Showdown – Der Tag des jüngsten Gerichts
Teil 5+6  


Elroy funkte das Hive an, um die Datei über Drohnen aufzurufen und referierte nun vor der vermeintlichen trauernden Menge, unter denen sich mindestens 2 befanden, in denen wieder Hoffnung aufflammte, Shane doch noch lebend zu finden.

„Drohnen werden aus Menschlichen Stammzellen hergestellt. Sie haben alle den gleichen Gencode, werden aber durch Asamin, ein Stoff den die Chigs zum Clonen verwenden, in die erwünschte Form gebracht. Dadurch kann rein optisch jeder Mensch nachgebildet werden. Sie fallen erst auf, wenn von ihnen komplexe Handlungen wie z.B. Sprechen, Kämpfen oder Fliegen verlangt werden, denn die Drohnen verfügen nicht über diese Fähigkeiten. Ihr Gehirn ist nur zum Sammeln von Daten ausgelegt und mit einem Sender ausgestattet. Die Drohnen wurden bisher noch nicht eingesetzt. Offensichtlich haben die Chigs jetzt damit begonnen.“

Ross brauchte nicht lange, um über die nächsten Schritte zu entscheiden. „89.ste, es gibt eine Änderung im Ablaufplan. Der Kontrollflug wird gestrichen. Captain Hawkes und West, folgen Sie mir in den Briefingroom. Der Rest macht sich schon mal Kampfbereit.“

Ross ging einige Schritte vor und hielt dann inne. Er drehte sich zu der Gruppe um, die bereits auf dem Weg zum Hangar war. „Elroy? Sie kommen auch mit, Ihr Wissen können wir gut gebrauchen.“

Verwundert blieb Elroy stehen. So früh hatte er nicht damit gerechnet, in Kampfplanungen einbezogen zu werden. Er erntete von den anderen Marines dafür auch sehr böse Blicke. Viele Freunde würde er sicher nicht bei den Chasers finden. Er drehte sich um und ging auf Commodore Ross zu, der gerade mit Brigadier General McQueen und den Captains tuschelte. Was heckten sie aus? Ross schien unglücklich zu sein, er schüttelte immer wieder mit dem Kopf und winkte andauernd ab. Als Elroy schließlich zur Gruppe aufschloß, schien Ross in irgendwas eingewilligt zu haben.

„Also gut, aber Sie kümmern sich darum, daß er alles bekommt was er braucht. Und es ist nur eine vorübergehende Lösung! Sobald dieser furchtbare Krieg endlich vorbei ist wird alles wieder rückgängig gemacht, verstanden?“ Ross sah dabei Captain West scharf an.
„Aye, Sir.“

Elroy war verwirrt. „Was ist los, Captain West?“
“Es heißt Nathan, ok? Und das wirst Du schon früh genug sehen.“
Nathan schob Elroy in den Briefingroom, da er sich keinen Zentimeter rührte. Diese Blechkisten waren unflexibler als Nathan dachte. „Setz Dich einfach da hin, ok?“
„Verstanden, Sir.“ Nathan sah Elroy scharf an, worauf dieser sich sofort korrigierte: „..ähm... verstanden, Nathan.“

Auch die anderen setzten sich. Irgendwie musste jetzt alles umgeplant werden. Ross ergriff als erster das Wort.

„Also gut, Sie wissen alle, daß der Krieg die oberste Priorität hat. Wir können nicht einfach nach Belieben einige Geschwader aussenden und nach Captain Vansen suchen.“

Nathan konterte sofort: „Commodore, das wird vielleicht auch gar nicht nötig sein. Ich meine, irgendwas müssen die Chigs doch im Schilde geführt haben, als sie uns die Drohne auf den Hals geschickt haben.“

„Haben Sie eine Vermutung, Captain?“ Der Commodore war ganz Ohr.

„Nun, warum taucht die Drohne gerade jetzt auf? Warum überrollen uns die Chigs nicht einfach?“

Elroy mischte sich ein: „Sie wollen die Stärke unserer Streitkräfte ermitteln.“

Auch Cooper meldete sich nun zu Wort: „Na sehr erfolgreich waren sie mit der Drohne ja nicht gerade. Was können die schon großartig herausgefunden haben?“

„Nun, von dieser Drohne vielleicht nicht viel, aber wer weiß schon, wie viele dieser Drohnen im Umlauf sind.“

McQueen war in totaler Alarmbereitschaft: „Wir müssen diese Informationen so schnell wie möglich verbreiten, aber auf sicherem Weg.“

Ross bestätigte den Vorschlag mit einem Kopfnicken. „Also gut, die Chigs schicken uns also Spione, um unsere Verteidigungsstärke zu ermitteln.“

Wieder meldete sich Elroy zu Wort: „Oder um unsere Angriffsstärke zu ermitteln?“

Cooper konnte dem nicht folgen: „Wieso unsere Angriffsstärke? Die Chigs sind uns doch zahlenmäßig überlegen.“

„Sind sie das wirklich?“ McQueen verstand Elroys Argument. „Was ist, wenn wir die Chigs doch mehr geschwächt haben, als wir dachten?“

Es wurde ruhig im Besprechungsraum. Diese neue Situation, wenn sie denn so zutrifft, würde ganz neue Möglichkeiten eröffnen.

Ross stand auf und ging ein wenig auf und ab, während er nachdachte, was wohl der nächste kluge Schritt war.

„Also gut, noch wissen wir nicht, ob die Chigs einen Angriff von uns fürchten oder ob sie nur herausfinden wollen, wie sie auf schnellsten Weg auch noch unsere letzten Hammerheads vernichten wollen. Wir müssen diesen Punkt erst abklären, bevor wir überhaupt an einen Angriff denken können.“

„Wir sollten einen Erkundungstrupp zu den Krisenregionen schicken, vielleicht kann er mehr über die Stärke der Chigs herausbekommen.“

Ross war nicht sehr begeistert von Nathans Vorschlag. „Das würde einem Himmelfahrtskommando gleich kommen, außerdem würden die Chigs sofort ihre Rückschlüsse daraus ziehen.“

„Ein ganzes Geschwader würde sicher auffallen, aber ein einziger Hammerhead?“

„Ausgeschlossen, ich schicke niemanden alleine da raus.“

„Dann eine kleine Gruppe, sagen wir 2-3 Hammerheads. Ich würde mich freiwillig melden.“

Ross seufzte. Ihm war sonnenklar, was Nathan versuchte. „Natürlich würden Sie sich freiwillig melden. Und ich nehme an, daß Captain Hawkes Ihnen bestimmt gleich folgen wird. Sie wollen beide den Auftrag, weil sie genau wissen, daß der Planet 2063Y ebenfalls in der Krisenregion liegt.“

„Sir, vom Planeten aus könnten wir viel besser den Feind beobachten, ohne schnell entdeckt zu werden. Planet 2063Y besitzt keine Chig Basen.“

„Zumindest ist das der letzte Stand, den wir kennen, Captain. Können Sie mit Sicherheit sagen, daß die Chigs in der Zwischenzeit dort keine neue Basis errichtet haben?“

„Die Wahrscheinlichkeit dürfte gering sein, die Atmosphäre ist für Chigs feindlich, die Sicht ist auf dem Planeten sehr schlecht und es herrschen starke Querwinde, als Basis würde sich der Planet denkbar schlacht eignen.“

Ross sah Nathan verzweifelt an. Er ließ sich einfach nicht von seiner Idee abbringen. Was auch immer Ross sagte, Nathan hatte sofort ein Gegenargument parat.

„Captain, ich würde es ihnen gerne gestatten, aber sie wollen mit 3 Hammerheads durch feinliches Gebiet fliegen. Sie würden doch noch vor der Grenze von deren Scannern erfasst werden! Das kann nicht funktionieren!“

Elroy räusperte sich, wodurch er einen verwunderten Blick von Cooper erntete. 

„Entschuldigen Sie, Sir. Aber es gibt eine Legierung, die von den Chig-Scannern nicht eindeutig erkannt werden kann.“

„Ach, tatsächlich? Und was soll das für eine Legierung sein, bitteschön?“

Ross war sichtlich angenervt von dem Blechkasten.

„Es ist eine CP4 Legierung. Trifft ein Laser oder Röntgenstrahl auf diese Legierung, so wird sie in alle Richtungen reflektiert und erzeugt dabei eine Verzerrung der Gamma Strahlen. Dem Empfangsgerät wird dadurch vorgetäuscht, daß es sich um nichts weiter als eine kleine Anomalie handelt, eine Verpuffung im Weltall sozusagen. Derartige Anomalien geschehen im All andauernd, sie sind nichts ungewöhnliches.“

„Das klingt ja sehr interessant. Und wann wollten Sie uns an diesem Wissen teilhaben lassen? Vielleicht nächste Woche, nachdem wir mit ihnen in Disney Land waren?“

Ross kochte vor Wut. Was bildete sich dieser Schrotthaufen in spe eigentlich ein, einfach so brisant wichtige Informationen zurück zu halten.

Cooper nahm Elroy in Schutz. „Commodore, wir dürfen nicht vergessen, daß Elroy gerade mal ein paar Stunden unter uns ist. Er weiß wahrscheinlich noch viel mehr, nur wird er auch Zeit brauchen, um das Wissen weiter geben zu können.“

„Jaja, schon gut, Sie haben ja Recht. Also gut Elroy, woher wissen sie das?“

„Wir haben diese Technik zufällig entdeckt, als wir für die Chigs einen Gefangenentransport durchführten. Es gab einen Unfall, wir kollidierten mit einem Frachter. Dabei wurden die geladenen Chemikalien des Frachters freigesetzt und sie reagierten miteinander zu einem blauen Schleier. Dieser legte sich auf die beschädigten Schiffe. Wir entsendeten einen Notruf an die Chigs, doch sie konnten uns nicht finden. Die Legierung auf unseren Schiffen hatte uns für ihre Scanner unsichtbar gemacht.“

„Wie sind sie gerettet worden?“

„Gar nicht, wir benötigten 2 Wochen, um aus beiden Schiffen ein funktionsfähiges zu bauen.“

„Und was geschah mit der Technologie?“

„Wir behielten sie für uns und wendeten sie gegen die Chigs und die Menschen an.“

„WIE BITTE?“

„Ja, es gibt keinen Scanner, der die Legierung durchdringen kann.“

„Na wie schön, daß wir das wissen. Wie lange brauchen Sie, um eine derartige Legierung zu erzeugen und 3 Hammerheads damit zu preparieren?“

„Wenn die entsprechenden Chemikalien verfügbar sind, dann könnten die Hammerheads bereits in einer Stunde verfügbar sein.“

„Sehr gut, begeben Sie sich mit den Captains zum technischen Labor. Erklären Sie den Technikern, wie die Legierung erzeugt wird. Wir treffen uns dann alle wieder hier in 30 Minuten, um den Einsatz zu besprechen. Wegtreten.“

~~ ~~ ~~ ~~

Teil 6

Beförderung mit Hindernissen



Einkleidungsabteilung

Elroy protestierte fast pausenlos, doch Cooper und Nathan ließen nicht mit sich handeln. Nachdem sie alle erforderlichen Daten und Anweisungen an das technische Labor weiter geleitet hatten, schleppten sie Elroy mit in die Einkleideabteilung.

„Wir müssen uns im Besprechungsraum eintreffen! Was sollen wir also hier?“

„Beruhige Dich, Elroy. Wir haben noch 15 Minuten Zeit! Und das hier ist wichtig, sonst bekommst Du früher oder später noch Ärger mit den anderen Marines. Also komme jetzt und stell Dich nicht so an.“

Was meinte der Mensch denn damit schon wieder? Sich anstellen... Elroy suchte in seiner Datenbank nach diesem Idiom...

Sich anstellen = rumzicken = Streß machen = sich zieren

„Gut, dann lassen Sie uns beeilen, damit ich nicht rumzicken brauch.“

Coop und Nathan blieben abrupt stehen und sahen sich verdutzt an, gefolgt von einem Lachanfall.

„Oh Mann, Du bist echt witzig! Also komm jetzt.“

Sie betraten das Büro und gingen auf einen Sergeant zu, der gerade einen ganze Haufen Feldjacken einsortierte.

„Na Jungs, was kann ich für Euch tun?“

„Ja, also unser Kumpel hier ist ein wenig zu kurz gekommen, ihm fehlen ein paar Streifen auf den Schultern, wenn Du verstehst was ich meine.“

„Er hat wieder das ganz Silber verspiel, mh? Na dann will ich mal sehen, was ich da hab. Was darf’s denn sein?“

Coop und Nathan steckten die Köpfe zusammen. 

„Was meinst Du, Captain?“ 

„Nee, das ist ein wenig zu hoch“

„2nd Lieutenant?“

„Ich glaube da würden die Veterane in unserem Geschwader auch noch was dagegen haben.“

„Ja, hast Recht. Aber er sollte nicht niedriger als die Rookies sein!“

„Ja... er weiß doch so viel, ein wandelndes Lexikon. Laß uns den Chief Warrant Officer nehmen.“

„Ja genau, das passt ganz gut.“

Der Sergeant stand gelangweilt hinter der Theke. „Leute, habt Ihr’s endlich?“

„Ja, schon gut. Also wir brauchen für ihn einen Satz Rot-Silber.“

„Rot-Silber?“ Der Sergeant sah Elroy misstrauisch an. „Seid Ihr sicher? Zeig mir doch mal Deine Marke!“

Elroy hatte gar keine Marke bei sich, so schnell hatte ihm noch niemand eine gegeben. Er sah Nathan an und zuckte leicht mit den Schultern.

Cooper versuchte zu improvisieren: „Ja weißt Du, da liegt ja das Problem. Die Marke ist auch weg.“

„Dann kann ich Eurem Freund auch keine neuen Abzeichen geben. Hat er eigentlich seine Stimme verloren?“

„Nein, er war nur einige Jahre in Schweden stationiert und seine Muttersprache ist jetzt ein wenig eingerostet. Hör mal, wir bürgen für ihn, OK? Wir haben es ein wenig eilig, also könntest Du uns jetzt nicht einfach die Dinger geben?“

Der Sergeant verdrehte die Augen. „OK, schon gut. Aber wenn Ihr Probleme bekommt, ich hab Euch nie zuvor gesehen!“

„Schon klar.“

Endlich, nach 5 Minuten nicht enden wollender Diskussion um ein wenig Metall rückte der Sergeant die Abzeichen rüber. Coop und Nathan nahmen je eins uns steckten es an Elroys Kragen. Dann schoben sie ihn vor die Tür in den Korridor.

„Glückwunsch, Du hast gerade ein Duzend Ränge übersprungen und bist jetzt Chief Warrent Officer.“

„Danke. Und wofür das Ganze?“

„Damit Dich die anderen nicht platt machen können. Als Crewman bist Du nämlich das Kanonenfutter des Geschwaders. Wenn der ganze Quatsch hier vorbei ist, musst Du die hübschen Dinger aber wieder abgeben, klar?“

„Verstanden.“

„Und wenn Dich die anderen Fragen, warum Du plötzlich die Balken dran hast, dann sagst Du einfach, Du bist frisch eingekleidet worden und hattest noch keine Zeit, die Dinger dran zu machen.“

„Verstanden.“

„Brav, so und jetzt komm, wir müssen zur Besprechung.“


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Fortsetzung folgt...

Mel

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Die Charaktere und Situationen der Serie "Space: Above & Beyond" wurden von Glen Morgan und James Wong, Fox Broadcasting und Hard Eight Productions kreiert und basieren auf ihren Ideen. Alle Handlungen in dieser Geschichte sind frei erfunden und nur die Charaktere stimmen mit "Space: Above & Beyond" von Glen Morgan und James Wong überein.

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