Showdown
– Der Tag des jüngsten Gerichts
Teil
1
Prolog
Die Chigs hatten den Großangriff auf den Planeten Demius im Pegasus-Sektor erwartet und die Menschen in einen üblen Hinterhalt gelockt. Etliche Geschwader wurden vernichtet. Die armen Hunde, die noch auf Demius waren, saßen dort fest und mussten mehr oder weniger auf ihren Tod warten.
McQueen war innerlich zerrissen. Er wußte, aus taktischer Sicht war es die richtige Entscheidung, Ixion anzugreifen. Der Planet war schlecht geschützt, die Chigs waren nicht so stark ausgerüstet, wie man zuerst angenommen hatte. Wenn die Menschen jetzt Ixion einnehmen können, dann haben sie die Chigs in die Knie gezwungen und dieser furchtbare Krieg hätte endlich ein Ende.
Und dennoch fühlte er sich wie ein Verräter. Er hat sein Geschwader in den sicheren Tod geschickt. Die Chigs machen üblicherweise keine Gefangenen.
Als die täglichen 7:00 Uhr „Nachrichten“ der Wildcards endgültig verstummten, da hätte sich McQueen am liebsten selbst ohne Raumanzug ins Weltall schießen wollen. Aber ganz tief im Inneren spürte er, dass der Lebenshunger seiner Kinder noch nicht erloschen war. Es konnte viele Gründe haben, warum sie nicht mehr sendeten. Das Funkgerät könnte kaputt sein. Oder vielleicht machten die Chigs doch Gefangene. Solange er nicht die Leichen sah galten die Wildcards für McQueen noch lange nicht als tot.
Nachdem Ixion gefallen war, konnte er endlich nach den Wildcards und all die anderen gestrandeten Geschwadern suchen. Und er hatte sie gefunden. Alle waren sie noch am Leben. Sie waren erschöpft, und sie waren enttäuscht und sauer. McQueen spürte, dass er sie verraten hatte. Und er spürte, dass sie das auch wußten. Ob er ihr Vertrauen jemals wiedergewinnen kann, wußte McQueen nicht. Aber er konnte sich darum jetzt eh nicht kümmern. Die Wildcards mussten sich sowieso jetzt erst mal erholen. Und McQueen musste sich auf ein diplomatisches Treffen vorbereiten, dass den Krieg womöglich beenden würde.
Nachdem die Chigs in die Enge getrieben wurden, schickten sie einen Botschafter. Alle Parteien sollten nun Bedingungen für den Frieden aushandeln. McQueen sollte anwesend sein als Vertreter von Commodore Ross. Die Enttäuschung war in Ross‘ Gesicht geschrieben. Auf einen solch geschichtsträchtigen Moment hatte der Commodore immer gewartet. Doch aufgrund einer blöden Erkältung war er jetzt Matt gesetzt. Und für ihn war das wahrscheinlich das lebensrettende Zünglein an der Waage.
Das Treffen verlief fürchterlich. Zunächst fing alles gut an. Der Chig-Botschafter stellte diese Theorie auf, wonach die Menschen und die Chigs den gleichen Ursprung haben. Und das hatte McQueen sehr getroffen. Der Botschafter hatte wahrscheinlich recht. Und das konnte nur bedeuten, dass wir verwandt sind und einen so fürchterlichen Krieg gegeneinander führen. Dieser Krieg erschien McQueen plötzlich so sinnlos. Er wollte, dass dieses Leid so schnell wie möglich ein Ende hat. Die Chigs wollten das offensichtlich auch. Sie hätten die Informationen, die ihnen versehentlich durch die Wildcards zugespielt wurden, auch gegen die Menschen verwenden können. Doch sie entschieden sich für den Frieden.
Aber dieser Aerotech-Schleimscheißer, dieser Tyrann, er hat alles zunichte gemacht. Gott sei Dank hat der Chig ihn zur Hölle gejagt. Alles wegen der eitlen Firmenpolitik. Aerotech wäre in der Luft zerrissen worden, hätten sie zugegeben, dass sie von der Zerstörung der unbemannten Sonde wußten, dass sie von den Aliens wußten. Um ihre Haut zu retten, brachten sie die gesamte Menschheit in Gefahr.
Dieses fürchterliche Gas. Es machte McQueen vollkommen hilflos. Er hatte den Chig nicht mal kommen gesehen, als er auch schon diesen unerträglichen heißen Schmerz an seinem Oberschenkel spürte. Er schaute nach unten, wollte nach seinem Bein greifen, um die Blutung abzudrücken, als er bemerkte, dass es weg war. Der Chig hatte es ihm ausgerissen in seinem Todeskampf. Er tötete so viele Menschen, wie er vor seinem eigenen Tod noch konnte. Doch je mehr sich die Schwefelhaltige Luft mit dem Sauerstoff vermischte, um so schwächer wurde der Chig, bis er schließlich erstickte.
Doch McQueen hatte er noch erwischt.
Als er auf die Trage gelegt wurde, hatte man ihm dann auch noch mitgeteilt, dass seine Wildcards bis auf West und Hawkes ausgelöscht bzw. vermißt waren. Und da wußte McQueen, dass er selbst auch schon tot war.
Teil 1
Commodore Ross ging nervös auf und ab. Der Krieg war nach dem Versagen der Politiker wieder entbrannt. Schlimmer denn je. Die Chigs waren in einem regelrechten Blutrausch. Und Ross konnte es sogar nachempfinden.
Ross hatte eine Krisensitzung einberufen. Irgend etwas musste geschehen, sonst wird es bald keine Menschen mehr geben. Die Geschwader waren zu 60% vernichtet worden, die Angriffe waren jedoch noch immer so heftig wie zu Beginn, auch wenn die Chigs ihren Heimatplaneten verloren hatten. Aber es war nur eine Frage der Zeit, wann sie ihn wieder zurückgewinnen würden. Sie hatten etliche Kriegsschiffe aus anderen Regionen nachgezogen, sie würden in weniger als 3 Tage bei Ixion eintreffen. Und dann droht die totale Vernichtung.
Commodore Ross saß mit anderen hochrangigen Militärs aus allen Herrenländern an einem ovalen Konferenztisch, um die brenzlige Lage zu beraten.
„Willkommen auf der Saratoga. Ich wünschte, wir hätten uns nicht zu so einem schlimmen Zeitpunkt getroffen.“
Der englische General übernahm schnell den Dialog mit Ross, wobei die anderen meistens nur zuhörten und gelegentlich nickend zustimmten.
„Commodore Ross, wir haben 80% unserer Streitkräfte verloren. Wenn wir jetzt auch noch die restlichen 20% in einen ausweglosen Kampf schicken, werden wir unser Land, ja die ganze Erde nicht mehr gegen einen Angriff verteidigen können!“
„Ich weiß, unsere Verluste waren ähnlich hoch. Unter diesen Umständen können wir die Stellung nicht mehr halten.“
Der Griechische General meldete sich zynisch zu Wort: „Unter diesen Umständen können wir nicht mal mehr überleben.“
„Und was schlagen sie vor, General Apostoles? Sollen wir einfach kapitulieren?“ – General Watson war wütend und schrie General Apostoles regelrecht an.
Ross versuchte zu schlichten.
„Meine Herren, lassen sie uns doch versuchen, eine Lösung zu finden.“
„Gut. Wir brauchen mehr Piloten. Und Schiffe.“
„Wir haben noch einige Hammerheads auf der Erde, im Jupiterring und Venus stationiert. Sie sind zwar beschädigt und sollten ausgemustert werden. Aber ich bin mir sicher, sie können rechtzeitig repariert und hergebracht werden. Ich habe ähnliche Meldungen aus Europa und Asien erhalten. Wenn wir in Schichten fliegen, und die Spinnenformation beibehalten, können wir mit wenigen Schiffen großen Schaden anrichten.“
„Fragt sich nur, wer die Schiffe fliegen soll. Und dann auch noch die Spinnenformation. Sie wissen selbst, dass es die schwierigste Formation ist, die je geflogen wurde.“
„Ich weiß. Und leider weiß ich auch nicht, wie wir so schnell an gute Piloten kommen.“
Ross war frustriert. Sie hatten das Material, um sich wenigstens zu verteidigen, um die Vernichtung der Menschen noch abwenden zu können. Wenigstens solange, bis sich die Menschen einigermaßen erholt hatten und eine gute Verteidigung aufbauen konnten. Aber die Piloten. Es gab einfach nicht genügend Piloten.
Es herrschte minutenlanges Schweigen am Tisch. Niemand sah den anderen an, jeder blickte stumm auf den Tisch, als ob die Lösung irgendwo dort eingeritzt gewesen wäre.
Plötzlich durchschnitt General Watson mit seiner tiefen Stimme die unheimliche Stille.
„Silikanten!“
Commodore Ross schaute Watson ungläubig an. „Wie bitte?“
„Silikanten! Sie können innerhalb kürzester Zeit umprogrammiert werden. Schneller können wir keine neuen Piloten bekommen.“
„Der Plan würde funktionieren, nur leider gibt es da 2 Hindernisse. 1. würden die Silikanten wegen dem Virus nie umprogrammiert werden können, und selbst wenn, der Virus würde immer noch aktiv sein, sie wären eher eine Bedrohung als eine Hilfe und 2. haben wir so gut wie keine Silikanten mehr. Die meisten sind irgendwohin verschwunden und führen aus ihren Verstecken ihre Terroranschläge durch. Vielleicht 5% aller noch aktiven Silikanten leben noch bei uns Menschen.“
„Ich bin mir sicher, die anderen können wir irgendwie aus ihren Verstecken locken. Wir müssen ihnen nur ein gutes Spiel anbieten.“
„Und dann? Was machen wir mit den gefangenen Silikanten?“
Wieder dieses Schweigen. Bis jetzt hatte man noch keine Möglichkeit gefunden, den Virus unschädlich zu machen. Die paar Silikanten, die noch unter den Menschen lebten, haben sich aus freien Stücken dazu entschlossen. Aber die übrigen würden sich nie mehr freiwillig in die Hände ihrer Schöpfer begeben.
Plötzlich meldete sich Jindou Resa, der Oberbefehlshaber der Indischen Streitkräfte zu Wort. Die ganze Zeit saß er ohne eine Miene zu verziehen am Tisch und hörte einfach nur zu, doch auf einmal hörte man die etwas zaghafte und leise Stimme des Inders.
„Unsere Wissenschaftler haben vor etwa 2 Monaten in einem Forschungsprojekt einen beschädigten Silikanten behandelt. Sie konnten den Virus vollständig entfernen.“
In Commodore Ross loderte wieder die Hoffnung. „Und wie verhielt sich der Silikant?“
„Er hatte vor der Behandlung 58 Menschen bei einem Terroranschlag getötet. Nach der Behandlung konnte er sich zwar noch daran erinnern, aber er war überhaupt nicht mehr aggressiv gegenüber den Menschen. Seit 2 Monaten arbeitet er im Forschungslabor, und selbst als er mit nur einem Chemiker allein in einem Raum war hatte er sich ruhig verhalten.“
„Können sie das bei jedem Silikanten auf Dauer garantieren?“
„Garantieren kann ich es nicht, Sebastian-SE 762 war der einzige, bei dem wir die Prozedur bis jetzt ausprobiert haben.“
Ross seufzte. Er stand auf und drehte sich um. Er überlegte lange, bevor er sich wieder an den anderen zuwandte.
„Also gut. Ich möchte, dass wir das gemeinsam abstimmen. Bedenken sie bitte genau, welche Gefahr besteht, wenn die Methode fehlschlägt. Dann haben wir nicht nur den Krieg da draußen, dann haben wir ihn direkt in den eigenen vier Wänden. Wir wären schneller vernichtet als wir hooray schreien können.“
Abgestimmt wurde anonym. Es wurde vorher festgelegt, dass nur ein einstimmiges Wahlergebnis in Frage kommt.
Wie der Commodore es erwartet hatte, wurde einstimmig für das Project „Lost Sons“ gestimmt. Was sonst hätten die Menschen auch tun sollen? Eine andere Lösung gab es nicht.
Teil 3
Lt. West lag mit ausdrucksloser Miene im Bett seines neuen Mannschaftsquartieres. Er und Hawkes wurden einem neuen, aus etlichen Einheiten zusammengewürfelten Schwadron zugeteilt. Sie waren jetzt das 89ste, die „Chasers“.
Seit drei Wildcards verloren gingen war mit Cooper nicht mehr viel anzufangen. Er führte zwar die Befehle aus, die ihm auferlegt wurden, doch Nathan spürte, wie Cooper’s Kampfgeist vollständig verschwunden war. Wer weiß, wie lange Cooper mit dieser Kampfeinstellung überleben würde.
Nathan lag noch eine Weile und starrte an die Decke, als plötzlich eine Durchsage im Mannschaftsquartier zu hören war.
„Achtung, das 36., 78. und 89. Geschwader bitte umgehend zur Missioncontrol. Sie haben 10 Minuten Zeit.“
Nathan sah zu Cooper rüber, der sich bereits den Kampfanzug überstreifte. Ohne ein Wort zu sagen zog sich auch Nathan um und folgte dem Tross von müden Piloten, die nun sein neues Geschwader bildeten.
Sie betraten den Missions-Besprechungsraum, wo Commodore Ross bereits auf sie wartete. Die Piloten reihten sich auf und warteten offensichtlich auf irgendetwas. Nathan war etwas irritiert von der unheimlichen Ruhe im Raum, bis ihn Cooper plötzlich mit seinem Ellenbogen einen Stoß versetzte.
„Na los!“
Jetzt erst begriff Nathan.
„Sir, das 89ste meldet sich wie befohlen, Sir.“
Mit diesen Worten salutierte die Truppe vor dem Commodore.
„Rühren, Soldaten. Nehmen sie bitte Platz.“
Die Piloten setzten sich in akkurater Militär-Manier. Offensichtlich war die kleine Einlage ein Wachrüttler für die tapferen Soldaten, denn sie hörten sehr aufmerksam zu, gierten regelrecht nach den Worten des Commodore.
Commodore Ross blickte seine Piloten der Reihe nach an. Er kannte jeden von ihnen. Und er kannte jedes Einzelschicksal, dass sich hinter den Gesichtern versteckte. Jeder der anwesenden Piloten hatte schwere Verluste verkraften müssen. Den geliebten Mann, die geliebte Frau, Kameraden. Es zerriß Ross beinahe das Herz, als er jeden ansah und unendliche Trauer in den Augen sah.
Doch es half nichts. Das Schicksal der Menschheit lag nun in den Händen dieser tapferen Kämpfer.
„Marines, ich weiß, Sie mussten alle schwere Verluste hinnehmen. Wir wurden schwer getroffen. Die Mission, die uns jetzt bevor steht, ist entscheidend für den Fortbestand oder den Untergang der Menschheit. Ich weiß, dass ich auf sie zählen kann, auch wenn sie als neue Einheit bis jetzt noch keine Trainingsflüge absolvieren konnten. Ich weiß, sie werden alles in ihrer Macht stehende versuchen, weil sie Marines sind. Und lassen sie mich eines sagen. Ich bin stolz, so gute Marines zu haben.
Doch bevor wir nun zur Missionsbesprechung kommen, muss ich noch ein paar formelle Dinge klären.“
Nathan wurde plötzlich ganz übel. Formelle Dinge? Das konnte nur ein Disziplinarverfahren gegen ihn und Cooper bedeuten. Schließlich war da ja immer noch diese Sache mit dem Chig, dem sie den ganzen Angriffsplan verraten hatten. Mit gequälten Blick sah er zu Cooper, der sein Schicksal anscheinend schon längst akzeptiert hat. Nathan kannte diesen Blick. Es war der gleiche Blick, den Cooper drauf hatte, als er zu den Marines gezwungen wurde.
Der Commodore ging hinter das Pult und kramte eine mit blauem Samt geschmückte große Schachtel hervor.
„Marines, ich bin froh, ihnen mitteilen zu können, dass aufgrund hervorragender Leistungen die folgenden Piloten wie folgt befördert werden. Treten Sie bitte vor, wenn sie ihren Namen hören.“
Ein Raunen ging durch den Raum. Damit hatte niemand gerechnet.
Der Commodore begann damit, die Namen aufzuzählen. Die betreffenden Soldaten standen auf und reihten sich vor dem Commodore auf, um ihre neuen Abzeichen entgegen zu nehmen.
Der Stolz in Ross‘ Stimme war nicht zu überhören, als er jeden Soldaten feierlich nach vorne bat:
„2nd
Lt. Alvin Stronton zum 1st Lieutenant.
2nd Lt. Melissa Bradstone zum 1st Lieutenant.
Chief Warrant Officer Bill Halwey zum 2nd Lieutenant.
1st Lt. Nathan West zum Captain.
2nd Lt. Sarah Boyle zum 1st Leutenant.
2nd Lt. Albert Finney zum 1st Leutenant.
1st Lt. Cooper Hawkes zum Captain.
Chief Warrant Officer Brandan Lewis zum 2nd Lieutenant.
2nd Lt. Shirley Kimberlaine zum 1st
Leutenant.“
Weder Nathan noch Cooper konnten sich zunächst in die Reihe der Beförderten einreihen. Dazu waren sie zu sehr überrascht. Nathan und Cooper als Captains, das bedeutete nichts anderes als das Nathan Geschwaderführer und Cooper der Stellvertreter war. Nathan war besorgt, ob Cooper diese hohe Bürde würde tragen können.
Es wurden nicht alle Piloten befördert. Wahrscheinlich waren sie noch zu unerfahren. Später erfuhr Nathan, dass sie erst frisch von der Militär-Academy kamen und alle gerade erst zum 2nd Lieutenant „notbefördert“ wurden, weil sie ansonsten keine Kampfeinsätze fliegen dürften. Die wenigen C.W.O.s, die eben erst befördert wurden, waren alles Flugschüler, die zufälligerweise auf der Saratoga waren um Trainingsflüge zu fliegen.
Nach der kleinen feierlichen Einlage und der Festlegung der Rangfolge im Geschwader wurde den Chasers der Missionsplan erläutert.
Keiner der Marines war sonderlich begeistert, die Silikanten auf dem Jupiter Mond Europa einzufangen. Niemand wollte so richtig an die Erfolgsaussichten glauben. Viele der Marines gerieten bereits in Gefangenschaft der AI‘s und wurden von ihnen gefoltert. Und nun sollten sie die Synthetischen zurückholen, um später Seite an Seite mit ihnen gegen die Chigs zu kämpfen?
Doch immerhin waren sie Marines. Und trotz ihrer Einwände würden sie praktisch jeden Auftrag ausführen, der ihnen vom Commodore anvertraut wurde.
Der Plan sah vor, einen Überraschungsangriff auf die Mienen von Europa zu fliegen. Der Geheimdienst hatte dort eine große Truppe an Silikanten, schätzungsweise 250, erspäht. Die Hammerheads wurden mit einem extrem starken Störsender ausgestattet, der jeden Silikanten außer Funktion setzte, der von dem Strahl getroffen wurde. Nathan sollte das 1. Angriffsgeschwader leiten, welches für die Deaktivierung der AI‘s verantwortlich war.
Cooper hatte die Leitung des 2. Angriffsgeschwaders, das die Gegenwehr der Silikanten, die ihnen in gestohlenen Hammerheads und Chig-Bombern entgegnen würden, vollständig vernichten und so dem 1. Geschwader den Rücken decken sollte. Coopers Geschwader sollte dabei versuchen, so wenig Schaden wie möglich an den gestohlenen Bombern zu verursachen. Man wollte sie später im Kampf gegen die Chigs einsetzen.
Wenn Europa dann schließlich bereinigt ist, rückt das Transport-Geschwader unter heftigem Flankenschutz nach, um die Silikanten aufzusammeln.
Der Plan war eindeutig und unter normalen Umständen auch ohne große Verluste zu schaffen, denn Europa lag nicht im Einflußbereich der Chigs. Doch mit diesem bunt zusammengewürfelten Haufen musste man mit allem rechnen.
Nachdem die Missions-Besprechung zu Ende war, begaben sich die Piloten zu ihren Hammerheads.
Der erste Stein in der Mission „Lost Sons“ begann nun zu kippen. Wenn die Chasers erfolgreich sein werden, dann wird Stein für Stein fallen...
Teil 4
Nathan führte das 1. Angriffsgeschwader an. Sie näherten sich Europa immer mehr. Bei Checkpoint 1 übernahm Cooper mit seinem 2. Angriffsgeschwader planmäßig die Führung, indem er mit seinen Wingman über Nathans Geschwader hinweg flog und sich so praktisch wie eine Katze auf die Lauer legte.
Beide Geschwader näherten sich Europa bis auf 40 mks, als Nathan plötzlich einen Funkspruch von Cooper hörte.
„Erazor an Hunter, feindliche Bomber auf 12 Uhr. Wir halten Euch den Rücken frei.“
„Verstanden Erazor, viel Glück!“
Nathan drehte mit seinem Geschwader ab, um allmählich in die Umlaufbahn von Europa einzudringen. Cooper hingegen stieß mit seinem Geschwader sofort durch die feindlichen Reihen und zersplitterte so deren Angriffsformation.
Die ganze Zeit konnte Nathan hören, wie Cooper seine Piloten dirigierte, während Nathan mit seinen Wingman eine Salve nach der anderen auf die Oberfläche schoß. Er hörte gespannt dem Funkspruch des 2. Geschwaders zu.
„Erazor, hier Killer, ich brauch dringend Hilfe, an mir hängen gleich 3 Chig-Bomber.“
„Bin gleich da.“
Es dauerte nicht lange, bis Nathan 2 Explosionen durch das Mikro hörte.
„Danke, den letzten schaff ich alleine.“
Wieder etliche Explosionen. Dann wieder Cooper: „Skinner, Kugelformation, schnell!“
Das bedeutete, dass einige Piloten in arger Bedrängnis waren. Die Kugelformation sah so aus, dass das Gebiet, in dem die Piloten festgesetzt wurden, aus allen Winkeln, angegriffen wurden. Der Angriff würde aussehen wie eine Kugel, die implodiert. Das Manöver war sehr gefährlich, weil am Ende alle Hammerheads in einer sehr engen, punktförmigen Region aufeinandertreffen und nur sehr wenig Platz zum manövrieren blieb.
Es stellte sich heraus, dass für einige Frischlinge diese Formation zu schwierig war. 2 von ihnen kollidierten mit den Flügeln. Ihre Hammerheads wurden aus der Formation geschleudert und trieben nun leblos im All. Cooper forderte sofort einen Rettungstrupp an.
„Erazor an Carrier One, wir brauchen hier noch eine Weile, bis ihr an die Reihe kommt. Seht zu, dass ihr in der Zwischenzeit unsere beiden Piloten wieder einsammelt.“
„Haben verstanden.“
Nathan konnte dem Funkverkehr nicht mehr länger zuhören. Sein Geschwader hatte bereits 95% der Oberfläche mit den Störsignalen beschossen. Noch ein paar Salven und das 1. Angriffsgeschwader hatte seine Mission erfolgreich abgeschlossen.
„Hunter an Mothership, Full Strike.“
„Hunter, stand by.“
Die Leitung war plötzlich ruhig abgesehen von statischem Rauschen. Warum sollte das 1. Geschwader noch in der Umlaufbahn von Europa bleiben? Nachdem ca. eine Minute lautlos verstrichen war, meldete sich die Saratoga wieder.
„Hunter, hier Queen Six!“
„Colonel? Sind sie es wirklich?“
„Achten Sie auf ihre Codierung, Hunter!“
„Sir, ja, Sir. Entschuldigung, Sir.“
„Ihre Mission war erfolgreich, übergeben sie Riffle ihr Geschwader, Ziel ist Mothership.“
„Aye, Sir.“
„Queen Six an Erazor, schließen sie zu Hunter auf und nehmen sie ihn in ihr Geschwader auf. Ihre Mission ist erweitert worden.“
„Sir?“
„Begeben sie sich im Schleichflug zum Planeten 2064, dort nehmen sie Ace of Hearts auf!“
Nathan schloß auf Cooper auf und sah zu ihm ins Cockpit. Er konnte nur einen kurzen Blick von Cooper erhaschen, aber er hätte schwören können, dass etwas auf Coopers Wange reflektierte, was nur eine Träne sein konnte, die wie ein Wassertropfen im Morgentau von der Sonne zum Leben erweckt wurde.
„Hier Erazor, sind schon auf dem Weg!“
Nathan folge Cooper und dessen Geschwader. Zwar war Nathan der leitende Offizier des 89., doch er ließ Cooper das Kommando. Es würde ihm sicher gut tun, bei dieser Mission, die Phousse zurückbringen sollte, die entscheidende Rolle zu spielen.
Cooper führte sein Geschwader im Sinkflug in die Umlaufbahn von 2064, es waren keinerlei Feindaktivitäten erkennbar. Schließlich setzte Cooper zur Landung an.
~~ Fortsetzung folgt ~~
Mel
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Die Charaktere
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basieren auf ihren Ideen. Alle Handlungen in dieser Geschichte sind frei
erfunden und nur die Charaktere stimmen mit "Space: Above &
Beyond" von Glen Morgan und James Wong überein.
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