Showdown
– Der Tag des jüngsten Gerichts
Teil
2
Cooper legte eine Bilderbuchlandung hin, nur 10 Meter vom Fundort der Kanzel entfernt, in der sich Phousse befand. Hektisch löste Cooper die Sicherungsgurte und öffnete seine Kanzel. Er sprang aus seinem Hammerhead und rannte auf die zerstörte Führerkabine des ehemaligen Transporters. Als er die Luke nicht öffnen konnte, schoss er kurzerhand mit seiner Shortgun drauf, bis die Hydraulik schließlich vollends versagte und die Luke aufsprang.
Cooper hielt seine Waffe auf Anschlag. Er rechnete mit allem, dachte an eine Falle der Chigs. Vorsichtig betrat er die Kanzel, sicherte jede Ecke ab, bevor er weiter ging. Doch seine Vorsicht war wie weggewischt, als er plötzlich Phousse weinen hörte. Er steckte die Waffe ein und rannte nach vorne in die Pilotenkabine. Dort sah er Phousse zusammengekauert über Shanes Leiche liegen. Sie weinte bitterlich. Sie schien Cooper gar nicht zu bemerken, was Cooper wiederum nicht überraschte. Wahrscheinlich litt Vanessa an Dehydratation und war schon so geschwächt, daß sie außer Shanes Tod nichts mehr mitbekommen hatte. Schließlich war Vanessa bewußtlos, als sie abstürzten. Plötzlich Shane tot neben sich sitzen zu sehen muß ein Schock gewesen sein.
Cooper beugte sich zu Vanessa runter, doch er wußte nicht so recht, was er mit ihr machen sollte. Er war nicht sonderlich gut darin, seine Gefühle zu zeigen. Und anderen Trost zu spenden war schon gar nicht seine Stärke.
Schließlich legte er ihr den rechten Arm um ihre geschwächten Schultern. Jetzt endlich schien Vanessa zu bemerken, daß sie nicht mehr alleine war. Sie blickte zu Cooper hoch, doch was Cooper dann sah, ließ ihn erschaudern. Ihre Augen waren ausdruckslos, sie schienen nicht in der Lage gewesen zu sein, den Blick auf irgendwas zu konzentrieren. Die Pupillen tanzten herum beim verzweifelten Versuch, die Person vor ihnen irgendwie zu deuten.
Irgendwas stimmte mit Vannesa nicht. Auch nachdem Cooper sie mehrmals angesprochen, ja sogar angeschrien hatte, konnte sie ihn nicht erkennen.
Verzweifelt schaute Cooper auf Shane’s Leiche. Sie sah fahl aus und der Verwesungsgeruch lag auch schon deutlich in der Luft. Cooper war entschlossen, Vanessa mußte sofort hier raus. Wenn er sie erstmal zur Saratoga gebracht hat, würde er wiederkommen, irgendwie, und wenn er den Commodore dafür K.O. schlagen müßte. Aber er würde niemals Shane so würdelos hier verrotten lassen. Er würde wiederkommen und ihr ein gebührendes Grab machen.
Cooper wollte sich gerade aufrichten, um Vannesa nach draußen zu tragen, als er von hinten angegriffen wurde. Cooper spürte, wie ihm eine Schlinge um den Hals geworfen wurde, die sich immer enger zuzog. Mit der rechten hand versuchte Cooper die Schlinge irgendwie zu lockern, um nicht zu ersticken. Mit der linken griff er nach seiner Waffe. Doch der Angreifer war schneller. Er packte Coopers Hand und drehte sie auf seinen Rücken. Cooper konnte sich kaum noch bewegen. Die Luft wurde immer dünner und er sah schon Sterne. Seine Knie gaben langsam nach. Er machte einen letzten Versuch sich loszureißen, indem er mit dem rechten Ellenbogen seinem Angreifer einige Schläge versetzte. Doch sobald er die Schlinge los ließ, zog sie sich so eng zu, daß ihm schwarz vor Augen wurde.
Es war doch eine Falle. Vanessa war anscheinend nur der Lockvogel. Sie muß unter Drogen gestanden haben. Und Cooper ist in diese Falle getappt und mußte nun teuer dafür bezahlen. Die natürlich geborenen hatten kurz vor dem Tod so eine merkwürdige Angewohnheit, Frieden mit ihrem Gott zu schließen. Cooper hatte das nie verstanden. Doch jetzt hatte er ein ganz ähnliches Bedürfnis. Vor ein paar Stunden hätte er den Tod noch mit großer Dankbarkeit akzeptiert. Doch nun hatte er das Gefühl, noch nicht so weit zu sein. Er hatte noch was zu erledigen. Wenn er jetzt stirbt, dann wäre auch Vanessa entgültig verloren.
Doch Cooper war machtlos. Das letzte Bischen Sauerstoff in seinem Gehirn schien sich gerade zu verabschieden, als Cooper einen Schuß hörte. Plötzlich war der Druck um seinen Hals weg und Cooper konnte wieder frei atmen. Er viel rücklings zu Boden direkt auf seinen toten Angreifer. Verwundert drehte er sich um und erblickte Nathan, der mit vorgehaltener Waffe wie ein Hochhaus über Cooper stand.
Während Cooper allmählich wieder zu Kräften kam und wieder aufstand, blickte er auf seinen Angreifer runter. Es war natürlich ein Chig. Und die grüne Soße lief ihm aus seinem Helm.
Cooper sah zu Nathan und raspelte mit dem, was von seiner Stimme noch übriggeblieben war: „Vanessa, sie muß weg hier. Sie steht unter Drogen oder so.“
„Dann schnell, wer weiß, wieviele Chigs schon auf dem Weg zu uns sind.“
„Warte! Shane!“
Nathan blickte zu Shane. Sein Herz blutete, als er sie so da liegen sah. Tot, schon mit Verwesungsspuren. Shane war ein sehr guter Mensch. Sie so hier liegen zu sehen, mißbraucht als Köder, ohne ihren Frieden zu finden, es war fast unerträglich. Und dennoch, Vanessa, Cooper und er selbst waren in großer Gefahr.
„Wir können nichts mehr für sie tun, Cooper. Wir müssen schnell weg hier.“
„Ich werde wieder kommen!“
„Nein, das wirst Du nicht!“
„West, das ist Shane die da liegt. Verdammt nochmal, wir können sie nicht so hier liegen lassen!“
Coopers Stimme brach jetzt durch die Anstrengung entgültig zusammen. Und auch wenn das nicht Coopers Absicht war, aber dadurch wirkte seine Bitte herzzerreißend.
„Also gut. Wir nehmen sie mit. Ich hab ein etwas größeres Cockpit. Lass uns versuchen, sie bei mir noch unterzukriegen.“
~~ ~~ ~~
Die Kopfschmerzen waren unerträglich, als ob jemand permanent mit einem Hammer von innen gegen ihren Schädel hämmerte.
Langsam öffnete Vanessa die Augen, doch das Licht war für sie viel zu grell. Sie schützte ihre Augen mit den Händen. Sie ließ einige Minuten verstreichen, um sich an das Licht zu gewöhnen.
Sie erblickte 3 Gestalten, die um ihr Bett herum standen. Sie waren alle verschwommen. Eine Gestalt in weiß beugte sich zu ihr runter.
„Lt. Damphousse, ich bin Dr. Wheeler. Können sie mich hören?“
„Ja.“ räusperte Vanessa.
„Sie hatten einen Drogencocktail im Blut, der sie über mehrere Tage in eine Art Trance-Zustand versetzen ließ. Und ich muß ihnen auch sagen, daß sie ohne diesen Cocktail vermutlich nicht überlebt hätten. Sie waren tagelang auf dem Planeten ohne Wasser. Normalerweise überlebt ein Mensch das nur 4 Tage. Bei ihnen waren es aber 7.“
„Oh.“
„Ruhen Sie sich jetzt erstmal aus. Hier ist Besuch für sie.“
Vanessa konnte langsam besser sehen. Sie sah nach rechts, wo sie die Umrisse zweier Männer erblickte, die sie sehr gut kannte.
„Nathan? Cooper?“
Nathan übernahm die Wortführung, weil Cooper noch nicht sprechen konnte.
„Ja, wir sind es.“
„Shane?“
„Sie hat es nicht geschafft. Ihre Beisetzung ist morgen.“
„Oh nein“
Vanessa kullerten kleine Tränen die Wangen herunter. Es war die traurige Gewißheit. Vanessa hatte es schon geahnt. Sie hatte es durch ihr vernebeltes Bewußtsein schon irgendwie gespürt. Und jetzt war es klar, Shane war tot.
„Wo ist Paul?“
Nathan biß sich auf die Lippen. Jeder wußte um die Beziehung zwischen Vanessa und Paul. Zuerst war ihr der eigene Mann weggelaufen und jetzt war auch noch ihre zweite große Liebe abgeschossen worden.
„Es tut mir so Leid, Vanessa.“
Vanessa konnte es nicht mehr zurück halten. Sie weinte jämmerlich. Der Doktor nahm die beiden Männer zur Seite und empfahl ihnen, Vanessa ein wenig Ruhe zu geben, um den Verlust verarbeiten zu können. Sie könnten Vanessa am nächsten Tag wieder besuchen.
Bestürzt verließen Nathan und Cooper das Krankenzimmer. Sie fühlen sich so hilflos. Doch die Zeit wird auch Vanessas Wunden heilen. Es wird sicher lange dauern, aber sie hatte wenigstens noch Freunde, die ihr dabei helfen konnten.
~~ Fortsetzung folgt ~~
Mel
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Die Charaktere
und Situationen der Serie "Space: Above & Beyond" wurden von Glen
Morgan und James Wong, Fox Broadcasting und Hard Eight Productions kreiert und
basieren auf ihren Ideen. Alle Handlungen in dieser Geschichte sind frei
erfunden und nur die Charaktere stimmen mit "Space: Above &
Beyond" von Glen Morgan und James Wong überein.
Erklärung: Diese Seite ist nicht von FOX
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