde sein..." gab Daniel zu bedenken.

"Äh ... Entschuldigung, dass ich Sie unterbrechen muss, aber was ist das für ein Spiegel?"

Jenkins und Newman hatten noch nie etwas davon gehört. O’Neill hatte fast schon damit gerechnet. 

"Auf einem der von uns besuchten Planeten haben wir dieses Gerät gefunden. Und Daniel musste ja unbedingt daran herumspielen - vor lauer Neugier. Er berührte seine Oberfläche und schon war er in einem anderen Universum gelandet. In dieser Realität gehörte er nicht zum SG-Kommando, aber was noch schlimmer war: Er musste miterleben, wie Goa’uld-Schlachtschiffe die Erde angriffen und die Oberfläche unseres Planeten Stück für Stück in eine radioaktive Hölle verwandelten. Sein anderes Ich starb bei einem dieser Angriffe. Tatsächlich scheinen wir eines der wenigen Universen zu sein, in denen die Goa’ulds nicht den Kampf gewonnen haben."

"Keine anheimelnde Vorstellung ..." bemerkte Newman.

O’Neill kam zum Ende der Besprechung. "Okay, ich werde versuchen, noch einmal mit dem Commodore zu sprechen, um herauszufinden, welche Optionen uns offen stehen, dann reden wir weiter. Bis dahin ruhen sie sich alle aus - und Daniel ... keinen weiteren Alkohol mehr bitte ..."

Keiner von ihnen ahnte, dass ihre Rettung bereits auf dem Weg zur Saratoga war ...

Unterdessen auf der Brücke: "Sir, ein Mannschaftstransporter nähert sich uns. Er gehört zur Potemkin, die zwei Tagesreisen von hier Stellung bezogen hat."

Der Offizier hörte weiter, was ihm gesendet wurde. Er bekam einen verdrießlichen Gesichtsausdruck. "Das wird ihnen nicht gefallen, Sir!"

Ross ahnte Schlimmes. "Was ist denn?"

"Es befinden sich zwei Mitglieder von Aerotech an Bord ..." 

Der Commodore umklammerte das Geländer. 

"Einer von ihnen ist Sewell ..." 

Die Knöchel seiner Hand traten weiß hervor.

Auch das noch!

"Geben Sie ihnen Landeerlaubnis. Auf Deck zehn!" presste er aus zusammengekniffenen Lippen hervor. Dann begab er sich dorthin, um die Begrüßung gleich hinter sich zu bringen.

Sewell hatte wie immer sein bestes zweideutiges Lächeln aufgesetzt und streckte Ross seine Hand entgegen. "Schön, Sie wieder zu sehen, Commodore! Es war ein Glück, dass wir den Flug hierher heil überstanden haben - immerhin sind wir zwei Tage lang durch eine heiße Zone geflogen. Es ist schön, wieder unter Freunden zu sein!"

Ross sah verächtlich auf seine Hand hinunter, dann sah er direkt in seine Augen. "Freunde? Sie sind absolut nicht mein Typ. Und wahrscheinlich werde ich Sie nie leiden können!" Mit diesen Worten drehte er sich um und wollte das Deck verlassen. 

Sewell lächelte immer noch, aber in seinen Augen funkelte es eiskalt. "Ich habe gehört, dass sie ‘Gäste’ an Bord der Saratoga haben ..." 

Ross erstarrte. Woher wusste der verdammte Kerl davon? Gab es etwa einen Aerotech-Spion an Bord? Den drehe ich eigenhändig durch den Fleischwolf, wenn ich ihn erwische ...

Sewell schien seine Gedanken zu erraten. "Bevor Sie fragen - ich darf Ihnen nicht sagen, woher ich das weiß. Wir haben unsere Quellen ... Ich muss mit demjenigen reden, den Sie O’Neill nennen. Bringen Sie ihn zu mir ."

Ross’ Augen verengten sich. Er wollte Sewell widersprechen.

"Bitte," fügte dieser hinzu, als ob damit alles geklärt wäre.

Ross atmete tief durch und versuchte, seinen Adrenalinspiegel auf ein weniger explosives Level herunterzubringen. "In Ordnung. Ich nehme an, Sie haben die nötigen Befehle und ich darf mich ihnen nicht widersetzen..."

Sewell nickte arrogant.

"Aber ich warne Sie, sobald Sie oder das, was Sie vorhaben, die Sicherheit des Schiffes gefährden, stelle ich Sie eigenhändig unter Arrest - verstanden!"

Mit diesen Worten drehte sich der Commodore um und verließ das Deck. 

Bevor Sewell ihm folgte, nickte er noch seinem Mitarbeiter zu, der nach ihm den Transporter verlassen hatte.

"Laden Sie es aus und transportieren Sie es in mein Quartier - und vergessen Sie die Wachen nicht!"

O’Neill stand vor der Tür zu Sewell‘s Quartier. Er wurde von zwei Wachen eskortiert. Teal’C hatte ihn auf seinen Wunsch begleitet. Er wollte solange vor der Tür warten, bis das Gespräch beendet war.

Der Colonel hatte keine Ahnung, was er hier sollte. Er klopfte.

"Herein!"

O’Neill trat ein und schaute sich um. Viel gab es nicht zu sehen. Der Raum war abgedunkelt, es dauerte ein paar Sekunden, bis sich seine Augen daran gewöhnt hatten und er eine sitzende Gestalt ausmachen konnte. Er schloss die Tür.

"Sie wollten mich sprechen?" fragte er zögernd.

"Ja. Treten Sie näher ... Colonel O’Neill."

O’Neill stutzte. 

"Ähh ... Kennen wir uns vielleicht?"

"Nein." Die Person erhob sich und trat in das spärliche Licht, das von einer Wandlampe ausging. 

O’Neill war er auf den ersten Blick sofort unsympathisch. Er hatte das gleiche Gefühl wie bei Colonel Maybourne. Beide umgab diese Aura des Geheimnisvollen, man wusste einfach, dass sie nicht das waren, was sie zu sein schienen. 

Wer weiß - vielleicht war er ja ein direkter Nachfahre von Maybourne? 

"Trotzdem weiß ich alles über Sie ..."

"Ach ja?" O’Neill glaubte ihm nicht.

"... und das Stargate-Programm."

O’Neill war sprachlos. Was sollte er auch darauf antworten? 

"Ich weiß, dass Sie nur zufällig in unserer Zeit gelandet sind und wieder zurückwollen. Ich kann Ihnen dabei helfen ..."

Das war genau das, was O’Neill hören wollte - die Lösung aller Probleme. Trotzdem war er vorsichtig. Dieser Typ wollte sicherlich etwas für seine Hilfe haben. "Was wollen Sie von mir?" 

Sewell zeigte die Andeutung eines Lächelns. "Ich sehe, wir verstehen uns. Bevor wir dazu kommen, zeige ich es Ihnen am besten."

Er ging in die hintere Zimmerecke und schaltete die Beleuchtung ein. 

O’Neill trat näher und blieb abrupt stehen. 

"Sie wissen, was das ist oder?" fragte Sewell lauernd.

"Oh jaaa ..."

Vor ihnen stand der stand der Spiegel. Sewell zeigte auf ihn und lächelte berechnend.

"Damit kommen Sie zurück und wir haben das hier ..." Er hob ein rundes Gerät in die Höhe.

"Aber im Gegenzug verlange ich von Ihnen, dass Sie uns die Funktionsweise des Spiegels erklären. Ich darf Ihnen nicht sagen, wo wir ihn entdeckt haben. Nur soviel - ein Expertenteam arbeitet bereits seit Jahren daran, sein Geheimnis zu entschlüsseln. Wir wissen, man kann damit in parallele Welten reisen, ja wir haben sogar ein paar von unseren Leuten hindurchgeschickt. Doch sie sind nie wieder zurückgekommen. Wir können den Spiegel nicht steuern. Und deshalb brauche ich Sie, Colonel! Denken Sie über mein Angebot nach – sofern es darüber überhaupt etwas nachzudenken gibt und besprechen Sie es mit Ihren Leuten."

Er begleitete den Colonel zur Tür und öffnete sie.

Sewell sah ihn ernst an.

"Sie dürfen niemandem von der Saratoga erzählen, was Sie hier gesehen haben – verstanden?!"

"Verdammt, dann werde ich wohl meine Talkshow absagen müssen!" 

Jack grinste ihn an. Er konnte diesen Mann einfach nicht ernst nehmen.

Teal’C , der vor der Tür stand, stellte mal wieder die entscheidende Frage: "Was ist eine Talkshow?"

"Genau das, wonach es sich anhört!" erklärte O’Neill. Er klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter. "So, und nun habe ich den anderen etwas mitzuteilen!" 

Ohne Verabschiedung von Sewell drehte er sich um und ging mit T’ealC davon. 

Alle sahen erwartungsvoll zum Colonel. 

"Gute Nachrichten!" verkündete er enthusiastisch. "Ganz überraschend ist der Spiegel aufgetaucht! Was für ein Zufall! Wir können durch ihn in unsere Welt zurückkehren!"

Alle starrten ihn ungläubig an.

"Einfach so?" hakte Daniel nach.

"Einfach so! Einer dieser Aerotech-Leute hat ihn an Bord gebracht. Er wusste eine Menge über uns und das Stargate - ziemlich unheimlich ..."

"Aber woher weiß er das alles und dass wir den Spiegel gerade jetzt brauchen?" bohrte Carter. "Das kann kein Zufall sein!"

Der Colonel zuckte die Achseln.

"Vielleicht ist das wieder so ein Zeit-Ding. Irgendjemand hat in der Vergangenheit eine Nachricht hinterlassen, dass der Spiegel zu einem bestimmten Zeitpunkt an einen festgelegten Ort gebracht werden sollte bla bla bla..."

"Wenn wir uns in unserem Universum befinden würden, würde das sogar Sinn machen, aber ..."

"Ja ich weiß Captain, was Sie mit dem Aber meinen und es freut mich, dass Sie diese Sache so fasziniert, aber es ist Zeit, der Realität ins Auge zu sehen, okay?!"

"Das heißt, wir können gehen - jetzt sofort?" fragte Daniel.

"Na ja, es gibt noch ein Problem, im Gegenzug für unsere Rückkehr sollen wir die Funktionsweise des Spiegels erklären. Das ist die einzige Bedingung, die uns gestellt wurde..."

"Daniel - Sie wissen noch, wie man in unser Universum kommt?"

"Ja, ich habe mir die Einstellung des Handgerätes gemerkt. Das dürfte kein Problem sein."

"Und wo werden wir herauskommen, wenn wir durch den Spiegel gehen?"

"Soweit ich weiß, wurde er zur Area 51 gebracht." 

"Okay, dann wäre jetzt nur noch das Problem zu lösen, wie wir durch den Spiegel gehen können, ohne vorher unsere Vereinbarung erfüllen zu müssen. Diese Organisation Aerotech würde ihn nur dazu nutzen, in andere Dimensionen zu reisen, Technologie und Wissen zu stehlen und damit alle Realitäten durcheinander bringen. Am besten ist, wir nehmen ihr Handgerät mit, so dass der Spiegel völlig wertlos für sie wird."

"Und wenn das nicht klappt - haben wir einen Alternativplan?" wollte Jenkins wissen.

O’Neill zuckte mit den Achseln. "Sprengstoff!"

"Das sagt er jedes Mal!" erklärte Daniel. "Außerdem haben wir gar keinen Sprengstoff ..." 

"Also kein Alternativplan ..." stellte Carter fest. "Aber wie sollen wir unseren Plan A ausführen? Wir stehen doch ständig unter Beobachtung. Wir kommen ja gar nicht an den Spiegel heran, ohne dass Sewell es merkt!"

"Und deshalb brauchen wir auch Hilfe ..." Colonel O‘Neill hatte sich bereits alles genau überlegt.

Ein paar Minuten später betrat er das Quartier der WildCards und setzte sich Shane gegenüber an den Tisch. Sie arbeitete gerade an einem Bericht über die letzte Mission auf Tartarus II - eine Arbeit, die sie nur widerwillig machte. Sie sah sofort auf und legte den Stift weg.

"Sie sehen so aus, als ob Sie etwas von mir wollen ..."

O’Neill setzte sein charmantestes Lächeln auf. "Ich würde gern wissen, was Sie von Sewell und seiner Aerotech-Organisation halten ..."

"Ist er wegen Ihnen hier ?" Shane sah ihn prüfend an. 

Der Colonel nickte.

"Aerotech und Sewell im Besonderen kann man nicht trauen. Unabhängig vom Militär und Regierung drehen sie ihr eigenes Ding, wobei sie bei beidem ihre Finger im Spiel haben. Sie verfolgen ihre eigenen Ziele."

"Ihr seid also nicht sehr gut auf sie zu sprechen." fasste O’Neill zusammen.

"Jaa, wir hatten schon unsere Meinungsverschiedenheiten ... Aber was hat das mit Ihnen zu tun?"

Der Colonel atmete tief ein, bevor er antwortete. Er ging ein großes Risiko ein, indem er Vansen vertraute. Aber sein Gefühl sagte ihm, dass es klappen würde.

"Wir brauchen eure Hilfe ..."

Shane lehnte sich zurück und sah den Colonel abwartend an. "Worum geht es?"

Eine halbe Stunde später rief sie die WildCards zusammen und erklärte ihnen den Plan. 

Sie brachten die Waffen von SG-1 und SG-3. O’Neill fühlte sich gleich viel besser. Nun konnte eigentlich gar nichts mehr schief gehen. 

Der Plan sah ganz einfach aus: Sobald Sewell sein Quartier verließ, sollte er von Cooper und Nathan abgefangen und ‘beschäftigt’ werden, in der Zwischenzeit würden O’Neill und seine Leute die Wachen überwältigen und das war’s auch schon. Zum Glück hatte Teal’C eine der Zedguns dabei, mit denen er die Wachen betäuben konnte, so dass niemand getötet werden musste.

Sie schlichen sich in Sichtweite von Sewell‘s Quartier und versteckten sich in einem Gang - ganz unauffällig versteht sich. Sie hatten wirklich Glück - ihnen begegnete niemand.

Bald darauf öffnete sich die Tür und Sewell kam heraus. Cooper und Nathan warteten bereits auf der anderen Seite des Ganges auf ihn. Es war vorherzusehen, dass er in die Tun Tavern gehen würde, denn seit seiner Ankunft hatte er weder etwas getrunken noch etwas gegessen. Und das musste sogar jemand wie Sewell. Andere Möglichkeiten, in welche Richtung er sich wenden würde, gab es gar nicht.

O’Neill wartete noch zwei Minuten, bis er Teal’C ein Zeichen gab. Dieser trat aus dem Gang hervor. Zwei grellblaue Lichtblitze aus seiner Waffe und die Wachen sanken betäubt zu Boden.

Schnell verließen alle ihre Deckung und traten in das Quartier. Es war schon fast zu einfach gewesen. 

Der Spiegel befand sich immer noch an der gleichen Stelle wie zuvor.

O’Neill war sehr erleichtert.

"Das war’s, wir gehen! Daniel, bringen Sie uns nach Hause! Machen Sie mit dem Spiegel... äh ... was Sie machen müssen und dann auf zur Erde!"

Dr. Jackson atmete tief durch. "Jetzt oder nie!"

"Ich war schon immer für jetzt als für nie !" erwiderte Colonel O’Neill. "Sind Sie sicher, dass Sie das richtige tun?"

Daniel drehte an dem Gerät.

"Ha! Es funktioniert, oder?!"

O’Neill sah ihn zweifelnd an.

Zuerst berührten die Mitglieder von SG-3 die Oberfläche des Spiegels - ein Lichtblitz und sie befanden sich auf der anderen Seite. Ihnen folgte SG-1.

"Der alte Doc Jackson! Immer kann man sich auf ihn verlassen!" Jack klopfte ihm freudig auf die Schulter, als sie auf der anderen Seite waren.

Dann blickte er sich um. Er starrte in die Gewehrläufe einiger Wachen, die sie umstellt hatten.

"Hey hey hey! Immer ruhig, Jungs! Nur weil wir aus dem Nichts mitten in Area 51 auftauchen, heißt das nicht, dass wir Feinde sind!"

O’Neill erblickte ein bekanntes Gesicht.

"Ah! Colonel Maybourne! Ich habe immer ein herrlich prickelndes Gefühl, wenn ich Sie sehe!"

Maybourne‘s Gesichtsausdruck ließ nicht darauf schließen, dass er dies positiv interpretierte - was verständlich war, hatte ihm O’Neill doch einmal gedroht, ihn eigenhändig zu erschießen. Doch das ist eine andere Geschichte ...

"Und Colonel Makepeace ist auch hier!" stellte O’Neill mit Verwunderung fest, als er ihn erblickte.

Was hat der denn in Area 51 zu suchen? Arbeitete er etwa mit Maybourne zusammen? 

Daniel war froh, wieder ‘daheim’ zu sein. Er drehte sich zum Spiegel um. Er konnte sehen, wie auf der anderen Seite die Tür aufgerissen wurde und Sewell hereinstürmte. Doch es war schon zu spät. 

Daniel sah, wie Sewell in seine Richtung schaute. Er hielt schadenfroh das Handgerät hoch und winkte ihm zum Abschied zu. 

"Bye bye ..."

Dann erlosch das Bild und die Verbindung zu dieser Realität war abgebrochen. 

"Man, der ist jetzt dran! Diese Leute von Aerotech werden nicht gut auf ihn zu sprechen sein, weil wir ihm entwischt sind und sie den Spiegel nie mehr nutzen können." 

O’Neill grinste. "Mir blutet das Herz!"

Währenddessen auf der Saratoga - in einer anderen Zeit, einer anderen Realität ...

Ross befand sich auf dem Flugdeck, um Sewell zu verabschieden.

Er konnte sich ein schadenfrohes Grinsen nicht verkneifen. Sewell bemerkte es.

"Ich werde Sie persönlich dafür verantwortlich machen, Commodore! Von Ihren Leuten muss jemand den Gefangenen bei der Flucht geholfen haben!"

"Sie waren nicht unsere Gefangenen, sie standen nur unter Beobachtung, bis ihre Identität einwandfrei geklärt war. Sie waren in keiner Datenbank gespeichert, so als ob sie gar nicht existieren würden. Und sie wollen mich für die Flucht von jemandem verantwortlich machen, der offiziell nie registriert worden ist?"

Sewell konnte darauf nicht antworten. Man sah ihm an, dass es ihn viel Anstrengung kostete, nicht vor Wut zu explodieren. Er deutete warnend auf den
Commodore.

"Das wird Sie noch teuer zu stehen kommen, Ross!"

"Ich wünsche Ihnen einen schönen Heimflug, Mr. Sewell!" Ross winkte ihm zu, während Sewell den Transporter betrat.

Seine Laune hatte sich schlagartig gebessert, als er wieder die Brücke betrat. McQueen war ebenfalls anwesend. Ein Offizier meldete gerade einen neuen Feindkontakt.

"Welche Richtung?"

"Koordinaten 3-4-5."

McQueen drehte sich zum Commodore um.

"Ist das nicht die Richtung, in der Sewell unterwegs ist?"

Ross nickte. "Allerdings. Die kommen doch wie gerufen oder?"

McQueen zeigte die Andeutung eines Lächelns.

"Was halten Sie davon, wenn wir einen auf diesen Tag anstoßen?" fragte Ross gutgelaunt.

"Ist das ein Befehl, Sir?"

"Auf jeden Fall, Colonel!" Bevor beide die Brücke verließen, drehte sich Ross noch einmal um. "Wenn die Chigs uns gefährlich nahe kommen, möchte ich rechtzeitig informiert werden, verstanden?!"

"Aye aye, Sir!!" kam die Antwort. 

Und so kehrte zunächst Ruhe auf der Saratoga ein, McQueen und Ross genehmigten sich eine Flasche Grog ... 

- und irgendwo in Richtung 3-4-5 wurde Sewell‘s Transporter angegriffen ...


Ende

Claudia Silberborth

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Die Charaktere und Situationen der Serie "Space: Above & Beyond" wurden von Glen Morgan und James Wong, Fox Broadcasting und Hard Eight Productions kreiert und basieren auf ihren Ideen. Alle Handlungen in dieser Geschichte sind frei erfunden und nur die Charaktere stimmen mit "Space: Above & Beyond" von Glen Morgan und James Wong überein.

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