Die Dritte
Generation
by Christine Frieben
Cooper saß alleine im Quartier der Wildcards auf seinem Bett und betrachtete bereits Minutenlang seine Hände. Sie zitterten. Er hatte Angst. Todesangst. Nicht vor den Einsätzen, nicht vor den Chigs, sondern vor der Frau. Er schloss die Augen. Eine solche Angst hatte er erst einmal in seinem Leben empfunden und er hatte gehofft, das er diese nie wieder spüren würde. Und das schlimmste daran war, er bekam sie nicht unter Kontrolle. So sehr er sich auch bemühte.
Er musste sich zusammenreißen, sogar McQueen war es bereits aufgefallen und nun wollte der ältere Mann mit ihm reden. Doch er konnte es ihm nicht sagen, er konnte es nicht einmal seinen Freunden sagen, was los war. Er bekam es einfach nicht über die Lippen. Darüber konnte er mit niemanden sprechen, nicht mal daran denken wollte er. Langsam öffnete Cooper die Augen und stieß einen leisen Schrei aus. Voller Panik versuchte er zwischen sich und der Frau vor sich, so viel Platz wie möglich zu schaffen.
Sein Körper verkrampfte sich komplett und sein Magen begann zu rebellieren. Im war von einer Sekunde zur anderen übelgeworden. Das zittern seiner Hände hatte seinen ganzen Körper erreicht und beherrschte ihn nun. Das konnte doch nicht möglich sein, er hatte sie nicht gehört, nicht mal ihren Atem wahrgenommen. Cooper drückte sich immer weiter gegen die Wand hinter sich. Er wollte nur eines, weg von hier, weg von dieser Frau. Diese ging vor ihm in die Hocke und sahihn unverwandt an. Dann geschah etwas vollkommen unmögliches. Ihre tiefschwarzen, matten Pupillen veränderten sich und nahmen nach und nach ein helles grau an.
Jetzt wirkten sie menschlich, nicht so wie zuvor. Ihre Stimme hatte einen ruhigen Tonfall. „Niemals würde ich einem von euch etwas antun.“ Dann veränderten sich die Augen wieder zu diesem Seelenlosen Schwarz. Das menschliche Verschwand aus dem Blick, aus ihren Zügen, aus ihrem Körper. Nun war sie wieder kalt und unmenschlich. In Coopers Kopf kreisten die Gedanken, doch sie ergaben keinerlei Sinn. Er schlug seine Hände vor das Schweißnasse Gesicht. Seine Mund öffnete sich, doch sein Hals war wie ausgetrocknete. Mit aller Kraft zwang er sich, die Hände wieder runter zu nehmen. Doch das was er dann sah, erschrak ihn bald noch mehr, als das zuvor. Denn da war niemand mehr. Hatte er sich ihre Anwesenheit nur eingebildet? Ihre Worte? War da überhaupt jemand gewesen? Dann konnte er sich nicht mehr zurückhalten und übergab sich.
Verärgert ging Colonel McQueen zu seinem Quartier. Eigentlich wollte er schon geraume Zeit dringend mit Cooper Hawkes sprechen, aber dauernd kam was dazwischen. Und nun war es schon zu spät. Sicherlich schliefen alle bereits und er wollte Cooper nicht wecken. Doch Morgen würde er beim Abflug der Wildcards zur Patrouille dabei sein und ihn sich ganz genau ansehen und wenn ihm das was er sah nicht gefiel, würde er Cooper nicht von der Saratoga lassen. Er wollte kein Risiko eingehen.
Normalerweise hätte sich Cooper Hawkes lautstark beschwert, als McQueen bestimmte, das er von dem heutigen Auftrag befreit sei, doch diesmal war froh darüber. Die letzte Nacht war die Hölle gewesen. Er war von einem Alptraum in den nächsten gerutscht. Immer wieder sah er die Geschehnisse vor sich.
Und jedes Mal wachte er hektisch atmend auf und musste gegen die aufsteigende Panik ankämpfen. Das hatte so an seinen Kräften gezehrt, das er sich schon vor dem Frühstück übergeben musste. Das hatte natürlich auch der Colonel mitbekommen und ihn gleich zum Arzt geschickt. Verdammt, das Ganze machte ihn total fertig und vor allem, er wusste immer nicht genau, ob die gestrige Begegnung Einbildung war und Wirklichkeit.
Er konnte es einfach nicht sagen, es machte ihn nervös, ängstigte ihn. Jetzt saß er auf einer Liege des Behandlungsraumes in der Krankenstation und wartete auf die Rückkehr des Arztes. Dieser war zu einem anderen Patienten gerufen worden. Ambesten gab ihm der Typ einfach ein paar Pillen, das er tief und ohnediese Träume schlafen konnte, bis diese Frau wieder runter von der Saratoga war. Warum musste sie überhaupt hierher kommen? Langsam bekam er sein Leben in den Griff, er hatte endlich ein Leben, jedenfalls so weit es der Krieg zuließ. Es klopfte an die offene Tür des Behandlungszimmers. Cooper erwartete als er Hochblickte den Colonel zu sehen, doch es war sie.
Heute konnte er ihre Augen nicht sehen. Sie trug die Brille, hinter deren Gläser nichts auszumachen war, nicht mal die kleinste Bewegung. Bei ihrem Anblick erstarrte Cooper sofort.
„Ich dachte, weil Du das letzte Mal so einen Schreck bekommen hast, sollte ich lieber klopfen.“ Sie kam näher.
Noch immer reagierte Cooper nicht. Folgte ihr nur mit seinen Augen. „Ich kann Dich verstehen, Du weißt nur zu genau, was ich bin. Das passiert mir immer wieder, mir würde es an Deiner Stelle auch nicht anders gehen. Aber ich garantiere Dir, das ichsie auch eine Teil dieser unmenschlichen Kälte, die sie Ausstrahlte. „Crow... und wie weiter?“ „Nichts weiter. Mehr ersahen sie nicht als nötig.“ Diese Antwort verstand er nicht. Sie ging zur Tür und verließ nach einem kurzen Blick auf Cooper, den Raum.
Dieser sprang von seiner Liege, wollte ihr folgen, da stieß er fast mit McQueen beim verlassen des Behandlungszimmers zusammen. „Wo wollen Sie den hin, Hawkes? Sie bleiben schön hier und lassen sich vom Arzt untersuchen und zwar sofort. Dafür werde ich jetzt gleich sorgen.“ McQueen schob ihn ins Zimmer zurück und kam bald darauf mit dem Arzt im Schlepptau zurück. Wie es ihn ankotzte, das die Ärzte In Vitros nicht als so wichtig einschätzen und daher immer warten ließen.
Vanessa stieß Wang mit ihrem Ellbogen an, während dieser Cooper verwundert beobachtete. Gestern ging es dem In Vitro noch total dreckig und heute war er wieder total Fit und in Ordnung. Er redete wieder wie ein Wasserfall und stellte seine gewohnt nervenden Fragen. Das ganze Verhalten war wieder normal, wie sie ihn immer kannte. Was hatte McQueen nur mit dem Mann angestellt? Was es auch immer war, es hatte verdammt gut gewirkt. Aber trotzdem machten sie sich weiterhin sorgen um ihn. So ein Verhalten konnte nicht gut sein und vor allem, nicht grundlos ausgelöst worden sein.
Das gleiche fragte sich McQueen auch. Als er Cooper beim Arzt besuchte, hatte er einen total fertigen Mann erwartet, doch Hawkes schien es besser zu gehen. Um einiges besser. Seine Gesichtsfarbe war zurückgekehrt und der unruhige, hektische Blick war verschwunden. Erst hatte TC die Befürchtung, das ihm der Arzt wieder diese kleinen grünen Pillen verabreicht hatte, von denen In Vitros auf der Stelle abhängig wurden, doch dies war nicht der Fall. Der Arzt hatte sich den jungen Marine nicht mal richtig ansehen können, da er zu einem anderen Patienten gerufen worden war.
Also was war in dieser kurzenZeitspanne, in der McQueen nicht da war passiert? Das waren gerade mal 10 Minuten gewesen. Und was war die Ursache für das seltsame Verhalten zuvor gewesen? War diese Ursache noch an Bord und könnte es wieder zu einem Rückfall kommen?
Ross beobachtete Lt. Colonel Morris und Captain Crow wie sie die Vorhandenen Daten durchgingen und mit ihren mitgebrachten Daten verglichen. Sie befanden sich zusammen in dem Besprechungsraum. Sie sprachen kaum ein Wort, speziell Crow. Sie war alles andere als gesprächig und das war Ross nicht sonderlich unangenehm.
Ihre Stimme konnte einen frösteln lassen, wenn sie vollkommen teilnahmslos von grausamen Schlachten berichtete. Morris redete etwas mehr, aber war ein arroganter Hund. Er bildete sich viel auf sein Wissen und können ein.
Auch wenn es dem Commodore nicht gefiel, war dies auch beachtlich, den schon kurze Zeit später hatten sie eine Erfolgsmeldung zu machen. Sie hatten tatsächlich eine getarnte Station des Feindes ausgemacht. Nicht mal McQueen hatte diese entdeckt. Egal, jedenfalls würde es morgen zeitig losgehen. Zusammen mit den Wildcards würden die beiden Offiziere die Station ausmachen und dann restlos vernichten. Ross verließ den Besprechungsraum um McQueen über den neusten Stand der Dinge zu informieren und vor allem, um von diesen beiden fortzukommen.
Colonel Morris hatte darauf nur gewartet. Leise zischte er seinen Partner an. „Wohin bist Du gestern verschwunden, Crow?“ „Irgendwohin.“ Wütend packte er die Frau an den Armen und sah sie mit zusammengekniffenen Augen an. „Du bist so gemacht, das Du mir immer gehorchen musst, Crow.“
Man konnte ihre Augen hinter der Brille nicht mal erahnen. Doch auch wenn man sie nicht sah, ging von ihr eine ungewöhnliche Kälte aus. Die sich auch auf ihre Stimme legte. „Wenn Du das denkst, Morris, warum hast Du dann so eine Angst vor mir?“
Erschrocken ließ er sie los. Das war nicht gut. Er musste den Boss kontaktieren und zwar schnell. Diese Dinger machten einem nichts als Ärger, er war nie begeistert davon gewesen, eines mit zu nehmen. Egal welche dieser verdammten Generationen sie auch angehörte. Immer das gleiche. Morris packte die Unterlagen eilig zusammen und verließ den Raum wortlos. Crow nahm ihre Brille ab und die hellgrauen Augen blitzten für Sekunden aus dem dunklen Teint. Er war nervös, irritiert und hatte Angst.
„Sie ist nicht zu Kontrollieren.“ Morris Stimme überschlug sich leicht. „Sie ist das Beste, was wir je konstruiert haben.“ Kam als Antwort aus dem Empfänger. „Das ist mir egal, es ist genauso, wie bei den Anderen.“ Die Stimme des unbekannten Sprecher hörte sich genervt an. „Kann nichtsein, alle Fehler wurden behoben.“ „Davon bemerkte ich hier aber nichts. Sie widerspricht.“ „Alle Fehler wurden behoben.
Erledigen Sie ihren Job, Morris, sonst nichts. Und kontaktieren Sie mich nicht noch einmal wegen so einem Unsinn.“ Die Verbindung endete abrupt. Mist. Morris versteckte von leisen Flüchen begleitet den Spezialsender, den er heimlich auf die Saratoga geschmuggelt hatte.
Das war doch wieder mal typisch für diese Wissenschaftler und Schreibtischtäter. Alle Fehler wurden behoben. Ja, die wurden behoben, aber es haben sich neue gebildet und eingeschlichen. Bis diese Teile endlich fehlerfrei funktionieren würden, das würde sicherlich noch einige Generationen dauern. Jede Generation stellte sie vor neue Probleme. Und die Probleme werden nicht geringer und ungefährlicher. Er verstand nicht, warum dieses Projekt noch weiter lief und nicht schon längst eingestellt worden war. Dahinter steckte sicherlich der Einfluss von ihm.
Der Mann war echt mächtig. Aber was sollte das ganze Gegrübel, es half ja sowieso nichts. Er musste es einfach so hinnehmen. Und wenn es nicht anders ginge, würde er sie abschalten, für immer und ewig. Sein Boss würde tierisch sauer werden, aber wenn der Auftrag in die Hose gehen würde, dann hätten er und sein Boss ein wirklich übles Problem zu bewältigen. Und auf diese Erfahrung war Morris kein bisschen Scharf, das könnte nämlich dann seine letzte sein.
„Woher kam die Störung, Lt.?“ Ross sah seinem Offizier direkt in die Augen. Dieser schüttelte den Kopf. Er verstand einfach nicht, wie das möglich sein konnte. „Ich kann es leider nicht Orten, Sir. Sie kann von überall her sein, sogar vom Schiff, Sir.“ Der Commander der Saratoga fuhr sich durch sein dichtes Haar und nickte leicht. „Gut. Überprüfen Sie alle Geräte auf Fehler.“ „Ja, Sir.“ Ross wandte sich dem nächsten Problem zu und bald war die kurze unwichtige Störung aus seinem Gedächtnis gestrichen worden. Er hatte genug andere Probleme, die seine ganze Aufmerksamkeit forderten.
„Eine Chigstation? Aber wir haben doch keinerlei Anzeichen entdeckt und wir waren bereits 5 mal dort. Das ist einfach unmöglich.“ Nathan starrte erstaunt den Commodore an. Normalerweise hätte Ross auf den Ausbruch des jungen Leutnants gar nicht reagiert, aber er selbst hatte das gleiche gedacht. Sein Blick glitt kurz über die Anwesenden Marines.
„Sie ist perfekt getarnt. Scheint ein neues Projekt der Chigs zu sein, das sie nach und nach versuchen umzusetzen. Lt. Colonel Morris und Captain Crow...“ Der Commodore deutete auf die stummen Teilnehmer die an der Seite standen. „...werden Ihnen bei ihrem Einsatz zur Zerstörung der Station zur Seite stehen. Beide sind auf solche Einsätze spezialisiert.
Sie haben schon mehrere solcher Stationen aufgespürt.“ Ross Blick fiel auf Cooper, dieser hörte interessiert zu. Was T.C. nurhatte, dem Jungen schien es doch bestens zu gehen. Er war sogar mehr bei der Sache als sonst. Wahrscheinlich hatte Hawkes nur eine kleine Erkältung oder sonst was nicht ausschlaggebendes.
Aber jetzt war er wieder voll da, wie jeder der Wildcards, den Ross wollte sie da unten haben, seine besten Leute. Er wollte zumindest einen Teil Marines auf dem Planeten haben, denen er über den Weg traute. Der Commodore konzentrierte sich wieder auf seinen Job und wandte sich der Tafel hinter sich zu.
Dort waren einige Planeten verzeichnet, einer durch seine Farbe hervorgehoben. „Der Planet, Renos-7, hat eine Atembahre Atmosphäre. Die Temperaturen sind sehr schwankend, dennoch aushaltbar, andauernde wechselnde heftige Winde.
Ihre Aufgabe ist es, sich dem Ziel zu nähern und es vollständig zu vernichten. Sie müssen mit Feindkontakt rechnen.“ McQueen trat vor. „Sie haben bis 11.00 Uhr Zeit sich vorzubereiten. Der Auftrag soll in wenige Stunden erledigt werden. In den Frühen Stunden, sind die Winde extrem stark und eine Erkundung ist unmöglich. Wenn Sie keine Fragen mehr haben...“ McQueen sah sich sein Schwadron an, alle schüttelten den Kopf. „...dann sind Sie entlassen. Wegtreten.“ Unverzüglich verließen die Wildcards den Raum.
Morris folgte ihnen mit einigem Abstand. Crow wirkte wie erstarrt, dann kam von einer Sekunde auf die Andere, leben in die Frau und sie verließ den Raum. Ross folgte ihr mit den Augen und als sie aus seinem Blickfeld verschwunden war, begann er zu sprechen.
„Ty, Sie müssen ihr in die Augen sehen, richtig unheimlich.“ McQueen hörte seinem Freund und Vorgesetzten nur mit halben Ohr zu. Captain Crow, seltsam, der Name sagte ihm gar nichts, aber irgendwie kam sie ihm bekannt vor.
An irgend jemanden erinnerte sie ihn. Blödsinn, wahrscheinlich sah sie jemanden nur ähnlich. Dann wurde ihm klar, das Ross neben ihm noch auf eine Antwort wartete. Verlegen räusperte er sich. Das passierte ihm sonst nicht, das er Ross ignorierte. „Unheimlich?“ Ross nickte nur. Auch dieser war mit seinen Gedanken nicht mehr bei der Sache. Beide verließen den Raum und trennten sich kurz darauf.
Der Transporter hatte die Saratoga verlassen und war nun auf dem Weg zu ihrem Einsatz Ziel. Der Flug war bedrückend. Kaum ein Wort wurde gesprochen. Morris fühlte sich nicht gut. Irgend etwas bereitete ihm Kopfschmerzen. Sein Instinkt meldete sich, aber daran war sicherlich der Stress der letzten Wochen schuld. Außerdem arbeitete er mit so etwas wie Crow nicht gerne zusammen.
Diese Dinger waren ihm unheimlich. Und er merkte deutlich, das es nicht nur ihm so ging, auch die Wildcards fanden den Captain alles andere, als Vertrauens erweckend. Diese kalte Aura erschreckte auch noch so hartgesottene Marines.
Crow saß abseits und schlief. Jedenfalls dachten das die Anderen. Sie hatte ihre Brille auf und keiner merkte, das sie Morris keine Sekunde aus den Augen ließ. Sie schien jede Bewegung und Regung des Mannes,der keine drei Meter von ihr Entfernt saß aufzusaugen. Alles auf das genaueste zu Erkunden.
Shane sah aus dem runden Fenster des Transporters. Ihr war kalt und sie fühlte sich unangenehm angespannt. Die Anspannung kam bei jedem Auftrag, aber diesmal war es anders, unheimlich. Sie hatte das Gefühl, das nicht alles auf diesem Schiff menschlich war. Und sie ahnte, das es den anderen ihrer Einheit genauso erging. Deutlich machte sie es an den Bewegungen und den Blicken aus. Dazu brauchte sie keine Worte mehr, sie kannten sich alle schon viel zu gut.
Brücke der USS Saratoga. „Sir, der Landungstrupp wurde abgesetzt. Transporter befindet sich auf dem Rückweg, keinerlei Feindkontakte bisher auszumachen.“ Ross und McQueen blicken sich an und nickten. Alles lief bisher reibungslos nach Plan.
Kaum hatten die Wildcards den Transporter verlassen, sammelten sie sich unverzüglich um Shane. Diese teilte jedem seinen Bereich zu, den sie zu kontrollieren hatten. Schon gingen sie los. Morris hatte sich zurückgehalten und beobachtete das ganze erst mal genau und folgte ihnen dann. Nach einiger Zeit holte er auf.
Vansen drehte sich zum ihm. „Sir, wo ist Captain Crow?“ „Sie macht ihren Job.“ Morris ging an ihr vorbei. Die Antwort befriedigte Shane kein bisschen, was das wohl genau bedeutete? Aber es war wohl besser, wenn sie es nicht genauer wüsste. Ihr Gefühl sagte ihr das. Das würde ihr sicherlich nicht behagen, was dieses seltsame Frau als Job ausführte.
Die Vorhut hatte West übernommen, vorsichtig blickte er sich um, seine Kameraden waren ein gutes Stück hinter ihm. Plötzlich tauchte vor ihm ein Chig auf und schlug ihn zu Boden. Benommen versuchte West nach seiner Waffe zu greifen, die er beim Sturz verloren hatte, da trat ihm der Außerirdische schon ins Gesicht. Dieser Schlag warf ihn zur Seite.
Alles verschwamm für Sekunden vor Nathans Augen. Schwindel durchzog seinen Körper. Seine Glieder schienen jegliche Kraft verloren zu haben. Ihm war klar, das der nächste Schlag seinen Tod bedeuten würde. Verdammt noch mal, warum war er nur so gehetzt, bis seine Kameraden bei ihm waren, war alles schon zu spät.
Aus seiner liegenden Position kam ihm der Chig noch größer und gewaltiger vor. Das letzte was er in seinem Leben sehen würde, wäre also ein gigantischer Chig, so hatte er sich sein Ende nicht vorgestellt. Völlig unerwartet tauchte hinter dem Chig Crow auf. Schnell packte sie dessen Kopf und drehte ihn ohne Mühe ruckartig zur Seite. Über deutlich hörte man wie etwas brach. Schwer fiel er zur Seite. Keinerlei Leben war mehr auszumachen. Diese grünliche Flüssigkeit, das Chigblut, lief unter dem Helm hervor.
Crow indes hielt West die Hand hin, verwirrt nahm er die Hilfe an. Sein Blickhaftete noch weiter auf dem Außerirdischem Leichnam. „Wie...?“ Die Antwort von Crow war nur ein eigentümliches Grinsen, in dem man keinerlei Gefühlsregung ausmachen konnte. Da wurde Nathan erst bewusst, das sie diesmal keine Brille trug. Er blickte in die schwärzesten Augen, die er je zuvor gesehen hatte. Unmenschlich, matt, keinerlei Glanz war darin auszumachen. Dann nur für einen Bruchteil von Sekunden nahmen sie eine hellgraue Farbe an, menschliche Augen. Kaum da, war es schon wieder weg.
Nathan schüttelte den Kopf, er hatte wohl einen ziemlichen Schlag abbekommen, hoffentlich keine ernstere Verletzung, er schien schon leichte Wahrnehmungsstörungen zu haben. Seine Hand fuhr über die Stirn, sie war Blutverschmiert. Vorsichtig tastete West seinen Kopf ab. Ein Platzwunde an der Stirn. Crow blickte ihn kurz an.
„Nichts wildes, Du wirst es überleben. Geh zu den Anderen.“ Nathan nickte. „Crow...“ Doch da war keine Crow mehr, sie war bereits verschwunden. Es gab keinerlei Hinweise, wohin. Was war das nur für eine Frau? Sogar Cooper als In Vitro musste sich mehr anstrengen, um einen Chig auf die Art zu töten, falls er dies überhaupt konnte. Aber Crow war kein In Vitro, das wusste West ganz genau. Aber was zum Teufel noch mal war sie dann?
Cooper beobachtete Nathan, während dieser sich wieder aufrappelte und noch leicht belämmert nach der verschwundenen Crow Ausschau hielt. Er hatte alles ganz genau gesehen. Seine Waffe war auf den Chig gerichtet gewesen, damit er West helfen konnte, als Crow auftauchte. Noch nie hatte er einen bei solch einer Aktion gesehen, und obwohl er wusste, was sie konnten, überraschte ihn diese Kraft. Die Angst vor ihr wollte sich gerade wieder den Weg nach draußen bahnen, als ihm ihre Worte in den Sinn kamen. Sofort beruhigte er sich. Er vertraute ihr. Musste er wohl auch, er hatte ja keine andere Wahl.
Die Wildcards erreichten den zuvor ausgemachten Treffpunkt. Nur wenige Minuten später tauchte auch Morris auf. Bis auf einen Feindkontakt, war kein Chig entdeckt worden. Als letzte, lautlos erschien Crow und ließ die gestandenen Marines, auch Morris zusammen fahren.
Sie kümmerte sich nicht weiter darum, deutete in eine Richtung und verschwand sofort wieder. Cooper folgte ihr unverzüglich, genau wie Morris. Shane war etwas unentschlossen, ihr Unbehagen stieg und stieg weiter an. Aber sie hatten hier einen Job zu erledigen, doch sie nahm sich vor, besonders auf der Hut zu sein. Und das nicht nur vor den Chigs.
Langsam robbten die restlichen Wildcards an den Rand eines Abhangs. Dort lagen schon Cooper, Morris und Crow. Von dort blickten sie in das Tal. Das was sie da entdeckten, konnten sie kaum fassen.
In dem felsigen Tal befand sich direkt in die Unebenheiten eingearbeitet eineChigstation. Sie war kaum von dem natürlichem Hintergrund zu trennen. Fügte sich vollkommen natürlich in die Umgebung hinein. Wenn nicht die Parodierenden Chigs auszumachen wären, würde man von der Station aus dieser Entfernung nichts bemerken. Paul bekam große Augen.
„Wow, das habe ich noch nie gesehen. Wie haben die das nur gemacht? Da wundert es mich nicht, das wir keine Station ausmachen konnten. Das ist ja absoluter Wahnsinn.“ „Hätte mich auch gewundert, Marine, ich habe so was nämlich auch noch nie gesehen.“
Morris grinste ihn arrogant an. Crow mischte sich in das Gespräch ein.
„Egal wie beeindruckend das Ganze hier auch ist, bald ist davon nichts mehr übrig. Also ran an die Arbeit und verteilt die Sprengsätze. Wir haben nicht mehr viel Zeit.“ Die unwirklichen Augen blickten alle starr an. Sofort teilten sich die Marines auf und machten sich an ihren Job. Selbst Morris reagierte sofort.
Wang machte gerade seine letzte Sprengladung an dem Felsen mit Vanessa scharf, als sein Blick in das Tal vor ihm fiel. Er war von dieser perfekten Tarnung immer noch fasziniert. Diese Harmonie, er konnte es nicht fassen, das etwas von den Chigs ihn so umwarf. Und das mehr im Positivem Sinne. Sonst stieß ihn alles ab, doch das war einfach unglaublich. Tief atmete er ein, wollte sich gerade von dem Anblick los reisen, doch da...Oh mein Gott, schoss es ihm durch den Kopf. Er erkannte dort unten niemand anderen als Captain Crow. Sie schlich durch das Lager des Feindes.
Aber das sollten sie doch eigentlich nicht, oder doch? Und wie sie das tat. Sie wirkte wie eine lebender Schatten. Fügte sich in das Bild perfekt ein. Noch nie hatte er zuvor so etwas gesehen. Er tippte Vanessa leicht an und deutete auf Crow. Die junge Afroamerikanern reagierte genauso überrascht und perplex, wie ihr Kamerad Wang.
Cooper beobachtete Crow schon geraume Zeit. Seine Ladungen hatte er bereits abgeliefert und scharf gemacht. Das gleiche machte die Frau nun in dem Tal, direkt vor den Augen des Feindes und dieser bemerkte es nicht einmal.
Unerwartet kreuzte ein Chig ihren Weg. Sekunden später lag er leblos auf dem unebenen Boden. Wieder nur ein schneller Griff und der Feind war Vergangenheit. Fasziniert versuchte Cooper jede Bewegung in sich aufzusaugen und zu merken.
Vielleicht konnte er noch was von ihr lernen, nein, bestimmt konnte er noch etwas von ihr lernen. So einen perfekten Kampfstil hatte noch nie in seinem Leben gesehen. Das könnte ihm in diesem Krieg nur zu gut weiterhelfen.
Doch war er überhaupt in der Lage, dies selber umzusetzen? Er war nicht wie die anderen, aber er war auch nicht wie sie. Crow schien fertig mit ihrer Arbeit zu sein. Ihr Weg führte sie weg vom Lager des Feindes und einweiterer Chig hatte das Pech, den gleichen Pfad wie Crow eingeschlagen zu haben. Ihm kam es so vor, als ob sie nur einen Stein weg kickte und nicht einen Feind eliminierte. Es wirkte alles so leicht und einfach bei ihr.
Diese Teile hielten echt nichts aus. Crow erkannte bei den Chigs keinerlei Unterschied zum noch schwächlicheren Menschen. Ohne Mühen zog sie den Kadaver zur Seite. Sie waren nur größer als Menschen, aber das den Gewichtsunterschied konnte sie nicht ermessen. Ihr kraftpotential war zu hoch.
Bald machte sie sich an den Aufstieg. Keiner ihrer Begleiter wäre in der Lage gewesen, ohne Seil und weitere Hilfen den Felsen dort zu bezwingen, doch ihr fiel es, wie so vieles leicht. Deutlich spürte sie die verschiedenen Blicke auf sich. Das war jedes Mal so. Sie faszinierte die Menschen und sie ängstigte die Menschen. Es machte ihr Spaß, anderen Marines zu demonstrieren, was sie drauf hatte.
Jeder ihrer Art, stand auf diese Angeberei. Sie waren den normalen um so vieles überlegen. Doch das hier, war nur ein geringer Teil ihrer Fähigkeiten. Wenn die wüssten, dann würde es sie sicherlich ganz schön beunruhigen.
Morris ließ sich auch für kurze Zeit von seiner Arbeit ablenken, beobachtete Crow bei ihrem Einsatz. Sie war das Beste, was sie hatten, das musste er sich selbst eingestehen. Dann vergaß er Crow für einige Zeit.
Seine Sinne waren auf seinen Job fixiert. Als er fertig war, sah er von seinem Werk hoch und fuhr erschrocken zurück. Keinen Meter von ihm entfernt stand Crow stumm vor ihm.
„Verdammt, Crow. Lass das.“ Er rappelte sich hoch, die Frau vor ihm reagierte auf keinerlei Weise. Das beunruhigte Morris. „Crow, was...“ das was er nun sah, traf ihn wie ein Schock. Die Augen waren nicht wie sonst, seelenlos schwarz, sondern hellgrau. „Aber,... das... das ist nicht , nein das ist nicht möglich. Das kann nicht sein. Crow...“ Sie schüttelte kaum merklich den Kopf. „Nicht Crow, Morris, sondern Raven. Elia Raven.
First Lt. Elia Raven.“ Morris trat einige Schritte zurück. Das durfte, das konnte einfach nicht sein.„Was ist Morris? Nervös? Du meinst ich dürfte mich nicht an mein altes ICH erinnern. Nicht an die Zelle, nicht an die Spritzen, nicht an das Training, nicht an die Operationen. Nicht daran, das ihr an meiner Genetik manipuliert habt? Irrtum Morris.
Ich kann mich an alles Erinnern. An jeden Schmerz, an jede Angst, an die Trauer, an mein Leben zuvor, bevor ihr mir das alles genommen habt. Als ihr mich unmenschlich machtet.“ Ihr Stimme war gefühllos und kalt, ungewöhnlich Leise und doch verstand Morris jedes Wort über deutlich. Immer weiter wich erzurück, um bald darauf zum laufen zu beginnen.
Das war nie zuvor geschehen, das sich ein Veränderter an irgend etwas aus der Vergangenheit erinnern konnte. Niemals. Das hatten ihm alle die an dem Projekt beteiligt waren, immer zu bestätigt und garantiert. Niemals. Crowfolgte Morris Flucht mit den Augen. Ein bösartiges Lächeln wanderte auf ihr Gesicht. Er konnte ziemlich schnell laufen, doch das würde ihm nicht mehr helfen. Ja, das Mitleid hatten sie ihr auch entfernt. Pech für Morris.
Cooper sah sich genau um und da entdeckte er Crow, die mit einem nicht sehr freundlichen Lächeln da stand. Es war ein richtig abstoßendes Grinsen. Er versuchte es zu ignorieren und ging auf sie zu. Als Crow ihn sah, änderte sich ihr Gesichtszug sofort wieder in das Typische neutrale Crow Gesicht. Das war Hawkes um einiges lieber, als das zuvor.
Es hatte beim ihm zu einer richtigen Gänsehaut geführt.
„Wir müssen los, der Rendevouz Termin ist bald. Die Anderen sind bereits auf den Weg zum Landeplatz.“ „Dann los, Cooper.“ Eine Weile schwieg Cooper, doch dann blieb er stehen. Er musste sie einfach fragen. Crow war ebenfalls angehalten. „Crow, kannst Du mir zeigen, wie Du das mit den Chigs gemacht hast?“
Sie wusste sofort, was er meinte, ein kurzes nicken war die Antwort. Dann legte sie den Finger auf ihren Mund und zog sich lautlos zurück. Kaum war sie verschwunden, tauchte nur wenige Augenblicke später Morris aus dem Dickicht auf. Sein Blick wirkte gehetzt. „Wo ist sie, Hawkes?“ Cooper wollte gerade antworten, als er Crow direkt hinter Morris entdeckte. Dieser erkannte in Coopers Gesichtsausdruck sofort, das sie unmittelbar hinter ihm stehen musste. Doch diese Erkenntnis half ihm nichts mehr.
Schon umschlossen ihreHände seinen Kopf und drehten ihn ruckartig zur Seite, bis er fast um 180 Grad gedreht war. Fassungslos sah Cooper zu, wie Crow ihm das Genick brach. Kaum war das geschehen, ließ sie den toten Körper los. Dieser fiel sofort zu Boden. „So mache ich das Cooper.
Bei den Chigs ist es nicht anders, nur etwas mehr Kraft wird dazu benötigt. Ich bemerke den Unterschied eigentlich gar nicht.
Es ist ganz einfach und auch sehr schnell. Du weißt was ich bin, woher auch immer. Ich mag keine Menschen, Cooper, aber In Vitros. Ihr seit genauso mies dran wie ich.“ Sie bückte sich kurz und riss Morris die Erkennungsmarke ab. „Lass uns weitergehen. Unser Transporter wartet.“ „Was machen wir mit Morris?“ „Nichts.“ Sie ging an Cooper vorbei, stecke die Marke in ihre Seitentasche.
Nathan, Shane, Paul und Vanessa waren erleichtert, als sie Cooper und Crow zu den Koordinaten an denen sie abgeholt werden sollten eintreffen sahen.
„Wo ist Lt. Colonel Morris?“ Shane blickte sich um. Crow sah sie durchdringend an, während sie antwortete. „Er ist tot. Liegt ungünstig, kann nicht geborgen werden.“
Ein komisches Gefühl machte sich bei dieser Nachricht bei den Wildcards breit. Doch bevor sie noch weiter darauf eingehen konnten, kam schon der Transporter und sie musste abrücken. Lange würde der Feind sie nicht ohne Probleme hier weglassen. Ihr Transporter verließ den Planeten. 30 Minuten spätergingen die Ladungen hoch. Der Feuerball war deutlich vom Weltraum aus zu erkennen. Cooper starte ihn wortlos an. Er hatte seit der Sache mit Morris nichts mehr gesagt. Zu niemanden.
Er wusste selbst nicht, warum. Vielleicht weil sie recht hatte, das sie beide, In Vitros und ihre Art von den natürlich Geborenen immer nur benutzt wurden. Das verband beide auf eine ungewöhnliche Art und Weise. Crow war nur nicht so, wie er sich diese Wesen vorgestellt hatte oder waren sie noch Menschen? Er wusste es nicht.
Morris war tot. Crow hatte es gesehen. Und sie konnte ihm nicht mehr helfen. Es war Krieg, da kamen Menschen ums Leben. Warum aber zweifelte Shane nur an dieser Version. Die Erkennungsmarke war das Problem. Crow hatte behauptet, das sie diese nicht bergen hatte können.
Jemand der so gut war wie sie, klang unglaubwürdig. Oder wollte sie einfach nicht? Shane schalte sich selbst. Crow und sie hatten den gleichen Rang, aber Crow war länger dabei und wurde auch aufgrund ihrer Spezialaufträge höher eingestuft. Warum sollte sie keinem höherem Offizier trauen? Vielleicht weil Shane bis jetzt jedem ihrer Vorgesetzten in die Augen sehen konnte, ohne sich dabei vor Grauen zu schütteln?
West grübelte vor sich hin, aber seine Gedanken befassten sich nicht mit Crow, sondern Cooper. Das Gesicht seines Freundes, als Crow die Sache mit Morris berichtete, es wirkte so bestürzt. Und das sicherlich nicht, weil ihm Morris so sympathisch gewesen war. Aber Cooper hatte nichts dazu gesagt, keinen Ton. Er hatte sich nur stumm auf seinen Platz gesetzt und nun starte er auf den Boden.
Sein Sorgen um Hawkes verstärkten sich wieder. In was war sein Freund da nur geraten und wie konnte er ihm da raushelfen. Und warum redete Cooper nicht mit ihm oder zumindest Shane. Nathan gestand es sich selbst nur ungern ein, aber dieser In Vitro hat sich zu einem der wichtigsten Menschen in seinem Leben entwickelt. Und nun saß er, Nathan West, alleine hier in der Taverne der Saratoga und wusste einfach nicht was er tun sollte. Zwingen konnte er Cooper ja nicht, ihm alles zu erzählen. Und das es da einiges zu erzählen gab, da war er sich mehr als nur sicher. Das war gewiss.
Commodore Ross und Lt. Colonel McQueen entließen Captain Crow aus dem Befragungsraum. Sie war die letzte die zu dem letzten Auftrag und dem Tod von Morris befragt wurde. Doch außer Crow konnte keiner Angaben zu Lt. Colonel Morris machen. Alles war in ihren Augen vollkommen klar und leider ein Nebeneffekt des Krieges.
Er verlangte immer wieder Opfer. Es war schade um Morris gewesen, er war ein guter Mann. Ein Verlust für das Corp. Der Commodore wollte sich gerade an den Colonel wenden, als ihm dessen abwesenderGesichtsausdruck auffiel.
„Alles OK, T.C., oder haben Sie bedenken wegen der Aussagen? Für mich war alles schlüssig.“ McQueen schüttelte den Kopf. „Nein, nein. Es ist Crow. Sie kennen doch das Gefühl, das jemand einem bekannt vorkommt und man kommt einfach nicht dahinter woher.“ Freundschaftlich klopfte Ross ihm auf die Schulter.
„Das kenne ich, kann einen ganz schön nerven. Ty, denken Sie nicht mehr darüber nach, dann wird es Ihnen unerwartet wieder einfallen.“ „Wahrscheinlich, es ist trotzdem ärgerlich. Ich habe mir immer so viel auf mein gutes Gedächtnis eingebildet.“ „Vielleicht ist es auch das Alter, Ty.“ Ross lachte kurz bei der Bemerkung auf und verließ den Raum. Der Colonel verzog leicht die Mundwinkel. So deutlich hätte der Commodore es auch nicht ausdrücken müssen.
Stundenlang lag Cooper schon wach in seinem Bett. Er fand keinen Schlaf, seine Gedanken kreisten um die Geschehnisse mit Crow und Morris. Er hatte mit eigenen Augen gesehen, wie Crow ihm das Genick gebrochen hatte, wie sie seine Erkennungsmarke abriss und einsteckte. Er hatte einen kaltblütigen Mord gesehen.
Und was tut er dann, er belügt seine Freunde die Wildcards, Lt. Colonel McQueen und auch Commodore Ross. Er deckte sie. Doch warum nur? Hatte er Angst um sein Leben? Nein, das war es nicht. Auch wenn er was gesagt hätte, sie hätte ihm nichts getan. Vielleicht hatte er es nicht getan, weil er wusste, wenn man sie einsperrte, würde sie fliehen und er hatte keine Zweifel daran, das sie es schaffen würde. Dabei könnten sie noch mehr Menschen töten und möglicherweise würde dann ihr was passieren. Unddas wollte er auf keinen Fall.
Crow hatte seinem Freund Nathan das Leben gerettet, sie hätte jedem der Wildcards das Leben gerettet, ohne an das eigene Risiko zu denken. Idiot, belüg dich nur ruhig selbst weiter. Cooper wusste nur zu genau, warum er nichts gesagt hatte. Diese Frau hatte ihn in der Hand.
Er wusste nicht wie sie das machte, aber würde für sie fast alles tun. Diese Erkenntnis gefiel ihm ganz und gar nicht. Es stimme also, das diese, was auch immer Crow war, das solche wie Crow Macht über In Vitros ausüben konnten. Aber anscheinend nur über welche seiner Generation.
McQueen war gegen sie immun oder wollte sie ihn nicht kontrollieren? Oder bildete er sich das nur ein und er wollte von ihr kontrolliert werden? Oder schnappte er nun endgültig über? Langsam drehte er sich auf die Seite. Seine Gedanken wanderten zur Erkennungsmarke. Warum hatte sie diese mitgenommen, wenn sie diese nicht an Commodore Ross weitergab? Das musste doch einen tieferen Sinn haben.
Zwei Türen weiter saß Crow im Schneidersitz auf ihrem Bett, in ihrem schwach erleuchteten Quartier. Sie bekam immer ein eigenes Quartier, viele Marines hatten Angst mit ihr in einem Raum zu schlafen. Siebefürchteten das sie ihnen in der Nacht einfach die Kehle durchschneiden könnte, oder anderes. Und sie hatten vollkommen recht.
Wenn sie es für nötig sah, würde sie es ohne Umschweife tun. Doch ihr war es auch lieber, alleine zu sein. Sie war ein vollkommener Einzelgänger. Andere Menschen nervten sie nur und konnte bei ihr ganz schlechte Eigenschaften hervorrufen. Dinge die lieber nicht nach oben gezerrt werden sollten.
Vor ihr lagen etliche Erkennungsmarken. Ihre Hand griff nach einer. „Morris.“ Legte sie zurück, holte die nächste. „Hardy.“ Dann ging es so weiter. Sie legte eine Marke weg und nahm dienächste in die Hand, lass den Nachnamen laut.
„Ryder.“ „Beck.“ „Spacey.“ „Ruiz.“ „Roman.“ „Donen.“ „Ramis.“ „Lasset.“ „Hunt.“ „Kelly.“ „Hanks.“ „Mitchell.“ „Baker.“ „Hall.“ „James.“ „O’Connor.“ „Harris.“ „Ramsey.“ „Maar.“
Insgesamt 21 Namen von Menschen, die zu denen gehörten, die sie mit unter geschaffen und ausgebildet hatten.
Wennman das was man ihr angetan hatte, überhaupt als Ausbildung bezeichnen konnte. Fast jeden einzelnen von ihnen hatte sie persönlich getötet. Niemand hatte je einen Verdacht gegen sie und wenn doch, dann überlebte dieser nicht. Dafür war sie einfach zu gut geworden.
Keiner kannte ihr kleines Geheimnis. Cooper war der einzige Zeuge, den sie je zugelassen hatte, doch dieser würde nie etwas sagen. Da wusste sie einfach. Sie konnte ihn sehr gut einschätzen. Sie verstand ihn besser, als er sich je selber verstehen würde. Ihr Blick haftete sich an dieMarken, in ihrem Kopf bildeten sich Bilder, wie sie einzelne von ihnen vernichtet hatte. Sehr Detail getreu.
Das war ihre Art von Träumen und sie fand es befriedigend. Doch nichts war besser, als es in der Wirklichkeit zu tun. Langsam räumte sie die Marken in eine Stahlkassette und sperrte diese ab. Wenn das jemand fand, würde sie Probleme bekommen und die konnte sie gerade jetzt nicht gebrauchen.
Es war zwar unprofessionell, das sie die Marken sammelte, aber es war für sie persönlich der Beweis, das sie es getan hat und nicht nur ein Gedanken von ihr war. Manchmal konnte sie diese nämlich nicht einordnen, ob es Realität war oder nicht. Und sie war noch nicht fertig.Das diese Männer und Frauen starben, machte nicht wett, was passiert war, aber es war genau das, nach dem ihr dürstete. Sie wollte jeden einzelnen dafür zur Rechenschaft ziehen und zwar auf ihre Art und Weise und das bedeutete für die Betreffenden den Tod. Davon verstand sie am meisten, das war ihr Job und den beherrschte sie perfekt.Fortsetzung folgt
Autor: Christine
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Die Charaktere
und Situationen der Serie "Space: Above & Beyond" wurden von Glen
Morgan und James Wong, Fox Broadcasting und Hard Eight Productions kreiert und
basieren auf ihren Ideen. Alle Handlungen in dieser Geschichte sind frei
erfunden und nur die Charaktere stimmen mit "Space: Above & Beyond"
von Glen Morgan und James Wong überein.
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