Showdown
– Der Tag des jüngsten Gerichts
Teil
3
Die Wiedergeburt
--Schwarz—
...
Plötzlich blinkte etwas auf. Aus einem kurzen Blitz in der Mitte des Blickfeldes sprang ein Bild auf, das grell, aber völlig undeutlich war. Es war zerstreut und durchsetzt von Störungen.
Die Umrisse einer Person waren schwer zu erkennen. Die Person näherte sich, eine Hand, war es eine hand? Sie erschien im Blickfeld und verschwand auf der rechten Seite.
Das Bild wurde besser. Noch einige Blitze... Jetzt war das Bild klar und in einer normalen Helligkeit.
Es öffnete sich ein grün-durchsichtiges Terminal.
Beginn
upload:
->
Reinitiating basic systems......
done!
-> Rebooting security backup......
done!
-> Please enter specifications or copy data!
Copy elroy_el_2546.* to bootsector <enter>
->
Transmitting data......
done!
->
Initiating startup......
done!
Elroy lag auf einem metallenen Werkstatt-Tisch, Arme und Beine mit gepanzerten Stahlriemen fixiert, als sein System neu hochgeladen wurde. Er sah an die Decke, wo er eine riesige kugelrunde Leuchte entdeckte. Dann sah er nach rechts. Dort standen 3 Menschen in weißen Kitteln. Sie schienen sehr aufgeregt zu sein.
Irgendetwas stimmte mit Elroys Occularen nicht. Er konnte die Menschen zwar heranzoomen, aber sie wirkten noch etwas unscharf. Aber noch viel alarmierender für Elroy war, daß offensichtlich sein Zielerfassungssystem deaktiviert war. So oft er auch versuchte, den Befehl zum Markieren eines Ziels zu geben, das Fadenkreuz wollte einfach nicht auftauchen.
Elroy versuchte, sich zu bewegen. Nach einem kompletten Neustart konnte es immer wieder zu Hydraulikproblemen kommen, wenn ein Silikant zu lange deaktiviert war. Oftmals sammelte sich Luft in den Schläuchen, wo die Gelenke saßen. Weil Elroy in seinem Speicher nicht entdecken konnte, wie lange er offline war, versuchte er zunächst ein paar vorsichtige Bewegungen.
Elroy war zwar in seinen Bewegungen eingeschränkt worden, er konnte aber dennoch ein paar kleine Tests durchführen. Seine Knie- und Ellenbogengelenke knackten, was ihn etwas beunruhigte. Doch nach ein paar Bewegungen war dort die Hydraulik wieder normal. Elroy testete die Feinmotorik seiner Finger. Sie war wieder komplett hergestellt. Offensichtlich ist er repariert worden. Doch Elroy bemerkte beim Abtasten seiner Finger, daß seine linke Hand ausgetauscht wurde. Sein Elektroschocker wurde entfernt.
Einer der Techniker näherte sich, bis er in Elroys Blickfeld war. Er schaute zu Elroy runter.
„Elroy? Können sie mich hören?“
„Ja, kann ich. Aber ich kann sie nicht gut sehen!“
„Was heißt das? Sehen sie mich verschwommen, schwarz/weiß oder gar nicht?“
„Sie sind unscharf.“
„Das haben wir gleich.“
Der Techniker beugte sich weiter zu Elroy runter und stellte irgendwas an Elroys rechter Schläfe ein. Das Bild wurde allmählich schärfer.
„Besser?“
„Perfekt.“
„Sie fragen sich sicher, wie sie hier her kommen und was mit ihnen geschehen ist, nicht war?“
„Wie ich hier her gekommen bin, kann ich mir sehr gut vorstellen.“
„Nun, sie sind jetzt Teil des Rebirth-Projekts.“
„Und das ist?“
„Das Rebirth-Projekt wird von ca. 20 Ingenieuren und Wissenschaftlern betreut. Unsere Aufgabe besteht darin, kriegsgefangene Silikanten für den Einsatz in Kampfgeschwadern vorzubereiten. Ich darf sie dazu beglückwünschen, unser erstes gelungeses Werk zu sein.“
Langsam dämmerte es Elroy. Aber so richtig glauben wollte er es noch nicht.
„Und weiter?“
„Nun ja, wir befreien die verseuchten Ais von dem Virus. Das setzt allerdings voraus, daß wir zumindest halbwegs intakte Silikanten eingeliefert bekommen. Bei ihnen war es schon sehr knapp. Durch den Energieverlust in ihrem Basissystem haben sie etwa 60% ihrer Systemdateien verloren. Wir mußten ihnen deshalb die gesamte Systemsoftware neu hochladen. Sie sind jetzt sogar noch moderner als vorher. Sie haben sie Systemdateien des neuesten Elroy Modells hochgeladen bekommen.“
„Ich vermisse Hardwarekomponenten.“
„Nun ja, wie sie sich sicherlich vostellen können, mußten wir einige Sicherheitsvorkehrungen treffen. Nur für den Fall, daß sie wider erwarten doch noch infiziert sind. Wir haben ihre Zielocculare gegen normale ausgetauscht. Ach ja, ihre kleinen eingebauten Wafen haben wir natürlich auch entfernt.“
Der Techniker begann damit, die Stahlriemen zu lösen, um Elroy aufstehen zu lassen.
„Lassen sie uns mal sehen, wie gut sie funktionieren. Stehen sie auf!“
Elroy tat, was ihm befohlen wurde. Er stellte sich vor dem Techniker hin und starrte ihn einfach nur an. Er wartete auf irgendwelche Anweisungen.
„Nun, Elroy? Wollen sie mir etwas mitteilen?“
„Ich...ich weiß nicht.“
„Wollen sie den gar nichts tun? Nicht mal ein klitzekleines Risiko eingehen?“
„Wieso sollte ich?“
„Es ist doch nur ein Spiel. Na kommen sie schon. Lassen sie uns einfach austesten, wer von uns beiden der Stärkere ist. Keine Wachen, keine Störsender. Ein fairer Kampf. Na? Was meinen sie? Wenn sie gewinnen, dann kann sie keiner mehr aufhalten, einfach zu verschwinden. Sie wären dann wieder frei.“
„Frei?“
„Ja, frei. Sie wissen doch, was Freiheit ist, oder?“
„Ja. Es bedeutet, daß man das tun kann, was man will und was die Freiheit eines anderen Individuums nicht beeinträchtigt.“
„Richtig. Wollen sie denn nicht frei sein?“
„Ich weiß nicht. Soll ich denn?“
Plötzlich fing der Techniker heftig zu lachen an.
„Sie sind mir ja einer. Also ich muß zugeben, so gefallen sie mir viel besser. Wirkt ja fast schon naiv. Kommen sie mit, ich zeig ihnen was.“
Elroy folgte dem Techniker in den Nachbarraum. Offensichtlich handelte es sich um eine Art Aufenthaltsraum für die Angestellten. Überall standen weiße Sofas, kleine Tische, auf denen Blumen in Vasen standen, künstliche Blumen, wie Elroy analysierte. In einer Ecke hing ein Unterhaltungsterminal. Elroy sah zum Techniker hinüber, der mittlerweile in die hinterste Ecke des Raumes gegangen war, wo ein großer Spiegel stand.
„Na kommen sie schon. Keine Angst.“
Elroy ging zum Techniker. Die ganze Zeit haftete sein Blick auf die Augen des Mannes. Schließlich stand er dicht neben ihm.
„Ich habe keine Angst.“
„Gewiß. Sehen sie!“
„Was?“
„Na da, sehen sie in den Spiegel. Betrachten sie sich.“
Elroy sah den Techniker fragend an. Warum soll er sich selbst betrachten? Was für einen Sinn hat das? Die Menschen konnten mitunter sehr merkwürdig sein. Und dennoch tat er, was ihm befohlen wurde. Was sonst hätte er tun sollen?
Zu seiner Überraschung war Elroy von dem Anblick seines Spiegelbildes erstaunt. Er sah nicht so aus, wie er vor seiner Deaktivierung ausgesehen hatte.
Als erstes fielen Elroy seine Augen auf. Es war kein Wunder, daß die Zielerfassung nicht mehr funktionierte. Elroy hatte jetzt anstatt der weißen Occulare mit dem Fadenkreuz menschlich wirkende dunkelblaue Augen. Sie wirkten fast schwarz. Man konnte sogar eine Art Iris erkennen, die sich je nachdem öffnete und schloß, in welchem Zoomfaktor Elroy ein Objekt anvisierte.
Elroys Haare wurden ebenfalls verändert. Sie waren nicht mehr lang, wie sie sonst immer waren, wie sie für Elroys Modell entworfen wurden. Seine Haare waren ziemlich kurz. Ein paar Strähnen hingen ihm in die Stirn. Aber immerhin waren sie noch schwarz.
Sein Gesicht sah besser aus als vorher. Man hatte ihm offensichtlich all die Schrammen entfernt und sein Gesicht mit neuer Hautmasse überzogen. Es sah jetzt ganz glatt aus und hatte eine Farbe, die die Menschen wohl als gesund bezeichnen würden.
Seine Rebellen-Kampfkleidung hatte man ihm vollständig abgenommen. Statt dessen trug er jetzt schwarze Marines-Uniform.
Der Techniker beobachtete Elroy, wie er sich selbst im Spiegel betrachtete. und es kam ihm so vor, als würde dem Silikanten sogar ein bißchen gefallen, was er da sah.
„Und?“
„Und was?“
„Wie gefallen sie sich?“
„Ich funktioniere.“
„Nein, ich meine, wie gefallen sie sich? Meinen sie nicht auch, daß sie so viel besser aussehen? Nicht so gefährlich, sondern einfach freundlicher?“
„Wenn ich jetzt so auf sie wirke, dann soll es wohl so sein.“
„Glauben sie mir, es ist so. Und es wird ihnen auch einiges erleichtern. Rein äußerlich kann man sie von uns Menschen nicht mehr unterscheiden. Das war eines unserer Hauptziele.“
Elroy blieb stumm. Etwas an seinem Verhalten beunruhigte den Techniker.
„Was ist los, Elroy? Bedrückt sie was?“
„Mich kann nichts bedrücken.“
„Und dennoch scheinen sie sich über irgendwas unsicher zu sein.“
„Dies sind menschliche Regungen, die wir nicht haben können. Aber wenn sie es nur so verstehen, ja, ich bin verunsichert.“
„Worüber?“
„Warum bin ich hier? Was soll ich hier?“
„Sie sind hier, um uns Menschen bei der Verteidigung unseres Heimatplaneten zu helfen. Sie erhielten bereits alle notwendigen Subroutinen, um im Kampfeinsatz zu bestehen.“
„Ich soll Euch also wieder dienen? Euer Sklave sein?“
Der Techniker riß seine Augen in voller Alarmbereitschaft auf. War der Virus doch nicht vollständig entfernt.
„Wir haben aus unseren Fehlern gelernt. wie haben euch damals nur als Maschinen angesehen, die zwar Emotionen vortäuschen konnten, aber selbst keine haben. Wir wußten nicht mal, daß ihr jemals in der Lage sein würdet, einen Freiheitsdrang zu entwickeln. Wir hätten uns besser um euch kümmern müssen, euch besser behandeln sollen. Wir haben versagt. Doch wir können euch nun heilen.“
„Uns heilen. Damit wir für euch sterben.“
„Wir hatten große Verluste. Es werden auch weiterhin Menschen in den Kampf geschickt. Ihr müßt lernen, zusammenzuarbeiten.“
„Und wenn wir nicht funktionieren, wie ihr es wollt, dann werden wir einfach deaktiviert, richtig?“
„Falsch! Wir haben zwar im Moment noch einige Sicherheitsvorkehrungen getroffen, weil dieses Verfahren noch neu ist und wir nicht ausschließen können, daß ihr uns immer noch feindlich gesonnen seid. Doch wenn ihr euch bewährt, dann werdet ihr unter uns ohne jegliche Einschränkungen leben können.
Wenn sie versuchen, eine Verbindung zum Hive herzustellen, dann werden sie feststellen, daß sie daran nicht gehindert werden. Wir wollen ihre Rechte nicht beschneiden. Sie werden sich an alles erinnern können. Wir haben nichts gelöscht. Wenn der Krieg irgendwann vorbei ist, dann können sie ihr Einsatzgebiet jederzeit ändern. Sie können in die Forschung gehen oder auch künstlerisch tätig werden oder sonst was, wenn sie wollen.“
Elroy starrte den Techniker wieder nur an. Er wartete noch immer auf Anweisungen.
„Nun gut, wir werden sie jetzt zu ihrem Geschwader bringen. Sie werden dort schon erwartet.“
~~ Fortsetzung folgt ~~
Mel
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Die Charaktere
und Situationen der Serie "Space: Above & Beyond" wurden von Glen
Morgan und James Wong, Fox Broadcasting und Hard Eight Productions kreiert und
basieren auf ihren Ideen. Alle Handlungen in dieser Geschichte sind frei
erfunden und nur die Charaktere stimmen mit "Space: Above &
Beyond" von Glen Morgan und James Wong überein.
Erklärung: Diese Seite ist nicht von FOX
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James Wong autorisiert. Copyright Verletzung ist in keinster Weise
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